Variety

USA/Deutschland/Großbritannien 1983, Spielfilm, 97’ | Regie Bette Gordon | Buch Kathy Acker, Bette Gordon | Bildgestaltung John Forster, Tom DiCillo | Schnitt Ila von Hasperg | Musik John Lurie | Darsteller_innen Sandy McLeod, Will Patton, Richard Davidson | Produktion Renée Safransky, Variety Motion Pictures, ZDF, Chanel 4, Arnold Abelson | Verleih Arsenal Distribution

Christine nimmt einen Gelegenheitsjob an als Kassiererin in einem der unzähligen Sexkinos in der 42. Straße in New York. Aus ihrer Arbeit heraus entsteht eine seltsame Spannung, die sie als persönliche Grenzerfahrung und als Feministin zwiespältig erlebt.

Eines Tages kommt sie mit Louis ins Gespräch, einem gut gekleideten, gönnerhaften und etwas mysteriösen älteren Kunden, der regelmäßig die Pornovorführungen besucht. Christine beginnt, wie eine Voyeurin, Louis Lebensumstände auszukundschaften und sie wie ein Kinozuschauer zu erleben, ohne jedes erotische oder sexuelle Interesse an ihm. Sie entdeckt, dass er in dubiose Manipulationen verwickelt ist und verabredet sich mit ihm zu einer Aussprache.

Variety ist eine subversive und radikale Antwort auf eine klassische Dramaturgie, die die Geschichte aus Sicht des männlichen Blicks erzählt. Der Film wurde als feministische Variante zu Michael Powell’s Peeping Tom gelesen. An die Stelle des männlichen Blicks setzt Gordon weibliches Begehren. Raffiniert spinnt sie die Erzählung rund um die uneindeutigen Motive der Protagonistin.


Biografie
Als Pionierin der amerikanischen Independent-Film-Szene ist BETTE GORDON international bekannt. Ihre Arbeiten sind mittlerweile Klassiker des feministischen Kinos. Nach dem Studium an der Universität von Wisconsin in Madison gründete Gordon im New Yorker Tribeca der 1980er Jahre mit Kolleg_innen wie Christine Vachon, Steve Buscemi und Todd Haynes ein Filmkollektiv. In dieser Zeit entstand auch der Film Empty Suitcases. Gordon gehörte zu der NoWave Cinema Bewegung, die rund um die Punk-Rock-Szene der Lower East Side entstand. Neben ihrem filmischen Schaffen arbeitet sie als Dozentin an der Hofstra University in Hemstead, New York, als Fernsehredakteurin, Regisseurin und Dramaturgin an Theatern, führte bei Musikvideos Regie und ist derzeit Assoziierte Professorin der Filmklasse an der Columbia University in New York. Variety war ihr erster abendfüllender Spielfilm, erst 2010 folgte mit Handsome Harry ihr zweiter langer Film.


Filme von Bette Gordon (Auswahl)
Handsome Harry
2010 | Luminous Motion 1998 | Empty Suitcases 1981 | Exchanges 1979 | An Algorithm 1977 | Noyes 1976 | Still Life 1975


http://www.adticket.de/Variety-Themenschwerpunkt-Exzess/Dortmund-sweetSixteen-Kino-im-Depot/14-04-2013_16-00.html

Bette Gordon
USA, Deutschland, Großbritannien
1983
Spielfilm
2013
Fokus: Exzess