Verriegelte Zeit

Deutschland 1990, Dokumentarfilm, 93' | Regie, Buch Sibylle Schönemann | Bildgestaltung Thomas Plenert | Schnitt Gudrun Plenert | Ton Ronald Gohlke | Musik Tamás Kahane

Synopsis

Die Regisseurin Sibylle Schönemann gehört zur letzen Regiegeneration der DEFA. Sie beginnt 1980 im Dokumentarfilmstudio zu arbeiten, hat aber kaum Gelegenheit, ihr Talent unter Beweis zu stellen. 1984 stellt die junge Künstlerin einen Ausreiseantrag in die BRD. Sie wird vom Staatssicherheitsdienst verhaftet und im Februar 1985 zu zwölf Monaten Gefängnis verurteilt. Im Juli 1985 erfolgt für sie und ihren Ehemann, den Regisseur Hannes Schönemann, der Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland und die Ausreise nach Hamburg. Nach dem Zusammenbruch der DDR besucht Sibylle Schönemann 1990 den Kongress des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR. Hier ergibt sich die Möglichkeit, gemeinsam mit der DEFA eine Dokumentation über ihre eigene Vergangenheit und die Stationen ihres Weges ins Stasigefängnis herzustellen. Schönemann sucht Zeitzeugen auf, kehrt in ihre Zelle ins Gefängnis zurück, schildert die Ereignisse ihrer Ausweisung. Die Regisseurin sucht nach Gründen für ihre Inhaftierung, fragt, warum Menschen spionierten und Richter verurteilten. Verriegelte Zeit ist ein Lehrstück über menschliches Versagen und die Aufarbeitung jüngster deutscher Vergangenheit und zugleich ein ergreifendes Werk über die Alltäglichkeit der Angst in der DDR.

Biographie

Sibylle Schönemann wurde 1953 in Berlin geboren. Von 1972 bis 1974 war sie als Regieassistentin im DEFA-Studio für Spielfilme beschäftigt. 1974 wurde sie an der Hochschule für Film und Fernsehen angenommen. Nach Abschluss des Studiums arbeitete sie erneut im DEFA-Studio für Spielfilme. Zwischen 1980 bis 1984 war sie Mitglied der Gruppe "Berlin" im Dokumentarfilmstudio. 1985 reist sie nach Hamburg aus. Von 1987 bis 1992 ist die Filmemacherin Dramaturgin und Drehbuchlektorin im Hamburger Filmbüro. Sie berät unter anderem Hark Bohm bei der Produktion seines Films Yasemin (1988) und schreibt das Drehbuch zu Abschied vom Paradies, das 1989 unter der Regie von Tevfik Baser verfilmt wird. Seit 1991 ist Sibylle Schönemann als freie Autorin und Regisseurin für Film und Fernsehen tätig.

Sibylle Schönemann
Deutschland
1990
Dokumentarfilm
2009
Fokus: Freiheit