Meine glückliche Familie | Chemi bednieri ojakhi

Deutschland/Georgien/Frankreich 2017, 120‘, Spielfilm
Regie
Nana & Simon
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Synopsis

Am Abend ihres zweiundfünfzigsten Geburtstags offenbart die georgische Literaturlehrerin Manana ihrer Familie, dass sie auszieht. Nach dreißig Jahren Ehe und Familientrubel in einer Dreizimmerwohnung, zusammen mit ihrem Mann Soso, den Eltern, zwei Kindern und einem Schwiegersohn – die erst ungläubig, dann geschockt auf ihren Entschluss reagieren. So sympathisch das wuselige Treiben der Großfamilie auf engstem Raum inszeniert ist – klaustrophobische Gefühle kommen hier nicht erst zu dem Zeitpunkt auf, als Manana unter Rechtfertigungsdruck buchstäblich in die Ecke gedrängt wird. Während die Verwandtschaft Mananas Entscheidung, ihr Zuhause zu verlassen, zunächst mit energisch vertretenem Unverständnis begegnet, wird das Publikum von Beginn an auch auf die andere Seite der Konfliktlinie gezogen – weniger auf sprachlich- argumentativer Ebene als durch eine liebevolle und phasenweise durch- aus Partei ergreifende Kamera und Mise-en-Scène.

Der Film scheint von der ersten Szene an dem Geist von Virginia Woolfs Ein Zimmer für sich allein verpflichtet. Und so verkehrt sich die im Plot angelegte Frage nach den Gründen für Mananas Verhalten für die Betrachter*innen immer wieder in ihr Gegenteil: Warum sollte Manana überhaupt irgendetwas anderes wollen, als allein vor rauschenden Blättern am geöffneten Balkonfenster zu sitzen, Sahnetorte zu essen und auf ihrer Gitarre melancholische georgische Lieder zu spielen?

Fokus: IN CONTROL... of the situation / Alles unter Kontrolle

Nana & Simon
Deutschland/Georgien/Frankreich
2017
Spielfilm
2017
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