Djeca (Children of Sarajevo)

Deutschland/Frankreich/Türkei/Bosnien Herzegowina 2012, Spielfilm, 90’ | Regie, Buch Aida Begic | Bildgestaltung Erol Zubcevic | Schnitt Miralem Zubcevic | Ton Igor Camo | Darsteller_innen Marija Pikic, Ismir Gagula, Nikola Djuricko, Stasa Dukic, Velibor Topic | Produktion Film House, Rohfilm, Les films de l‘Après-Midi | Verleih Barnsteiner Film

Synopsis
»Wenn ich Kriegsvideos von ganz normalen Menschen benutze, um Rahimas Erinnerungen zu illustrieren, will ich im Prinzip die vertraute Erinnerung an eine der härtesten Situationen, die ein Mensch durchmachen kann, teilen und erforschen. Der Plot rechtfertigt das, aber ich entschloss mich auch dazu, weil ich das persönliche Bedürfnis hatte, über meine eigenen Erfahrungen mit dem Krieg und meine Erinnerungen daran zu reden. Kann jemand, der so traumatisiert ist wie Rahima, Menschlichkeit finden und wie? Wie wird sie ihr Problem lösen: konstruktiv oder destruktiv?«
Aida Begić

Rahima ist 23 und arbeitet in der Küche eines angesagten Restaurants in Sarajevo. Sie wohnt mit ihrem 14-jährigen Bruder Nedim zusammen, den sie alleine versorgt und betreut. Die beiden haben ihre Eltern im Bürgerkrieg verloren. Die Narben des Krieges sind immer noch überall spürbar. Selbst im Kinderheim aufgewachsen und nicht auf den Mund gefallen, versucht Rahima Nedim auf einem guten Weg zu halten. Als Nedim in eine Prügelei mit dem Sohn eines künftigen Ministers verwickelt wird, dämmert es Rahima, dass ihr Bruder längst ein Doppelleben führt.

Durch ihren Mut und ihre Klarheit wirkt diese herzzerreißende Geschichte eines elternlosen Geschwisterpaares, das nach dem Krieg um das Überleben kämpfen muss, einfach erfrischend. Der Film ist sowohl wichtig als auch notwendig, vor allem zu einem Zeitpunkt, wo die Kriege in der Balkanregion mehr oder weniger aus der westlichen Wahrnehmung weggerutscht sind.


Biografie
Aida Begic, 1976 in Sarajewo geboren, graduierte dort 2000 an der Akademie der Darstellenden Künste. Heute unterrichtet sie dort Regie. Ihr Abschlussfilm Prvo Smrtno Iskustvo wurde 2001 auf dem Cannes Film Festival gezeigt und gewann weltweit zahlreiche Preise. Auch ihr Spielfilmdebüt Snijeg lief 2008 in Cannes, gewann den Grand Prix – Semaine de la Critique und erhielt in der Folge weitere internationale Auszeichnungen. Begic führte Regie bei Dokumentationen, Werbefilmen und Videos und gründete 2009 mit Film House ihre eigene Produktionsfirma.


Filme von Aida Begic:
Do not Forget about Me Istanbul 2010 | Snijeg (Snow) 2008 | Sjever Je Poludio (North Went Mad) 2003 | Prvo Smrtno Iskustvo (First Death Experience) 2001 | Trijumf Volje (Triumph of the Will) 1997 | Autobiografija 1995


Auszeichnungen für ›Djeca‹:
Un Certain Regard, Cannes Film Festival 2012

Aida Begić
Deutschland, Frankreich, Türkei, Bosnien Herzegowina
2012
Spielfilm
2013
Spielfilmwettbewerb