Raw

Frankreich/Belgien 2016, 98', Spielfilm
Regie
Julia Ducournau
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Synopsis

Die überdurchschnittlich begabte Justine (Garance Marillier) will wie alle in ihrer Familie Tierärztin werden. Bei einem grausamen Aufnahmeritual an der Veterinärsschule wird die strikte Vegetarierin gezwungen, rohes Fleisch zu essen. Doch dies hat gefährliche Konsequenzen, die Justine mit ihrem wahren Ich konfrontieren. Sie entwickelt eine unstillbare Lust auf Fleisch, die ihr Leben für immer verändert.

Raw ist ein Film über das Erwachsenwerden, über institutionellen Leistungsdruck und soziale Aggressionen, über die Entdeckung des Körpers und das sexuelle Erwachen eines verstörten Teenagers, der sich in all dem zurechtfinden und behaupten muss. Um diese Comingof Age-Verwirrungen bildgewaltig in Szene zu setzen, bedient sich Julia Ducournau in ihrem beeindruckenden Debüt Elementen des Horrorgenres. Im Kannibalismus findet die Regisseurin ein radikales Bild, um von einer jungen Frau zu erzählen, deren Körper sich verselbständigt. Dabei ist Ducournau vor allem an den anthropologischen und moralischen Aspekten des Kannibalismus interessiert, an der Frage etwa, was das Menschsein überhaupt definiert. Sie selbst sieht ihren Film vor allem als Coming-of-Age-Erzählung über die persönliche Entwicklung ihrer jungen Protagonistin und deren Erfahrungen von Ausgrenzung und Einsamkeit. Mit Garance Marillier als Justine findet sie eine kongeniale Besetzung, der die Darstellung der feinen Balance zwischen Isolation und Angst vor dem eigenen Körper sowie der erwachenden Lust gelingt. Selten wurde das Erwachsenwerden so angemessen verstörend filmisch umgesetzt. Raw wurde auf internationalen Festivals gefeiert und in Cannes mit dem FIPRESCI Award ausgezeichnet. (SH)


Julia Ducournau
Frankreich/Belgien
2016
Spielfilm
2019
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