Fokus

Rund 120 aktuelle und historische Filme, Performances und Diskussionen stehen auf dem Programm des Internationalen Frauenfilmfestivals 2019 in Dortmund. Zu den unterschiedlichen Veranstaltungen werden zahlreiche Gäste aus der deutschen und internationalen Filmbranche erwartet.

Der Fokus befasst sich mit den Themenkreisen der Mimikry, der Mimese und der Camouflage, kurz des Sich-Unsichtbarmachens Kraft der Nachahmung.

Ob diese Existenzweise aufgezwungen oder freiwillig gewählt wurde – wohlmöglich ein bisschen von beidem -, diese grundsätzliche Frage wird das Festival in verschiedenster Weise auffächern. Historische Schätze, wiedergefundene Klassiker und neueste Filme aller Genres, allen voran der Animations- und Fantasyfilm, werden das Thema für ein breites Publikum attraktiv gestalten – denn das Festival geht mit komplexen Fragestellungen vermeintliche Identitätsparadoxen, unterschiedliche Gesellschaftskulturen, neue Filmformen und unerforschte Filmgeschichte spielerisch an.

"Authentizität gibt es nicht", so Maxa Zoller, die neue Leiterin des Festivals. Anstatt einer Gegenüberstellung von 'Original' und 'Kopie' stellt das Festival Bilder unendlicher Variationen vor, in dem das Umfeld mit dem Subjekt verschmilzt und umgekehrt.

Relevanz findet das Thema in der sozial-politischen Realität Deutschlands. Auch (über)regionale Traditionen wie der Karneval bilden einen wichtigen Filmfokus des Festivals, denn im Karneval wird das exzessive Nachahmen von Wunsch-oder Angstbildern zur rituellen Katharsis. "Ein eher undeutsches Thema", findet Zoller, soll dem nationalen Authentizitätsglauben einen Strich durch die Rechnung machen und Zwischenräume für Anderes öffnen.