No Home Movie

Belgien/Frankreich 2015, 115', Essayfilm
Regie
Chantal Akerman
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Synopsis

"Ich bin keine feministische Filmemacherin. Ich bin Feministin – und Filmemacherin. Ich bin aber auch jüdisch. Geboren in Brüssel. Und lesbisch. Und nichtlesbisch. Und Jahrgang 1950. Ich bin so viele Dinge. Es gibt immerhin Schlimmeres, als eine radikale Künstlerin genannt zu werden, jedenfalls ist mir diese Bezeichnung lieber als ›feministische‹ oder ›jüdische Filmemacherin‹. Ich hasse es übrigens, zu schwul-lesbischen Festivals zu fahren – jüdische oder Frauenfilmfeste besuche ich manchmal, aber das ist alles bloß Klassifikation. Die Dinge sind komplexer."
Chantal Akerman (zitiert nach Stefan Grissemann "Die Wahrheit des Augenblicks", in: kolik.film, Sonderheft 24 / Oktober 2015)

"[No Home Movie] ist vor allem ein Film über meine Mutter, die nicht mehr lebt. Über eine Frau, die 1938 nach Belgien kam, nachdem sie vor den Pogromen und der Misshandlung aus Polen geflohen war. Wir sehen sie nur in ihrer Wohnung, sonst nirgends. Einer Wohnung in Brüssel. [...] Der Film beginnt mit einem windgepeitschten Baum in der Wüste. Die Einstellung dauert ewig. So habe ich es empfunden, statisch, wie einen Anfang – ein Standbild, aber voller Bewegung, Tosen und Heulen. Es scheint, als würde es niemals enden, aber dann endet es doch. Eine Szene ohne Sonne, mit grauem, diffusem Licht, ohne Kontraste, beigem Licht. Darauf folgt eine sonnige Szene in einem Park in Brüssel, die gewiss im Frühling gedreht wurde, wenn das Gras so leuchtend grün ist, dass es dich blendet. Im Vordergrund ein alter Mann in Rückansicht, der auf einer Parkbank sitzt. Das Grün war nötig nach all dem Sand, die Ruhe nach dem Sturm ein Bedürfnis. Und genau so ist der Film auch geschnitten: Die Szenen sollen keine Informationen vermitteln, sie funktionieren emotional, indem sie die Zuschauer _innen bewegen, berühren. Die Handlung schreitet in winzigen Schritten voran, in etwa so wie wir diese Brüsseler Wohnung betreten, in der sich eine Frau mit der zerbrechlichen Anmut einer Person bewegt, die versucht, auf schwankendem Boden die Balance zu halten. Eine Frau, die sich nicht gehen lässt …"
Chantal Akerman

Panorama

Chantal Akerman
Belgien/Frankreich
2015
Essayfilm
2016
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