Vom nackten Schmachten und politischer Intervention

Haifa Wehbe

Frauen und Frauenbilder in Arabischen Musikvideos. Ein Vortrag von Irit Neidhardt

Unablässig flimmern sie über die Flatscreens, man kann ihnen kaum entrinnen, weder im privaten noch im öffentlichen Raum. Musikvideos sind in der arabischen Welt allgegenwärtig. Die meisten werden im Libanon produziert und über die transnationalen arabischen Satellitensender ausgestrahlt, allen voran dem saudischen Rotana Music. Gesungen wird meist im ägyptischen Dialekt, steht doch Ägypten nach wie vor für die große arabische Unterhaltungsindustrie.

Haifa Wehbe gehört derzeit zu den Megastars unter den Sängerinnen, ihre zahlreichen Schönheitsoperationen bieten endlos Stoff für Klatsch, Tratsch und Witze. Wehbes Videoclips, produziert von Haifa Wehbe Productions und Rotana Music, erinnern mitunter an den Schulmädchenreport und sind recht repräsentativ für die Video-Massenware.
Nadine Labaki, hierzulande als Regisseurin und Hauptdarstellerin des Spielfilms Caramel bekannt, gehört zu den Topstars unter den MusikvideoregisseurInnen. Sie ist vor allem mit den Clips für Pop Star Nancy Ajram, die manchen als arabische Britney Spears gilt, bekannt geworden. Ihre Videos gelten als künstlerisch wertvoller als der Mainstream, erzählt sie doch kleine Geschichten.

In arabischen Videoclips verführen Frauen, weinen, morden oder ironisieren die Herrschenden. Anhand von zahlreichen Beispielen gibt Irit Neidhardt – Autorin, Produzentin und Verleiherin von Filmen aus dem Nahen Osten (mec film Verleih) – einen Einblick in die Klang- und Bilderwelten arabischer Musikvideos, blickt hinter die Kulissen der Produktion und hinterfragt Medienklischees von Frauen in der arabischen Welt und im Islam.

Termin: Sonntag 17.04.2011, 14 Uhr, Kino im U, Leonie-Reygers-Terrasse 2, Dortmund