Wir können nicht den hellen Himmel träumen

Deutschland/Österreich 2014, 93’, Dokumentarfilm
Regie
Carmen Tartarotti
Kontakt
Carmen Tartarotti | www.carmen-tartarotti.de

 

Synopsis

Ein Frauenkloster in Südtirol, in dem nur noch zwei Nonnen leben: Schwester Angelika und Schwester Benvenuta. Als die beiden Bauerntöchter vor 50 Jahren dem Orden der Dominikanerinnen in Maria Steinach beitraten, lebten 18 Frauen im Kloster und es hat geheißen: »Wenn noch eine kommt, muss sie warten, bis eine andere stirbt«. Heute hingegen stehen die meisten Zellen leer.


»Jetzt tun wir selber alle Ämter!« Unter diesem Motto schwirren die beiden durch alle Gänge und halten sogar die leeren Zellen sauber. Schwester Angelika läuft mehrmals am Tag von einem Stockwerk ins andere, läutet die Glocke, zieht das mechanische Uhrwerk auf, säubert Altar und Klosterkirche, macht die Gartenarbeit und putzt dreimal im Jahr die 114 Fenster. Schwester Benvenutas Arbeitsfeld ist die Küche. Das Ritual des gemeinsamen Betens würden sie niemals vernachlässigen. Körperliche Beschwerden und Unfälle haben dazu geführt, dass mal die eine, mal die andere für längere Zeit im Krankenhaus lag. Selbst nach schweren Operationen haben sie sich keine Schonung gegönnt. Da sie wissen, dass ihre Zukunft an einem seidenen Faden hängt, liefern sie sich ständig Beweise, dass es weitergeht.

Die Schwestern Angelika und Benvenuta sind keine vergeistigten Klosterfrauen. Das Wirtschaften liegt ihnen in Fleisch und Blut. All die Dinge, die sie schon so lange Zeit umgeben, gehören zu ihnen. Jeder Topf, jeder Apfel, jeder Stein, jedes Fenster, jeder Stoff, jede Kirchenbank. Alles wird beachtet: Hühner, Katzen, Vögel, Obst, Gemüse. Die Klosterschwestern von Maria Steinach sind liebenswerte und zugleich etwas störrische Heldinnen. Sie dienen ihrem Kloster und sie herrschen in ihm. Und obwohl sie gemeinsam mit dem Kloster in eine ungewisse Zukunft gehen, sind sie nicht verbittert, sondern frei.

Carmen Tartarotti
Deutschland/Österreich
2014
Dokumentarfilm
2015
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