Dusty Stacks of Mom: the Poster Project

Großbritannien 2013, Experimentalfilm, 41’ | Regie, Realisation Jodie Mack

In einer Verflechtung von privaten Aufnahmen, abstrakter Animation und Rockoper erkundet dieser animierte Musical-Dokumentarfilm den Aufstieg und Fall des Plakat- und Postkartengroßhandels von Jodie Macks Mutter. Thematisiert werden die sich wandelnde Rolle physischer Objekte und virtueller Daten in der Wirtschaft sowie die (nicht existente) Unterscheidung zwischen abstrakter Kunst und psychedelischem Kitsch. Live vorgetragene Songs fungieren als Voice-Over. Dusty Stacks of Mom ist Jodie Macks filmische Interpretation eines Rock-Albums.

Jodie Macks handgefertigte Filme sind aus den Techniken und Strukturen abstrakter/absoluter Animation und cinematografischen Genres komponierte Collagen. In ihnen lotet sie die Beziehung zwischen dem grafischen Kino und der Erzählung von Geschichten aus und spielt mit der Spannung zwischen Form und Bedeutung. Gleichgültig, ob sie eine Musikdoku oder ein stroboskopisches Archiv produziert: ihre Filme untersuchen Haushaltsstoffe oder Recycling-Material, um Elemente zu beleuchten, die in der Kunst, Abstraktion und im massenproduzierten Grafikde- sign gleichermaßen zu finden sind. Mit einem geschärften Blick für die Hierarchien ästhetischer Werte, hinterfragt Jodie Mack die Rolle der abstrakten Animation in einem postpsychedelischen Klima. Merchandising trifft Museumshop, irrisierende Batik aus dem Head Shop und Geschenktüten aus Ein-Euro-Läden verknüpfen sich zu überschwänglichen Spektakeln. Ihre-16mm-Filme werden weltweit gezeigt. Jodie Mack arbeitet überdies als Kuratorin und Managerin. 2011 stellte das Robert Flaherty Film Seminar New York ihre Arbeiten in den Mittelpunkt einer Filmreihe. 2013 erhielt sie den Marion McMahan Award des Images Festivals. Aktuell lehrt sie Animation am Dartmouth College.

Jodie Mack
Großbritannien
2013
Experimentalfilm
2014
Specials