DNA Dreams

Niederlande 2013, Dokumentarfilm, 54’ | Regie Bregtje van der Haak | Bildgestaltung Jean Counet, Hai Hong, Maarten Kramer | Schnitt Maasja Ooms, Patrick Minks | Ton Joris van Ballegoijen, Tom Bijnen | Produktion VPRO & TimeDoc

Noch vor zehn Jahren hätte es mehrere Jahre und über eine Milliarde Dollar gebraucht, um die komplette DNA eines Menschen auszulesen. Heute wird das in einem Tag für 1.000 Dollar erledigt. Diese technische Revolution hat die Genforschung beflügelt, vor allem in China. Das Land investiert hunderte Millionen in die neuesten Super-Computer und DNA-Scanner, um in der Gen- und Biotechnologie ganz vorne mitzuspielen. Am Rand von Shenzhen hat die Firma BGI ihren Sitz – momentan das größte Genforschungslabor der Welt. 4.000 junge Wissenschaftler arbeiten dort Tag und Nacht daran, die DNA von Pflanzen, Menschen und Tieren zu entschlüsseln.

DNA Dreams begleitet den 18-jährigen Zhao Bowen, Schulabbrecher und nun Leiter des genetischen Forschungslabors von BGI, bei der DNA-Analyse von 2.000 hochbegabten Kindern. Sein Ziel ist, den genetischen Code für Intelligenz zu entschlüsseln. Im Klonlabor von BGI leitet Zhaos 25-jährige Kollegin Lin Lin ein Team von 35 professionellen Klonspezialisten, die Schweine in jeder Gestalt und Größe produzieren. Einige von ihnen wurden bereits soweit genetisch verändert, dass sie im Dunkeln fluoreszieren. Lin Lin identifiziert sich so stark mit ihrer Arbeit, dass sie für die Ferkel, die unter ihrem Mikroskop entstehen, Muttergefühle entwickelt.

Bregtje van der Haaks preisgekrönter Dokumentarfilm nimmt die datengesteuerte Wissenschaft genauer unter die Lupe und zeigt Ausschnitte aus einer Zukunft, die bereits stattfindet.

Biografie
Bregtje van der Haak ist Dokumentarfilmerin und Journalistin. Seit 1997 dreht sie weltweit Dokumentationen über den gesellschaftlichen Wandel und zur Globalisierung. Ihre Filme werden international im Fernsehen, auf Festivals und in Kunstausstellungen gezeigt. Für VPRO Television entwickelte sie unter anderem Gemeinschaftsprojekte wie Metropolis TV (2008), Urban Century (2009), Aftermath Project (2011) oder Atlas of Pentecostalism (2013). Bregtje van der Haak studierte Tanz in Paris, Politikwissenschaften und Jura an der Universität Amsterdam und der New School for Social Research in New York. Sie hat außerdem einen Masterabschluss der Graduate School of Journalism der Columbia Universität in New York. In den Niederlanden ist sie Mitglied der Prins Claus Stiftung und der Stiftung Praemium Erasmianum. Für die School of Creative Media der Universität Hongkong entwickelte sie als Gastprofessorin das Curriculum Future Creative Media.

Bregtje van der Haak
Niederlande
2013
Dokumentarfilm
2014
Panorama