10 to 11 | 11'e 10 Kala | 10 vor 11

Türkei/Frankreich/Deutschland 2009, Spielfilm, 110’ | Regie, Buch Pelin Esmer | Bildgestaltung Özgür Eken | Schnitt Ayhan Ergüsel, Pelin Esmer, Cem Yıldırım | Ton Kasper Munck-Hansen | Darsteller_innen Nejat Is ̧ler, Mithat Esmer, Laçin Ceylan | Produktion Nida Karabol Akdeniz, Tolga Esmer, Pelin Esmer Koproduktion Juliette Sol, Mustafa Dok | Verleih Peripher Filmverleih

»Während Ali aufbricht und sich dem Chaos des Neuen stellt, bleibt der fragile kleine Herr Mithat mit den dunklen, wachen Augen der Archivar einer vom Verschwinden bedrohten Dingkultur, Hüter unbeachteter Gegenstände, die in einigen Jahren Kristalle der Erinnerung sein werden. In seiner Wohnung stemmt sich das Analoge dem alles verschlingenden Digitalen entgegen, eine letzte Bastion der Entschleunigung und des Ineffektiven.« Alexandra Seitz

Mithat Bey lebt im vierten Stock eines Apartmenthauses in Istanbul. Dort hat er es bis jetzt geschafft, seine »Sammlungen« zu schützen: Fundstücke, die er in entlegenen Ecken Istanbuls aufstöbert und die dann in seiner Wohnung bis unter die Decke wachsen. Mithat Bey erscheint die Stadt auf der Suche nach immer neuen Sammlungsstücken unendlich. Die Welt von Ali besteht dagegen nur aus dem Haus und seiner direkter Umgebung. Ali kam vom Land, um in Istanbul als Hausmeister zu arbeiten. Als eines Tages der Abriss des Hauses beschlossen wird, droht ihrer kleinen Welt das Ende. Mithat Bey (gespielt von Pelin Esmers Onkel Mithat Esmer) begegnet dieser Bedrohung kämpferisch, Ali versucht für sich persönlich das Beste herauszuschlagen. Das Gebäude bestimmt jetzt das Schicksal der beiden letzten verbleibenden Bewohner, Mithat und Ali. Pelin Esmer gelingt eine liebevolle und kritische Referenz an ihre Heimatstadt Istanbul, der Metropole zwischen Tradition und Moderne, Erinnerung und Vergessen, Bewahren und Erneuern.

Biografie
Geboren und aufgewachsen in Istanbul, studierte Pelin Esmer dort zunächst Soziologie und besuchte anschließend einen Film-Workshop von Regisseur Yavuz Özkan. Für ihr Dokumentarfilmdebüt Oyun erhielt sie unter anderem den Best Documentary Filmmaker Award auf dem Tribeca Film Festival. Auch für 11'e 10 Kala, ihren ersten Spielfilm, erhielt sie international zahlreiche Preise. Pelin Esmer unterrichtete Dokumentarfilm in Istanbul und gründete dort 2005 ihre eigene Produktionsfirma Sine Film. Die Regisseure der weltweit führenden Filmfestspiele führten sie in Take 100: The Future of Film: 100 New Directors (Phaidon) als einer der vielversprechenden Regisseur_innen auf. Ihr Film Watchtower lief 2013 im Spielfilmwettbewerb des Internationalen Frauenfilmfestivals in Dortmund. In diesem Jahr ist Pelin Esmer Mitglied der Jury des Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerbs.

Pelin Esmer
Türkei/Frankreich/Deutschland
2009
Spielfilm
2014
begehrt! - filmlust queer