Goede man, lieve zoon

Niederlande 2001, Dokumentarfilm, 50’ | Regie Heddy Honigmann | Buch Heddy Honigmann, Ester Gould, Emir Dzino | Bildgestaltung John Appel | Schnitt Patrock Minks | Ton Piotr van Dijk | Produktion Appel Honigmann, IKON Television | Verleih Ideale Audience International

Synopsis
In den Hügeln um Sarajewo liegt das bosnische Dorf Ahatovici, das während des Krieges in Ex-Jugoslawien in serbische Hände fiel. 1992 wurden 80 Prozent der männlichen Bevölkerung gefangen genommen und auf grausame Weise ermordet. Das Dorf wurde bis auf die Grundfesten niedergebrannt, Frauen und Kinder blieben verschont. Der Charakter des Dorfes hat sich in Gänze verändert. Goede man, lieve zoon erzählt von den Toten. Jeder einzelne der Männer war einzigartig für seine Familie und sein soziales Umfeld, in dem er gearbeitet und gelebt hat. Sie waren gute Ehemänner und geliebte Söhne: Sulejman, der Meisterstuckateur, Refik, Hersteller unzerstörbarer Fenster- und Türrahmen; Samir und Armin, Spieler des lokalen Fußballclubs; Muhamed, von Beruf Jäger und sanft von Gemüt; Sead, der stolz war auf seine Äpfel ... Der Film gedenkt der intimen und gerade deshalb besonders dramatischen Geschichte hinter diesem vergessenen Genozid. Die Erzählungen der Frauen, Töchter und überlebenden Söhne – und weniger verbliebener Fotografien und persönlicher Objekte – holen die Männer ins Leben zurück. Sie erzählen von Erinnerungen, die an einer wiedergefundenen Uhr haften, an einem Apfelbaum, einem Maurerwerkzeug oder T-Shirt. Stück für Stück zeichnen diese Erinnerungen ein Bild der zerstörten Gemeinschaft.


Biografie
Heddy Honigmann, Tochter von Überlebenden des Holocaust, wurde 1951 im peruanischen Lima geboren. An der dortigen Universität studierte sie später Biologie und Literatur. 1973 verließ sie Lima, reiste zunächst durch Mexiko, Israel, Spanien und Frankreich und studierte anschließend Film am Centro Sperimentale di Cinematografia in Rom. Seit 1978 ist Heddy Honigmann niederländische Staatsbürgerin und lebt in Amsterdam – auch wenn ihre Karriere als Filmemacherin sie rund um den Globus geführt hat. Vor ihrem persönlichen Hintergrund als Kind von Exilanten verwundert es nicht, dass die Nöte von Verbannten und Außenseitern stets wiederkehrende Themen in ihren Dokumentationen sind – sowie auch Erinnerung, Musik und Liebe.


Filme von Heddy Honigmann (Auswahl)
Herinneringen aan Vuur
2012 | In a Good Day 2012 | Droomboom 2012 | West Side Stories 2010/2011 | El Olvido 2008 | Forever 2006 | A shetl that’s no longer there & 11 Other Shorts of the Series ›Food for Love‹ 2004 | Dame la Mano 2003 | Private 2000 | Crazy 1999 | 2 Minutes of Silence, Please 1998 | The Underground Orchestra 1997 | O Amor Natural 1996 | Au Revoir 1995 | Metal and Melancholy 1992 | Mind Shadows 1987 | De Deur van het Huis 1985 | De Witte Paraplu 1983

Heddy Honigmann
Niederlande
2006
Dokumentarfilm
2013
Dortmunder Ehrenpreis Dokumentarfilm