Ausschreibung einer künstlerischen Recherche-Residenz

„35-Stunden-Woche ist das Ziel, Teil 2“ (R: R. Schenkmann-Raguse) © Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets / Interkultur Ruhr

Ruhrgebiet in Bewegung: Fasia Jansen. Ausschreibung einer künstlerischen Recherche-Residenz Mai 2020 - Juni 2020 vom vom Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln und Interkultur Ruhr.

Die Liedermacherin Fasia Jansen hat von den 70er Jahren bis in die späten 90er von ihrem Wohnort Oberhausen aus Arbeiter*innenkämpfe, Frauen*bewegungen und (anti-faschistische) Friedensarbeit im gesamten Ruhrgebiet, aber auch in Deutschland und weit über dessen Landesgrenzen hinaus unterstützt.

Die eingängigen Protestlieder der in den 1929 in Hamburg geborenen Musikerin wurden zur motivierenden Parole von Versammlungen, Märschen und Kundgebungen. Jansen engagierte sich für den Erhalt von Bergarbeiter*innensiedlungen und machte kritische Bildungsarbeit für Schüler*innen. Mit ihrer Gitarre legte sie tausende Kilometer auf unzähligen Friedensmärschen zurück, die sie nicht nur musikalisch begleitete, sondern die sie auch politisch weiter entwickelte.

Als eine wichtige Akteurin in der Geschichte der Proteste und sozialen Bewegungen im Ruhrgebiet, aber auch in globalen Widerstandskämpfen und eine besondere Figur im Kontext Schwarzer deutscher Erinnerungskultur, verdient Fasia Jansen heute mehr denn je unsere Aufmerksamkeit. Mit der Ausschreibung einer zweimonatigen künstlerischen Residenz wollen das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln und Interkultur Ruhr Künstlerinnen dazu einladen, Fasia Jansens Werk und Wirken weiter zu erforschen.

Den Anstoß zu dieser Auftakt-Residenz gab das 2018 von Interkultur Ruhr initiierte Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets. Dort finden sich in den Filmbeständen von Rita Schenkmann-Raguse und Pat Walbersdorf, die als “Hoesch-Frauen” intensiv in Dortmunder Arbeitskämpfe eingebunden waren, Spuren von Fasia Jansen und ihrer Bewegungsarbeit in der östlichen Ruhrgebietsstadt. Von diesen Amateur* innenfilmen und den erzählten Erinnerungen ihrer Archivar*innen ausgehend, bietet die Residenz Möglichkeit, in die zahlreichen Archive des Ruhrgebiets und dessen reiche Bewegungsgeschichten einzutauchen.

Die Residenz soll in zwei einzelnen Monaten im Herbst 2020 und im Frühjahr 2021 in Dortmund und Oberhausen stattfinden. Die Künstlerin erhält 1000,00 € pro Residenzmonat, eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr und eine Unterkunft. Eine fertige Arbeit wird nicht erfordert, geplant ist aber eine Materialschau der Recherche im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln im April 2021 in Dortmund.

Eingeladen zur Bewerbung sind Filmemacherinnen und Künstlerinnen aus der Region und darüber hinaus. Deutschkenntnisse sind für die Materialsichtung erforderlich. Die Bewerbung sollte als PDF bis zum 30. Juni 2020 bei residency@frauenfilmfestival.eu eingehen. Darin enthalten sollten sein:

1. Name + Anschrift
2. Kurzes CV
3. Motivationsschreiben, maximal 1000 Wörter
4. Portfolio mit exemplarischen künstlerischen Arbeiten

Download Aussschreibung

Initiatorinnen:
IFFF Dortmund | Köln
Interkultur Ruhr 

Gastgeber*innen
kitev - Kultur im Turm e.V.
Künstlerhaus Dortmund



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