Suburbia – Rebellen der Vorstadt

USA 1983, Spielfilm, 94’ | Regie, Buch Penelope Spheeris | Bildgestaltung Tim Suhrstedt | Schnitt Ross Albert, Michael Oleksinski | Ton Sandy Berman | Musik Alex Gibson | Darsteller_innen Chris Pedersen, Bill Coyne u.a. | Produktion Roger Corman

»In Suburbia war keines der Kinder Schauspieler. Ich dachte, es sei sicher viel einfacher, Punk Rocker zu Schauspielern zu machen als umgekehrt. Für mich fühlten sich Schauspieler da immer falsch an. Es war richtig, diese Kids in meinen Filmen auftreten zu lassen: Sie waren die Realität, und die Leute fühlen sich angezogen von der Realität. Casting ist neben dem Drehbuch das Wichtigste beim Film.«
Penelope Spheeris

Evan und sein jüngerer Bruder Ethan schließen sich im Los Angeles der 1980er Jahre einer Gruppe von Punks an. Deren Mitglieder sind wie sie aus zerrütteten Verhältnissen geflohen, sind zum Teil straffällig geworden und nennen sich »The Rejected«. Gemeinsam hausen sie in einem verrammelten und verwahrlosten Gebäude. Dort haben sie mit notdürftig abgezweigtem Strom und Essen, das sie sich zusammenklauen, eine eng verbandelte Ersatzfamilie gegründet. Als die Punks aber beginnen, in die Vorstädte der Mittelschicht einzudringen, bekommen sie heftigen Gegenwind von einer Gemeindeorganisation namens »Bürger gegen Kriminalität«.

Drei Jahre nach ihrer bahnbrechenden Dokumentation The Decline of Western Civilization (1980) über die Punk-Szene in L.A. verarbeitete Penelope Spheeris in Suburbia das Thema zu einer harten Momentaufnahme, deren Sympathie immer auf der Seite der Punks liegt. Die Jugendlichen wurden mit wenigen Ausnahmen von Straßenkindern und Musikern gespielt, unter anderem von »Flea«, dem Bassisten der Red Hot Chili Peppers. Die aufkeimende Punk-Szene in Los Angeles fand in Produzent Roger Corman einen Verbündeten, dessen schnell-und-schmutzig- Inszenierungen zur Do-It-Yourself-Ästhetik der Bewegung passte.


Biografie
Rock’n Reel in Los Angeles ist 1974 die erste Produktionsfirma, die sich auf Musikvideos spezialisiert. PENELOPE SPHEERIS gründet sie, nachdem sie bereits als Filmredakteurin und Bildgestalterin gearbeitet hat. Sie produziert unter anderem Musikvideos für Alice Cooper, Fleetwood Mac oder Queen. Ihr Filmdebüt gibt sie 1979 mit The Decline of Western Civilization, einer Dokumentation über die Punk-Szene in Los Angeles, der zum Kultfilm wurde. Die soziale Situation junger Menschen begleitet Shpeeris’ Schaffen bis heute. Ihr künstlerischer Zugang führt dabei oft über die Musik. 1988 und 1997 entstehen Teil II und III von The Decline of Western Civilization über die Heavy-Metal-Szene der 1980er Jahre und die Punk-Szene der 1990er Jahre. In der Zwischenzeit entstanden immer wieder Musikvideos, Dokumentationen und Spielfilme. Spheeris lebt und arbeitet in Los Angeles.


Filme von Penelope Shpeeris (Auwahl)
Balls to the Wall
2011 | The Kid and I 2005 | We Sold Our Souls for Rock’n Roll 2000 | Senseless 1998 | Black Sheep 1996 | The Little Rascals 1994 |
The Beverly Hillbillies 1993 | Wayne’s World 1992 | Dudes 1987 | The Decline of Western Civilisation 1980


http://www.adticket.de/Suburbia-Themenschwerpunkt-Exzess/Dortmund-RWE-Forum-%7C-Kino-im-U/11-04-2013_22-30.html

Penelope Spheeris
USA
1983
Spielfilm
2013
Fokus: Exzess