I Cannibali

Italien 1969, Spielfilm, 88' | Regie Liliana Cavani | Buch Liliana Cavani, Italo Moscati, Fabrizio Onofri | Bildgestaltung Giulio Albonico | Schnitt Nino Baragli | Musik Ennio Morricone | Produktion Doria, San Marco Film

Synopsis
I Cannibali ist eine zeitgenössische Antigone-Adaption im Breitwandformat. Der Film versetzt den Faschismus in die Gegenwart, Mailand ist das Zentrum eines totalitären Staates. In den Straßen, U-Bahnen und auf den Plätzen liegen unzählige Leichen. Passanten gehen vorüber oder steigen über sie hinweg, so als hätten sie nichts zu bedeuten. Die Toten sind Opfer eines gescheiterten Aufstandes und Drohung für dessen Sympathisanten: Es ist aufs Strengste verboten, sich um sie zu kümmern ... Ein junger Mann wird am Meeresufer angespült. Niemand versteht ihn, denn er spricht eine unbekannte Sprache. In einer Bar trifft er Antigone, eine jungen Frau aus der Oberschicht, die unter den Leichen ihren Bruder sucht. Zusammen beginnen sie, die Toten mit dem Auto aus der Stadt zu schaffen und sie zu beerdigen.

 

Biographie
Die italienische Drehbuchautorin und Regisseurin LILIANA CAVANI wurde 1933 geboren. Sie studierte Literatur und Linguistik an der Universität Bologna. Schon zu dieser Zeit war sie aktiv im dortigen Filmclub tätig. Nach ihrer Promotion in Linguistik belegte sie 1960 den Regiekurs an der Filmakademie Rom. Zwischen 1962 und 1965 arbeitete sie für das italienische Fernsehen RAI und drehte mehrere Dokumentarfilme. Ihr Beitrag Philippe Petain – Processo a Vichy erhielt 1965 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig eine Auszeichnung als beste Fernsehproduktion. 1966 wechselte sie zum Kino und debütierte mit Francesco d'Assisi. Weltweites Aufsehen erregte sie 1974 mit ihrem Film Il portiere di notte (Der Nachtportier) über die sexuelle Beziehung einer ehemaligen KZ-Insassin zu ihrem SS-Peiniger. Der Film wurde nach gerichtlichen Auseinandersetzungen schließlich zum Kunstwerk erklärt und ohne Schnitte freigegeben.

Liliana Cavani
Italien
1969
Spielfilm
2009
Fokus: Freiheit