Stummfilmpianist_innen

Maud Nelissen & Joachim Bärenz

Meister ihres Fachs – unsere wunderbaren Stummfilmbegleiter_innen

Joachim Bärenz war maßgeblich an der Renaissance des Stummfilms seit den 1970er Jahren beteiligt. Schon während seines Musikstudiums in Frankfurt am Main gab er als Solist und Begleiter Konzerte und spielte Aufnahmen vor allem zeitgenössischer Musik für den Rundfunk ein. Seine Karriere als Stummfilmpianist begann 1969. In den 1980er Jahren begleitete er Retrospektiven auf den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Als gefragter Stummfilmbegleiter spielt er seitdem nicht nur in Deutschland, sondern auf Vermittlung des Goethe-Instituts auch im europäischen und außereuropäischen Ausland. Bärenz hat außerdem Stummfilme für das Fernsehen vertont und Stummfilmbegleitungen auf DVD eingespielt. Für seine Verdienste um die Stummfilmvertonung erhielt er 2003 den Preis der Deutschen Filmkritik.

Für das IFFF Dortmund | Köln ist er seit vielen Jahren im Einsatz – legendär das Jahr, als er aus dem Stand einige kurze Stummfilmpornos begleiten musste.

In diesem Jahr begleitet Joachim Bärenz die Rapsodia Satanica, Tilly Bébé, La tournée des grands ducs, Les Vampires: Le spectre und Judex: Le moulin tragique.

Maud Nelissen ist Komponistin, Pianistin und Filmbegleiterin. Die vergangenen Jahre widmete sie mehr und mehr der Komposition von (Stummfilm)-Musik. 1999 arbeitete sie mit Charlie Chaplins Pianist und Arrangeur Eric James in Italien und ist seitdem eine viel gefragte Filmbegleiterin auf Festivals und Veranstaltungen in Europa und Amerika. Für ihre eigenen Kompositionen greift Maud Nelissen den Stil der 1910er und 1920er Jahre auf und mischt ihn mit ihren eigenen modernen Phantasien. Für The Patsy (1928) komponierte sie eine erfolgreiche orchestrale Filmmusik. Mit The Sprockets gründete Nelissen ein eigenes Stummfilmensemble und gab eine Reihe ausverkaufter Konzerte im Amsterdamer Concertgebouw. Ihr Amerika-Debüt gab sie auf dem Telluride Festival in Colorado. 2008 trat sie in der Komischen Oper Berlin auf und präsentierte dort mit Erlaubnis der Franz Léhar Gesellschaft eine Filmmusik für Die lustige Witwe (1925). Die Filmmusik ist komponiert für ein Kammerorchester und vereint Maud Nelissens eigene Musik mit der von Franz Léhar.

Maud Nelissen begleitet das Kurzfilmprogramm Alice Guy und die Bösen Frauen in Filibus und L’uomo meccanico.