Rapsodia Satanica

© Ripley’s Film
Italien 1915, stumm, 45’ | Regie Nino Oxilio | Buch Alberto Fassini, Fausto Maria Martini | Bildgestaltung Giorgio Ricci | Musik Pietro Mascagni | Darsteller_innen Lyda Borelli, Ugo Bazzini u.a. | Produktion Cines Roma | Kontakt Ripley’s Film

Die alternde Diva Alba d’Oltrevita (Lyda Borelli) sehnt sich nach ihrer verlorenen Jugend und schließt einen Pakt mit dem Teufel: Mephisto schenkt ihr ewige Jugend, wenn sie auf die Liebe verzichtet. Doch die Brüder Sergio und Tristano machen Alba Avancen. Zwar weist sie den leidenschaftlichen Sergio verächtlich zurück, Tristano allerdings will sie haben. Als Sergio sich daraufhin erschießt, verspürt Alba zum ersten Mal wieder Reue und Liebe und ist sogar bereit, ihre Vergänglichkeit zu akzeptieren.

Rapsodia Satanica ist eine Variation des Faust-Mythos. Typisch für den extravaganten Ästhetizismus dieser Zeit, gilt der Film als Meilenstein unter den Melodramen der 1910er Jahre, die in den Salons und Villen der oberen Mittelschicht und der Aristokratie angesiedelt waren. Die Erzählstrukturen wurden vor allem entwickelt, um die Schauspielerinnen in Szene zu setzen. Mit dem Erfolg, dass diese zu den frühesten Stars der Filmgeschichte wurden.

Rapsodia Satanica eröffnet die Lange Filmnacht.


Biografie
LYDA BORELLI war eine der bekanntesten Diven des italienischen Stummfilms. Sie wurde 1884 in eine Genueser Künstlerfamilie hineingeboren und gab bereits mit 17 Jahren ihr Bühnendebüt. Als sie 1913 zum Film kam, war sie eine gefeierte Schauspielerin, unter anderem für die Rolle der Splendore in La figlia di iorio von Gabriele D’Annunzio. Mit ihrem Filmdebüt in Ma l’amor mio non muore, in dem sie wie in all ihren Rollen die sinnlich-schöne, unnahbare Frau verkörperte, hatte sie derart großen Erfolg, dass in der Folge um sie ein Personenkult ausbrach, der als „borellismo“ oder „borellegiare“ bezeichet wurde. Die Rolle in Rapsodia Satanica gilt als ihr schauspielerisch größter Erfolg. 1918 heiratete sie und zog sich aus dem Filmgeschäft zurück. Lyda Borelli starb 1959 in Rom.

»Lyda Borelli ist die Unwirklichste. Mehr bewegte Malerei als bewegte Photographie ... oszilliert sie zwischen zwei vorformulierten erotischen Phantasmen der Dekadenz, der femme fatale und dem Androgyn; metallisch, gleißend, mit großen Gesichtszügen und muskulösem Hals, wirkt sie manchmal mächtig wie ein Transvestit ...«
Mariann Lewinsky


Filme mit Lyda Borelli (Auswahl)
Per la vittoria e per la pace
| Malombra 1917 | Carnevalesca 1917 | La falena 1916 | Fior di male 1915 | La donna nuda 1914 | La memoria dell’ altro 1913

Nino Oxilio
Italien
1915
Spielfilm, Stummfilm
2013
Fokus: Exzess, Endlich wieder auf der Leinwand