Ginger & Rosa

© Concorde Filmverleih
Großbritannien/Dänemark 2012, Spielfilm, 90’ | Regie, Buch Sally Potter | Bildgestaltung Robby Ryan | Schnitt Anders Refn | Darsteller_innen Elle Fanning, Allessandro Nivola, Annette Bening, Christina Hendricks u.a. | Produktion Christopher Sheppard, Andrew Litvin | Verleih Concorde Film

Synopsis
»Es war eine sehr schwierige Generation und viele Töchter dieser Generation haben ihren Müttern zu Unrecht Vorwürfe gemacht.«
Sally Potter im Gespräch mit Anne Thompson, blogs.indiewire.com, 19.09.2012

Ginger und Rosa sind beste Freundinnen. Sie leben im London der frühen 1960er Jahre, in dem die Unruhe des Kalten Krieges auf die Spannungen der Sexuellen Revolution trifft. Während Ginger Gedichte verfasst und sich gegen die drohende nukleare Katastrophe engagiert, übernimmt Rosa die führende Rolle in den praktischen Dingen des Lebens: rauchen, Jungs küssen und beten. Damit rebellieren die jungen Mädchen offen gegen ihre Eltern und träumen von einem anderen, aufregenderen Leben. Vor allem aber wollen sie nicht so werden wie ihre Mütter, deren häuslichem Dasein sie nichts als Verachtung entgegenbringen. Gingers pazifistischer Vater erscheint den beiden als verträumter Bohemien und nachdem dieser sich von Gingers Mutter trennt, sucht Ginger Zuflucht bei ihm. Eine Geborgenheit, die sich als trügerisch herausstellen soll, denn Rosa lässt sich auf eine verhängnisvolle Affäre mit Gingers Vater ein. Ginger ist zutiefst verstört und findet allein in einem mit der Familie befreundeten schwulen Paar und dessen amerikanischer Freundin emotionalen Halt. Parallel zur Zuspitzung der Kuba-Krise zerbricht die tiefe Freundschaft der beiden Mädchen. Allein das Schreiben rettet Ginger in dieser Zeit persönlicher Vernichtung.


Biografie
Bereits als Teenager drehte die 1949 in London geborene Sally Potter ihre ersten Super-8-Filme, lernte Aktzeichnen am Camden Art Centre und studierte an der St. Martins School of Art. Parallel dazu nahm sie Tanzunterricht und lernte am Arts Laboratory die Arbeiten US-amerikanischer Künstler wie Andy Warhol kennen. 1969 trat sie der London’s Filmmaker Cooperation bei. 1983 entstand The Gold Diggers, der den Preis für den besten Film auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig gewann. Für Orlando adaptierte sie 1992 Virginias Woolfs gleichnamigen Roman. Immer wieder bildete Sally Potter sich in verschiedenen Tanztechniken aus, choreographierte und tanzte selbst und war Mitbegründerin der Limited Dance Company. Musik und Tanz gingen auch in ihr filmisches Werk ein. Für The Tango Lesson gewann sie 1998 den American Choreography Award. 1988 hatte sie mit Produzent Christopher Sheppard die Sally Potter Films gegründet, 1989 folgte ihre Firma Adventure Pictures. Für Yes erhielt Sally Potter 2005 den British Independent Film Award.


Filme von Sally Potter (Auswahl)
Rage
2009 | Yes 2004 | The Man Who Cried 2000 | The Tango Lesson 1997 | Orlando 1992 | London Story 1986 | The Gold Diggers 1983 | Thriller 1979

Sally Potter
Großbritannien, Dänemark
2012
Spielfilm
2013
Eröffnungsfilm, Fokus: Exzess