Dialogues with Madwomen

USA 1993, Dokumentarfilm, 90’ | Regie, Buch Allie Light | Bildgestaltung, Schnitt, Produktion Irving Saraf | Musik Larry Seymour | Vertrieb Women Make Movies (WMM)

Synopsis
»Ich hatte immer Angst, dass mich jemand fragt, wo ich war, als John F. Kennedy erschossen wurde, und ich hätte sagen müssen: Ich war in einer psychiatrischen Klinik.«
Allie Light

Sieben Frauen legen in Dialogues with Madwomen ihre Erfahrungen mit Manischer Depression, Multipler Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie, aber auch mit Kreativität und Genesung offen.

Regisseurin Allie Light selbst erzählt von ihrer Depression und ihren Erfahrungen in der Psychiatrie. R. B. stieg nach einer Vergewaltigung aus ihrem Leben aus und wurde obdachlos. Hannah ist manisch-depressiv und glaubt, dass sie dazu auserkoren ist, mit Bob Dylan die Welt zu retten. Dee Dee zeichnet methodisch alles auf, von dem ihr die Katholische Kirche beigebracht hat, dass es gut für sie sei – und sie in die Selbstverstümmelung trieb. Mairi hat durch den Missbrauch, der ihr widerfahren ist, 25 verschiedene Persönlichkeiten ausgebildet. Karen litt Zeit ihres Lebens unter Rassismus und Ausgrenzung.

Die Frauen öffnen sich vor der Kamera, sie reden humorvoll und leidenschaftlich. Es gibt keine sogenannten Experten, die ihre Sicht auf die Dinge einordnen. Unter Verwendung von Homevideos, Archivmaterial und Re-enactment zeichnet Allie Light ein komplexes und bewegendes Porträt von Frauen, deren seelische Krankheit mit inspirierender Energie und Kreativität einhergeht.

R.B. macht Musik, Hannah ist Künstlerin, Dee Dee wurde lesbisch und studierte Homöopathie. Mairi ist an einem Punkt, an dem sie eine Abspaltung weiterer Persönlichkeiten nicht mehr braucht. Doch nicht alle Protagonistinnen schaffen es. Am Ende erfahren wir, dass Karen kurz nach dem Interview vergewaltigt und ermordet wurde.


Biografie
1991 gewann die Regisseurin, Autorin und Produzentin Allie Light für
The Shadow of the Stars den Oscar für den besten Dokumentarfilm.
Light lebt und arbeitet in San Francisco, unterrichtete Film an der
dortigen Fachoberschule sowie im Studienprogramm für Frauen an der
San Francisco State University. 1993 erschien ihre Biografie On Women
Turning 50, Celebrating Mid-Life Discoveries
, geschrieben von Cathleen
Rountree. Sie selbst veröffentlichte den Gedichtband The Glittering Caveund gab die Anthologie Poetry from Violence heraus. Light ist unter anderem
Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.


Filme von Allie Light (Auswahl)
Empress Hotel
2009 | The Sermons of Sister Jane 2006 | An Iraqi Lullaby for Children Who Are about to Die 2004 | Blind Spot: Murder by Women 2000 |
Rachel’s Daughters 1997 | In the Shadow of the Stars 1991 | Visions of Paradise 1982 | Mitsuye and Nellie 1981


Auszeichnungen für ›Dialogues with Madwomen‹
Emmy Award for Outstanding Interview Program, Academy of Television Arts & Sciences 1995 | Freedom of Expression Award, Sundance Film Festival 1994 |
Award Winner, HeSCA Media Awards 1994 | Special Jury Award, National Educational Film and Video, 1994

Allie Light
USA
1993
Dokumentarfilm
2013
Fokus: Exzess