Die Jury

Dr. Jessica Eisermann, Barbara Albert, Mirjana Karanović

Barbara Albert
In Wien geboren. Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik, ab 1991 Regie- und Drehbuchstudium an der Wiener Filmakademie. Nach diversen Assistentinnenjobs und dem ersten international erfolgreichen Kurzfilm der erste Langspielfilm: Nordrand (Venedig 1999). Es folgen der Dokumentarfilm Zur Lage und die Spielfilme Böse Zellen (Locarno 2003) und Fallen (Venedig 2006).

1999 Gründung der Produktionsfirma coop99 gemeinsam mit Martin Gschlacht, Jessica Hausner und Antonin Svoboda. Als Autorin bzw. Ko-Autorin hat sie unter anderem die Filme Auswege (Regie: Nina Kusturica), Grbavica (Regie: Jasmila Žbanić) und Das Fräulein  (Regie: Andrea Staka) mitverantwortet.


Dr. Jessica Eisermann
Studium der Soziologie, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Kunstgeschichte und Politischen Wissenschaft in Köln, Florenz und Berlin. Von 1993 bis 1997 Stipendium am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz. 1999 Promotion zum Thema Mediengewalt: Die gesellschaftliche Kontrolle von Gewaltdarstellungen im Fernsehen (VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2001).

Jessica Eisermann war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft der Universität zu Köln. Sie hat als Medienforscherin für die Multimediaagentur Pixelpark gearbeitet und war Redakteurin bei Grundy Light Entertainment. Seit 2001 ist sie beim WDR, u.a. als stellvertretende Leiterin der Unternehmensplanung und Strategie, seit 2005 in der Redaktion von Einsfestival. Die redaktionelle Zuständigkeit für dieses digitale Fernsehprogramm der ARD liegt beim WDR. Seit 2009 ist Jessica Eisermann Redaktionsleiterin bei Einsfestival.


Mirjana Karanović

Mirjana Karanović hat in einer großen Zahl von Filmen und Theaterstücken mitgewirkt und mit ihrer Schauspielkunst unvergessliche Momente geschaffen. Sie debütierte 1980 in der Rolle einer serbischen Analphabetin in dem Film Petrijin venac. International bekannt wurde sie 1985 durch die Darstellung der Mutter in Emir Kusturicas Film Otac na službenom putu (Papa ist auf Dienstreise). Karanović arbeitete in der Folge mit bekannten jugoslawischen und serbischen Regisseuren wie Goran Markovi, Lordan Zafranović, Boro Drasković, Zika Pavlović, Goran Paskaljević. 2003 war sie die erste serbische Schauspielerin, die nach dem Jugoslawienkrieg wieder in Kroatien drehte. Dies rief heftige Proteste kroatischer Nationalisten hervor, zumal sie in Svjedoci eine kroatische Kriegerwitwe verkörperte. 2005 übernahm sie unter der Regie von Jasmila Žbanić ihre vielleicht bekannteste Rolle. In dem bosnischen Film Grbavica, der 2006 bei der Berlinale den Goldenen Bären gewann, stellte sie eine bosnische Muslima dar, die während des Kriegs in Bosnien-Herzegowina von Serben vergewaltigt wurde. Für ihre Darstellung wurde sie bei Festivals in Spanien, Belgien, Österreich und Kasachstan ausgezeichnet und für den Preis der Europäischen Filmakademie nominiert. Sie spielte die Rolle der Ruza in Andrea Stakas Das Fräulein und für Here and There von Darko Lungulov wurde sie im Januar 2010 beim Filmfestival Belgrad mit dem Kritikerpreis als beste Darstellerin ausgezeichnet. Der neue Film von Jasmila Žbanić, Na patu, in dem Mirjana Karanović ebenfalls mitwirkt, hatte im Wettbewerb der Berlinale 2010 seine Weltpremiere und eröffnet das diesjährige Frauenfilmfestival in Köln.

Neben der Film- ist auch ihre Theaterlaufbahn produktiv und vielseitig, mit Rollen sowohl im zeitgenössischen wie im klassischen Fach an Häusern wie dem Theater Belgrad oder  dem Zvezdara Theater und vielen anderen. Ihre Arbeit in der Kult-Inszenierung Helvers Nacht an den Kammerspielen Sarajewo wurde vielfach ausgezeichnet und 2008 erhielt sie den „Osvajanje slobode” Freiheitspreis. Der Preis zeichnet Frauen aus, die sich mit ihrer Arbeit für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Toleranz in der Gesellschaft stark machen. Seit 1995 lehrt Mirjana Karanović Schauspiel an der Kunsthochschule Belgrad und ist dort seit 2009 Dekanin.