Devils Rope | La corde du diable

Belgien/Frankreich 2014, 88’, Dokumentarfilm
Regie
Sophie Bruneau
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Synopsis

›La corde du diable‹ erzählt die Geschichte eines universellen und scheinbar banalen Gegenstandes: die des Stacheldrahts. Sie reicht zurück zu den ersten Siedlern Nordamerikas, ihrem Eroberungsgeist, der Kontrolle über das Land. Die Genese des kleinen landwirtschaftlichen Hilfsmittels nachvollziehend, legt der Film Stück für Stück auch die Grenzen des Freiheitsmythos’ Amerikas offen: Die Geschichte des Drahtes begleitet auch die des amerikanischen Abschottungswahnsinns.

Dazu streift die Regisseurin Sophie Bruneau in großen Tableaus durch die Weiten des Landes und führt uns die Privatisierung riesiger Gebiete vor Augen. Sie zeigt eine Reihe verschrobener Figuren, Sammler und Hersteller des Materials, die stolz ihr akribisch archiviertes Sammelsurium präsentieren, oder von Innovationen für Militär oder Gefangenenverwahrung zu berichten wissen. Vor dem Hintergrund einer endlosen staubigen Grenzzone zu Mexiko erfahren wir von den zahllosen Flüchtlingen, die die Grenzstädte nie erreichen, weil sie zuvor in dieser Wüste verdursten. Die wenigen Gegenstände, die von ihnen auf diesem Todesmarsch oft erst nach Jahren aufgefunden werden, werden von amerikanischen Behörden archiviert und sind kaum aussagekräftig genug, um einzelne Menschen zu identifizieren. Dann verlässt Bruneau ihre weiten Tableaus und wählt ein wackliges Satellitenbild, das die Flüchtlinge auf ihrem Weg in »God’s own Country« als undefinierbare, kleine Punkte kaum erkennen lässt.

 

 

Sophie Bruneau
Belgien, Frankreich
2014
Dokumentarfilm
2015
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