Das melancholische Mädchen

Deutschland 2019, 80', Spielfilm
Regie
Susanne Heinrich
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Synopsis

»Wie bin ich all das geworden, was ich nie werden wollte?«
Das melancholische Mädchen

Eine junge Frau driftet auf der Suche nach einem Schlafplatz durch die Großstadt und begegnet dabei allerlei kuriosen Vertreter*innen unserer neoliberalen Wahnsinnswelt. Junge Mütter, die ihre neue Rolle als quasi-religiöses Erweckungserlebnis feiern, spirituelle Selbsterfahrungsgruppen, die die Auflösung jeglicher körperlicher und geistiger Grenzen feiern, Existentialisten, die nicht mit ihr schlafen wollen, und jede Menge anderer Männer, die unbedingt mit ihr schlafen wollen.

Stellvertretend für all die orientierungslosen Thirtysomethings, die auf der Suche nach ihrem Platz in der Welt in Traurigkeit versinken und einen Ausweg lediglich in Fortpflanzung oder Selbsthilfekursen erkennen, erscheint das melancholische Mädchen als Symptomträger*in und Kämpfer*in zugleich. Zwischen Zynismus und Aufbegehren oszilliert ihre Haltung, mit der sie dem neuen Biedermeier ebenso begegnet wie der Diktatur der Selbstverwirklichung. In pastellig-poppigen Settings und Szenenbildern angesiedelt, entsteht zwischen der rosa-türkisen Ausstattung, den emotional erkalteten philosophischen Dialogen und der häufigen Nacktheit der Darsteller*innen eine interessante Diskrepanz, vergleichbar mit Werken von Filmemacher*innen des neuen griechischen Kinos wie Yorgos Lanthimos und Athina Rachel Tsangari. Als Alternative zum grassierenden Authentizitätskult bietet Das melancholische Mädchen jede Menge Künstlichkeit und Humor als Kampfmittel, um wieder in Aktion treten zu können. (MS)

Susanne Heinrich
Deutschland
2019
Spielfilm
2019
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