Die Filme

Draußen
R: Tama Tobias-Macht, Johanna Sunder-Plassmann, 2018, (c) Thekla Ehling

Panorama Langfilme

A Woman Captured
R: Bernadett Tuza-Ritter, HU/DE 2017, 89', OmU, NRW Premiere
Seit über zehn Jahren lebt Marish als moderne Haussklavin bei einer wohlhabenden Familie. Tagsüber putzt, kocht, wäscht sie. Daneben arbeitet sie in einer Fabrik. Das Geld, das sie dort verdient, muss sie abgeben. Eigenes Geld hat sie nicht. Was bleibt sind Zigaretten und ein Schlafplatz auf dem Sofa. Durch die Begegnung mit der Filmemacherin beginnt Marish vorsichtig, ihre Abhängigkeit zu hinterfragen.
A Woman Captured wurde von der Kölner CORSO FILM koproduziert.
Filmgespräch mit der Regisseurin Bernadett Tuza-Ritter.
Mi, 25.04., 18.30 Uhr, Odeon, Tickets

Die neuen Kinder von Golzow
R: Simone Catharina Gaul, DE 2017, 90', OmU
Dem Filmdorf Golzow gehen die Kinder aus. Um die Grundschule vor der Schließung zu retten, nimmt der Bürgermeister zwei syrische Flüchtlingsfamilien auf. Die neuen Kinder von Golzow lernen Deutsch und Angeln, ihre Eltern schließen Freundschaften im Schrebergarten – ein gelungenes Integrationsexperiment in der ostdeutschen Provinz?
Filmgespräch mit der Regisseurin Simone Catharina Gaul.
So, 29.04., 13.30 Uhr, Odeon, Tickets

draußen
R: Tama Tobias-Macht, Johanna Sunder-Plassmann, DE 2018, 80‘, OmeU
Wie richtet man sich ein, wenn man auf der Straße lebt? Über ihre persönlichen Besitztümer nähert sich der Film vier Obdachlosen in Köln. Fragmente ihrer Lebensgeschichten blitzen auf, Habseligkeiten verdichten sich zu Installationen – Stillleben einer erfindungsreichen Ordnung außerhalb der Gesellschaft.
Die Regisseurinnen sind Absolventinnen der KHM, für die Bildgestaltung zeichnet KHM-Professorin Sophie Maintigneux verantwortlich, produziert hat die Kölner unafilm.
Filmgespräch mit der Regisseurin Tama Tobias-Macht.
Di, 24.04., 19.30 Uhr, Odeon (Eröffnung), Tickets
Do, 26.04., 11.15 Uhr, Filmforum (Schulfilmprogramm)
Do, 26.04., 16 Uhr, Odeon, Tickets
Do, 26.04., 19.30 Uhr, Kino im U, Dortmund

El Pacto de Adriana
R: Lissette Orozco, CL 2017, 96', OmeU, dt. UT
Bei einem Familienbesuch in Chile wird Adriana, die Lieblingstante der Filmemacherin verhaftet. Der Grund: Sie soll für Pinochets berüchtigte Geheimpolizei DINA gearbeitet haben. Während Adriana die Vorwürfe bestreitet, greift ihre Nichte zur Kamera und beginnt nachzuforschen. Ein gewagter Spagat zwischen familiärer Bindung und politischer Verantwortung.
Sa, 28.04., 18.15 Uhr, Filmforum, Tickets

Im freien Fall
R: Susanne Schüle & Elena Levina, DE 2017, 89', OmU
Im freien Fall befindet sich Familie Urmatov. Einst angesehene Hirten im Altaigebirge, sind das für Sohn Boris und Tochter Marina – mehr als fünf Jahrzehnte später – nur noch Erinnerungen. Als eines Nachts radioaktiver Weltraumschrott in ihrem Garten aufschlägt, fordern die Geschwister Schadenersatz.
Filmgespräch mit der Regisseurin Elena Levina.
In Kooperation mit oikocredit.
Sa, 28.04., 18 Uhr Kino im U, Dortmund
So, 29.04., 16 Uhr, Filmpalette, Tickets

Nico, 1988
R: Susanna Nicchiarelli, IT/BE 2017, 93', OmU
Der Film konzentriert sich auf die letzten beiden Lebensjahre der legendären Schauspielerin und Sängerin Nico (als Christa Päffgen 1938 in Köln geboren). Das Biopic folgt der ehemaligen Velvet Underground Performerin bei Auftritten – gelegentlich phänomenal, manchmal peinlich – und während sie versucht, eine Verbindung zu ihrem selbstmordgefährdeten Sohn aufzubauen. Nico (gespielt von Trine Dyrholm) ist hart, aber auch verletzlich; gelegentlich bedauerlich, aber niemals erbärmlich. Sie ist nicht sympathisch – und dennoch ist Empathie für diese Frau unvermeidlich, die dort weitermacht, wo andere vor langer Zeit aufgehört hätten.
Susanna Nicchiarelli ist Preisträgerin unseres Debüt-Spielfilmwettbewerbs 2010.
Fr, 27.04., 20 Uhr, Kino im U, Dortmund
Sa, 28.04., 20.30 Uhr Filmforum, Tickets

