Warum ist Frau B. glücklich?

Deutschland 1968, 43', Dokumentarfilm
Regie
Erika Runge
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WDR | www.wdr.de

 

Synopsis

»Unser Wirtschaftswunder ist vor unserer Tür stehen geblieben in Bezug auf unser Treppenhaus.«
Maria B. aus Duisburg-Beeckerwerth


In diesem Film erzählt Maria B. ihre Geschichte, die Geschichte einer Bergarbeiterfrau im Ruhrgebiet, die gleichzeitig die Geschichte von vierzig Jahren Arbeiterleben in Deutschland umfasst. 1928 Heirat. Verheiratet sein, eine Wohnung finden und Mutter werden, scheinen ihr das größte Glück. Doch der Mann wird arbeitslos, Hunger, Elend und Ausweglosigkeit gefährden ihre Hoffnungen. 1933 Machtübernahme der Nazis. Die alten Träume scheinen Wirklichkeit werden zu können: Es gibt wieder Arbeit, ein bescheidener Wohlstand zieht ein. Meldungen über Verhaftungen will Maria B. nicht wahrhaben, die Meinung ihres Mannes, dass es zu einem Krieg kommen könne, lehnt sie ab. Ihr kleines Glück soll durch nichts in Frage gestellt werden. 1939 erste Anzeichen einer Bergarbeiterkrankheit bei ihrem Mann, er verdient fast nichts – und Maria B. erwartet ihr drittes Kind. Hier – zum ersten Mal – bekommt sie eine neue Vorstellung von dem, was Glück
sein kann. Kollegen des Mannes helfen aus: Sie erlebt Glück durch Solidarität.

Nach dem Krieg begreift sie, was für ein Glück es bedeutet, für andere einzutreten, selber Solidarität leisten zu können. Die Bergarbeiterfrauen ziehen zur Zeche, weil der Lohn ausbleibt, und Maria B. steigt auf den Tisch: Sie stellt Forderungen für alle. Der Mann stirbt, einer der Söhne verunglückt tödlich, Maria B., von den Kumpeln »Mutter« genannt, arbeitet als Putzfrau in einem Bergarbeiterwohnheim. Doch 1968, im Zusammenhang mit der ersten großen Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, werden Zechen stillgelegt, Wohnheime geschlossen. Nun ist Maria B. selbst arbeitslos …

Erika Runge in »Frauenfilmbuch der Demokratischen Fraueninitiative München«, 1978

Erika Runge
Deutschland
1968
Dokumentarfilm, Kurzfilm
2015
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