Pandora’s Box | Pandora'nın Kutusu

Türkei/Frankreich/Deutschland 2008, Spielfilm, 114’ | Regie Yeşim Ustaoğlu | Buch Selma Kaygusuz, Yeşim Ustaoğlu Bildgestaltung Jaques Besse | Schnitt Frank Nakache | Ton Bernd von Bassewitz, Philippe Bluard | Musik Jan-Pierre Mas | Darsteller_innen Tsilla Chelton, Onur Ünsal, Derya Alabora | Produktion Ustaoğlu Film Film Yapım, Silkroad Production, Les Petites Lumières, Stromboli Pictures, The Match Factory | Verleih Kairos Film

»Da begegnen sich zwei auf Augenhöhe, ohne Erinnerung, aber auch ohne Berührungsangst, eine Utopie, kurz gelebt in malerischer Berglandschaft.« Der Tagesspiegel, Berlin

Nusret hat ihr ganzes Leben im Dorf an der Schwarzmeerküste verbracht, ihre drei erwachsenen Kinder sind längst nach Istanbul gezogen. Eines Tages erhalten sie die Nachricht, dass ihre Mutter spurlos verschwunden sei. Nachdem sie realisieren, dass sie an Alzheimer erkrankt ist, beginnt für jedes Familienmitglied eine Zeit des Umbruchs und des Infragestellens der eigenen Lebensweise. Nesrin ist in ihrem Mittelklasse- Dasein gefangen und kann ihren halbwüchsigen Sohn Murat nicht loslassen, der von zu Hause abhaut; Güzin ist erfolgreiche Geschäftsfrau, aber in eine unglückliche Beziehung zu einem verheirateten Mann verstrickt; Mehmet führt als Aussteiger ein zielloses Leben mit zu viel Alkohol und Marihuana und wird von seinen Schwestern verachtet, denen er auf der Tasche liegt. Sie alle haben kaum Zeit für ihre Mutter. Nur ihrem Enkel Murat gelingt es, Zugang zu seiner Großmutter zu finden. »Der Idealismus wird schleichend ersetzt durch Konformismus.«, sagt die Regisseurin und bringt mit ihrem Film ein zentrales Problem moderner Gesellschaften auf den Punkt.

Biografie
Yeşim Ustaoğlu wurde 1962 in Sarıkamıs ̧ im Osten der Türkei geboren und verbrachte einen Teil ihrer Kindheit nahe Georgien am Schwarzen Meer, bevor die Familie nach Istanbul zog. Dort studierte Ustaog ̆lu zunächst Architektur und arbeitete als Architektin, bevor sie zu filmen begann und mit ihrem Spielfilm Günes ̧e Yolculuk (Reise zur Sonne) über 20 internationale Auszeichnungen gewann – darunter den Europäischen Friedenspreis. 2004 feierte ihr Spielfilm Bulutları Beklerken beim Filmfestival in Istanbul Premiere und wurde in Sundance mit dem Filmmakers Award für das Beste Europäische Drehbuch 2003 ausgezeichnet. Ihren größten Erfolg verzeichnete sie 2008 mit Pandora'nın Kutusu, der im spanischen San Sebastián gleich zweimal geehrt wurde.

 

 

Yeşim Ustaoğlu
Türkei/Frankreich/Deutschland
2008
Spielfilm
2014
Fokus: Türkei