»ifs-Begegnung« Gender & Diversity

Der zweite Anschlag (R: Mala Reinhardt)

Gemeinsam mit der ifs internationale filmschule köln laden wir am 20. November zur Reihe »ifs-Begegnung« Gender & Diversity ein. Um die Diskussion im Kulturbereich und an den Filmhochschulen zum Thema Gender und Diversität anzuregen, zeigen wir gemeinsam mit der ifs ganzjährig eine Reihe ausgewählter Spiel- und Dokumentarfilme sowie experimentelle Arbeiten und stellen deren Macher*innen im Gespräch vor.

DER ZWEITE ANSCHLAG war bei unserem diesjährigen Festival ein zentraler Film - den wir jetzt als Kölner Premiere präsentieren. Er dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen rassistischer Gewalt: Ibrahim Arslan schildert seine Erinnerungen an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992, den er selbst als Kind nur knapp überlebte. Heute sagt er, seine Familie habe nicht nur einen, sondern zwei Anschläge erlitten. Kurz nach dem eigentlichen Anschlag wurden die Arslans ein zweites Mal zum Ziel von Attacken aus Medien, Politik und Gesellschaft. Osman Tak.prü erzählt von dem Mord an seinem Bruder, den der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) 2001 in Hamburg beging. Mai Phuong Kollath wohnte selbst in Rostock-Lichtenhagen, als dort unter dem Beifall hunderter Schaulustiger das Sonnenblumenhaus von Neonazis in Brand gesteckt wurde. –

Die Protagonist*innen des Films mussten erleben, wie sich Polizei, Politik und Medien danach von Vorurteilen zu falschen Schlüssen verleiten ließen. Angesichts anhaltender rassistischer Ausschreitungen treten Mai Phuong, Ibrahim und Osman für eine lückenlose Aufklärung ein. Es entsteht ein Netzwerk von Menschen, die ähnliches erlebt haben. DER ZWEITE ANSCHLAG gibt Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus.

Die Kölner Premiere von DER ZWEITE ANSCHLAG nimmt in der Reihe »ifs-Begegnung« Gender & Diversity eine ganz besondere Rolle ein, denn Köln war 2017 Gastort des ersten Tribunals der bundesweiten Aktionsbündnis »NSU-Komplex Auflösen«. Einige Veranstaltungen fanden im Schauspiel Köln und in der ifs statt.

Mala Reinhardt studierte Ethnologie in Köln. Ihr erster Dokumentarfi lm RUPA lief auf verschiedenen internationalen Filmfestivals. 2017 begann sie ihr Masterstudium Regie an der Filmuniversität Babelsberg. Der Fotograf und Filmemacher Patrick Lohse nutzt dokumentarische Ausgangspunkte für die Entwicklung künstlerischer Arbeiten. Im Fokus der letzten Jahre stand die Beschäftigung mit Strafe und Gefängnis sowie rechter Gewalt in der BRD.

Eine Veranstaltung der ifs internationale filmschule köln in Kooperation mit dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln

DER ZWEITE ANSCHLAG (Dokumentarfilm, D 2018, Buch/Regie: Mala Reinhardt, 62 Min., OmeU)
Mittwoch, 20. November 2019, 19 Uhr, Filmforum NRW / Kino im Museum Ludwig, Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln
Im Anschluss: Gespräch mit Mala Reinhardt, Patrick Lohse und Peter Bach 
Moderation: Dr. Maxa Zoller, Leiterin IFFF Dortmund | Köln 
--Eintritt frei --
Die Reservierung von Karten ist nicht möglich.
Informationen unter info  @  filmschule.de oder 0221 920188-230. ifs-Begegnung« Gender & Diversity



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