For Those Who Can Tell No Tales

Bosnien und Herzegowina 2013, Spielfilm, 72’ | Regie Jasmila Žbanic ́ | Buch Jasmila Žbanic, Kym Vercoe, Zoran Solomun | Bildgestaltung Christine A. Maier | Schnitt Yann Dedet | Ton Igor Camu | Darsteller_innen Kym Vercoe, Boris Isakovic, Jasna Djuricic, Branko Cvejic | Produktion Deblokada Produkcija, The Doha Film Institute, The Post Repubilc | Weltvertrieb MPM Film

»Ich wollte etwas machen zum Andenken an den Krieg vor 20 Jahren, weil für mich, die ich in Sarajewo lebe, dieser Krieg gestern stattfand. Mir ging es darum, meine Emotionen herauszuarbeiten und mit der Vergangenheit zu verbinden. Ich suchte also nach einem Stoff und sah eine Aufzeichnung von Kyms Theaterstück, das alle meine Freunde in Sarajewo mir empfohlen hatten: Es sei fantastisch. Tatsächlich drückt es genau aus, wie ich Bosnien empfinde und meine eigene Gemütsverfassung heute und früher. Also habe ich Kym geschrieben, dass wir einen Film darüber machen könnten.« Jasmila Žbanić

Die australische Touristin Kym verbringt einen Urlaub in der Grenzregion zwischen Bosnien und Serbien. In dem idyllischen Städtchen Višegrad geht sie auf Foto-Tour und macht Selbstporträts an allen Sehenswürdigkeiten, die ihr die einschlägigen Reiseführer empfehlen. Wieder zu Hause, erfährt sie von den Kriegsverbrechen, die an diesen Orten verübt wurden. Daraufhin kehrt sie zurück, um sich mit einer Geschichte auseinanderzusetzen, die nicht in Reiseführern steht und von der auch viele Bewohner in Višegrad nichts mehr wissen wollen. Das Drehbuch basiert auf der Solo Theaterperformance Seven Kilometers North-East von Kym Vercoe, die auch die Hauptrolle in dem Film spielt und für das Drehbuch mit zeichnet. Das IFFF zeigt For Those Who Can Tell No Tales in Kooperation mit medica mondiale.

Biografie
Die bosnische Regisseurin Jasmila Žbanic ́ wurde 1974 geboren und studierte Theater- und Filmregie an der Akademie für Darstellende Künste in Sarajevo. 1995 ging sie für zwei Jahre in die USA, um dort als Puppenspielerin und Clown zu arbeiten. Zurück in Sarajevo, gründete sie 1997 mit Freunden die Künstlervereinigung Deblokada, mit der sie Dokumentarfilme, Videoarbeiten und Kurzfilmbeiträge produzierte und entwickelte oder bei denen sie Regie führte. 2004 zeigte die documenta einige ihrer Arbeiten. Für ihr Spielfilmdebüt Grbavica (Esmas Geheimnis) erhielt Jasmila Žbanic ́ auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2006 den Goldenen Bären. 2010 feierte auch ihr Film Na Putu (Zwischen uns das Paradies) auf dem Wettbewerb in Berlin Premiere. Na Putu war der Eröffnungsfilm des IFFF Dortmund | Köln 2010.

Jasmila Žbanic ́
Bosnien und Herzegowina
2013
Spielfilm
2014
Panorama