Parallel Planes
R: Nicole Wegner, DE 2017, 100', OmU
Hommage an den vielfältigen US-amerikanischen Do-It-Yourself-Underground im musikalischen Umfeld von Hardcore, Noise, Nowave und Improv. Greg Saunier von Deerhoof, Ian MacKaye von Minor Threat oder Jenny Hoyston von Erase Errata stellen sich Fragen nach dem Sinn ihres Schaffens und den Motiven dahinter. Die Kölner KHM-Absolventin Nicole Wegner thematisiert prekäre Arbeitsverhältnisse und Fragen von Selbstermächtigung und Widerstand.
Filmgespräch mit der Regisseurin Nicole Wegner.
Im Anschluss: Konzert mit der Kölner Band UMMN
Do, 26.04., 20.30 Uhr, Altes Pfandhaus, Tickets

Those Who Remain
R: Eliane Raheb, LB / AE 2016, 95', OmeU, dt. eingespr.
Haykal ist ein christlicher Bauer, der in der Bergregion Libanons an der Grenze zu Syrien lebt. In dieser politisch und wirtschaftlich angespannten Region errichtet er eine Farm und ein Restaurant. Er hat das Gefühl mehr denn je bleiben zu müssen, verteidigt seine Ko-Existenz mit den eigenen Händen, die niemals zu müde sind, um zu arbeiten.
Filmgespräch mit der Regisseurin Eliane Raheb.
Sa, 28.04., 21.30 Uhr, Filmpalette, Tickets

Waldheims Walzer
R: Ruth Beckermann, AT 2018, 93', OmeU
Es ist lange her: Die Staatsaffäre um den Bundespräsidenten Kurt Waldheim, die Österreich im Jahr 1986 mit dessen Rolle im Nationalsozialismus konfrontierte. Der Mythos vom „ersten Opfer der Nazis“ war fest verankert. „Wir waren anständig“, ruft Waldheim den Massen auf dem Stephansplatz zu und erntet begeisterten Applaus. Daneben zeigt der Film, wie sich der mediale Diskurs verschiebt, wie es auf ähnliche Weise nun in Österreich und auch in Deutschland zu beobachten.
Sa, 27.04., 17 Uhr, Filmpalette, Tickets


Die Vorfilme

After/Life
R: Puck Lo, USA 2018, 15’, OmeU
So, 29.04., 13.30 Uhr, Odeon (vor: Die neuen Kinder von Golzow)

What Time Is Love
R: Anna Franceschini, IT/NL/DE 2017, 12', oW
Do, 26.04., 16 Uhr, Odeon (vor: draußen)


Lange Filmnacht


Kurzfilmprogramm im Panorama

Do, 26.04., 22.15 Uhr, Odeon, Tickets

Bananaland
R: Loukia Alavanou, GR 2017, 17', OFe, dt. engespr.
Der Film untersucht die Folgen der Anwendung toxischer Pestizide in Anbaugegenden, die von indigenen Stämmen bewohnt werden. Die Politik hegemonialer westlicher Mächte wird dabei als eine Art „toxischer Kolonialismus“ wahrgenommen, der weit über die schlichte Umweltverschmutzung hinausgeht.
Filmgespräch mit der Regisseurin Loukia Alavanou.

House of Women
R: Michelle Williams Gamaker, GB 2017, 14', OFe, dt. eingespr.
1946 fand ein Vorsprechen für die Filmrolle der stummen Tänzerin Kanchi in Black Narcissus statt und 1947 ging die begehrte Rolle schließlich an die siebzehnjährige weiße Jean Simmons. Um die Rolle zu erfüllen, musste die englische Schauspielerin ein dunkles Make-up tragen und ein Juwel in ihrer Nase, um die exotische Verführerin zu verkörpern. Im Spannungsfeld von Konstruktion und Illusion werden die Diskrepanzen in der Repräsentation untersucht, die eine kontrollierte Vision des Britisch-Indischen zeigt.

Poor People Relax Me
R: Clara Winter, Miguel Ferráez, DE/MX 2017, 42', OmU
A will B, aber dann passiert C und dann D. Der Hauptcharakter ist die Filmemacherin selbst und was sie will, ist eine gute Künstlerin zu sein. Aber dann passiert Mexiko. Sie realisiert, dass sie mit ihren wenigen Euros in Mexiko eigentlich ziemlich reich ist. Hin- und hergerissen zwischen Selbstreflektion und Selbstironie, kommt ihr Bild vom Künstlerinnendasein ins Schlittern.