The Ballad of Genesis and Lady Jaye

USA/Frankreich 2011, Dokumentarfilm, 75’ | Regie, Buch, Bildgestaltung, Schnitt Marie Losier | Ton, Musik Bryin Dall | Darsteller_innen Genesis P-Orridge, Lady Jaye Breyer P’Orridge u.a. | Produktion Steve Holmgren, Marie Losier, Martin Marquet | Verleih Arsenal Distribution

Synopsis
»Mein Projekt hat nichts mit Gender-Themen zu tun. Manche Menschen fühlen sich wie ein Mann, der im Körper einer Frau gefangen ist, andere wie eine Frau, die im Körper eines Mannes gefangen ist. Ein Pandrogyner fühlt sich einfach in einem Körper gefangen. Der Körper ist nur der Koffer, in dem wir umhergetragen werden. Pandrogynie spielt sich ausschließlich im Denken, im Bewusstsein ab.«
Genesis P-Orridge

Veränderung ist einer der zentralen Begriffe in Genesis P-Orridges Biografie. Für die Industrial-Musik-Szene ist er seit über dreißig Jahren eine Schlüsselfigur. Er gilt als Pionier und Wegbereiter von Acid House- und Techno-Musik. Mit seiner Lebensgefährtin Jaye hat Genesis die Grenzen der Biologie ausgelotet. Seit dem Jahr 2000 unterzogen sie sich zahlreicher chirurgischer Eingriffe, um einander so ähnlich wie möglich zu werden. Genesis selbst – der dazu auch sein Geschlecht wechselte – bezeichnet diesen Akt der Dekonstruktion zweier Individuen zu einer dritten, übergeordneten Identität als »Die Kreation des Pandrogyns«.

»Marie Losier ist eine Filmautorin, deren Handschrift es ist, spielerisch ein sehr persönliches Verhältnis zu ihren Undergroundvorbildern aufzubauen. Küchen und Gartenaufnahmen werden abgelöst von Home-Movie-Performances, magischen Tricks und Archivaufnahmen. Der Film hält seinen Bewegungsrhythmus – unterstützt durch Genesis’ Cut-Up-Erzählungen – auch dann noch aufrecht, als er durch Lady Jayes überraschenden Tod zu einem Film über die Trauer wird. Nun geht es um die Frage, wie man stirbt, wenn zwei eins geworden sind – und wie man weiterlebt.« (Stefanie Schulte Strathaus)


Biografie
Marie Losier studierte an der Universität Nanterre Literatur sowie Kunst in New York. Dort lebt und arbeitet sie heute als Filmemacherin und Kuratorin. Bisher hat sie zahlreiche Kurzfilme realisiert, The Ballad of Genesis and Lady Jaye ist ihr erster abendfüllender Film. Marie Losiers Videos sind international zu sehen. Von ihr stammt unter anderem eine Reihe von Filmporträts über Avantgarde-Regisseure, Musiker und Komponisten wie Tony Conrad. Darüber hinaus tritt Losier auch als Schauspielerin auf. 2013 ist Marie Losier Gastkünstlerin am Museum of Fine Arts in Boston sowie Gaststipendiatin des DAAD in Berlin.


Filme von Marie Losier (Auswahl)
Byun, Objet Trouve 2012 | Cet Air La 2010 | Papal Broken Dance 2009 | Tony Conrad, DreaMinimalist 2008 | Snow Beard 2008 | Manuelle Labor 2007 | Flying Saucey! 2006 | The Ontological Cowboy 2005 | Electrocute Your Stars 2004 | Bird, Bath, and Beyond 2003 | Sanitarium Cinema 2002


Auszeichnungen für ›The Ballad of Genesis and Lady Jaye‹

Grand Prize, Indilisboa, Portugal 2011 | Teddy Award und Caligari Award, Internationale Filmfestspiele Berlin 2011 | Prix Louis Marcorelles & Prix des Bibliothèques, Cinéma du Réel, Frankreich 2011 | Audience Award, Buenos Aires Film Festival 2011 | Artistic Achievement Award, Outfest Film Festival, Los Angeles 2011

Marie Losier
USA, Frankreich
2011
Dokumentarfilm
2013
Fokus: Exzess