Woman See Lot of Things

Niederlande 2006, Dokumentarfilm, 63' | Regie, Buch, Ton, Musik Meira Asher | Bildgestaltung Flashkes Hila | Schnitt Patrick Janssen

Synopsis

Drei ehemalige Kindersoldatinnen in Sierra Leone und Liberia. Anita, freiwillige Kämpferin und Krankenschwester in der Armee, griff zu den Waffen als ihr Vater und ihre Schwester im Kampf starben. Mahade und Chris dagegen wurden, wie so viele, entführt in Trainingscamps geschleift, vergewaltigt und zum Töten gezwungen. Der Krieg lässt sie nicht mehr los, die Erinnerung an Leid und Brutalität will nicht verblassen.
Chris geht noch in die Grundschule, als sie 1998 von Rebellen der Vereinten Revolutionären Front (RUF) vergewaltigt und verschleppt wird. Der Befehlshaber nimmt sie zur "Ehefrau", sie bekommt ein Kind. Als Soldatin schnitt sie einer Schwangeren bei lebendigem Leib den Fötus aus dem Bauch, um ihren Vorgesetzten zufrieden zu stellen. "Op stampin stomach" nannten sie das. Ein immer wieder kehrender Alptraum.
Die Kindersoldatinnen, die die Hölle überlebten, wurden mit ihren "Rebellen-Babies" zumeist von der Bevölkerung und teilweise auch von den eigenen Eltern verstoßen. Chris fand nach ihrer Flucht mit ihrem Sohn Unterschlupf bei zwei Witwen und geht wieder zur Schule. Hilfsschwester Anita will ein Heim für Kriegswaisen gründen. Mahade schlägt sich als Prostituierte durch.

In dem experimentellen Dokumentarfilm WOMAN SEE LOT OF THINGS nähern sich Chris, Anita und Mahade in Erzählungen, gespielten und animierten Szenen ihrer dunklen Vergangenheit als Opfer und Täterinnen an. Sie schildern, wie sie dazu kamen zu foltern und zu töten, versuchen das Unbeschreibbare zu beschreiben. Dabei bedient sich die Regisseurin Meira Asher, sowohl auf der Bild- als auch auf der Tonebene, einer für das Genre außergewöhnlichen Ästhetik.

Biographie

Die in den Niederlanden lebende Musikerin, Performance-Künstlerin und Filmemacherin MEIRA ASHER wurde 1964 in Tel Aviv geboren. Sie studierte Musik, Gesang und Tanz, unter anderem in Indien und Ghana. Am "California Institute of the Arts Los Angeles" erwarb sie Abschlüsse in Percussion und Interdisziplinärer Kunst. 2001 gründete sie mit dem Bild- und Tonkünstler Guy Harries die "bodylab art foundation" in Den Haag, um interdisziplinäre Kunstprojekte zu fördern. 2002 machte sie am "Koninklijk Conservatorium Den Haag" einen Master in Sonology. Neben ihren künstlerischen Aktivitäten gibt sie Musik-Workshops für Kinder und Erwachsene.

Meira Asher
Niederlande
2006
Dokumentarfilm
2008
Panorama