Anton Tut Ryadom (Anton's Right Here)

Russland 2012, Dokumentarfilm, 110’ | Regie, Buch Lyubov Arkus | Bildgestaltung Alisher Khamidkhodzhaev | Schnitt, Ton Georgy Ermolenko | Musik Max Richter | Produzenten Konstantin Shavlovsky, Aleksandr Golutva, Sergei Selyanov | Produktion CTB Film Company, Seance Workshop | Weltvertrieb Intercinema Agency

»Ich erinnere mich, wie schockiert ich war als ich ein Essay von Anton, meinem zukünftigen Helden, las. ›Menschen‹, Ich habe es immer wieder gelesen, und dann verstand ich, dass einige Worte quasi in Intervallen wiederholt werden. ›Menschen überdauern‹, ›Menschen überdauern nicht‹, ›Menschen werden überdauern‹. Und am Ende: ›Menschen sind endlich. Menschen fliegen.‹ Das ist ein Modell für menschliches Leben. Wir versuchten einen Weg aus der völlig hoffnungslosen Situation unseres Helden zu finden, und die Lösung dauerte vier Jahre. Wir filmten alles, was sich in diesen vier Jahren ereignet hat.«
Lyubov Arkus

Anton ist Autist. Er lebt mit seiner kranken Mutter in einem heruntergekommenen Apartment am Rand einer russischen Großstadt. Er ist ein Junge mit neugierigem Blick und einem entwaffnenden Lächeln. Doch sein Vertrauen zu gewinnen, ist eine genauso große Herausforderung, wie es für ihn eine ist, in einer nicht-autistischen Welt zurechtzukommen. Während Antons Mutter mit einer Krebserkrankung im Endstadium kämpft, werden die Regisseurin Lyobov Arkus und ihr Drehteam immer stärker in das Leben des Jungen hineingezogen. Seine Lage bessert sich erst, als er in das einzige russische Programm aufgenommen wird, das Autisten grundlegende soziale Kompetenzen vermittelt. Dort macht er Fortschritte, vor allem mit seinem Betreuer David. Doch David geht, die Mutter stirbt und Anton droht die Einweisung in eine überbelegte und unterbesetzte psychiatrische Anstalt.

Lyobov Arkus Filmdebüt ist die Chronik ihrer Beziehung zu Anton. Zusehends hebt Arkus die Distanz zwischen Autorin, Kamera und Titelfigur auf, bis sie selbst zum Teil von Antons Geschichte wird.


Biografie
LYUBOV ARKUS wurde 1960 in Lviv in der Ukraine geboren. Sie studierte an der Staatlichen Filmhochschule in Moskau (WGIK). In dem Film The Fountain (1988) trat sie als Schauspielerin auf und arbeitete als Lektorin, bevor sie Filmkritikerin wurde. Sie ist Autorin von The Recent History of Russian Cinema 1986 – 2000 (2002). Anton Tut Ryadom ist ihr Debut als Regisseurin.


Auszeichnungen für Anton Tut Ryadom
Best First Documentary, Middle East International Film Festival MEIFF 2012 | Special Prize, International Human Rights Film Festival 2012 | Novaya Gazeta Award, International Human Rights Film Festival 2012 | Best Author Documentary, National Documentary Awards: Laurel, Russia 2012 | Prize Miron Cherenko, Annual Award of the Guild of Historians of Cinema and Film Critics 2012


In Kooperation mit dem Autismus-Therapie-Zentrum Dortmund

Lyubov Arkus
Russland
2012
Dokumentarfilm
2013
Fokus: Exzess