film-dienst präsentiert Mark Lombardi – Kunst und Konspiration

Mark Lombardi
D 2011, Regie: Mareike Wegener

Im Oktober 2001 erhält der New Yorker Galerist Joe Amrhein einen Anruf. Eine FBI-Agentin, die zu dem Anschlag auf das World Trade Center ermittelt, erkundigt sich nach einem Bild des Künstlers Mark Lombardi, der seit den frühen 1990er Jahren großformatige, detaillierte Diagramme zeichnet, die er als „narrative Strukturen“ bezeichnete: aus der Distanz ein ästhetisches Ganzes, aus der Nähe beunruhigende Fakten zu Verstrickungen von Wirtschaft und Politik. Das Bild mit dem Titel BCCI-ICIC & FAB, 1972-91, das später verschwand, konnte vermutlich bei der Aufklärung der Anschläge des 11.9.2001 helfen. Es zeigt ausführliche Informationen über die Familie Bin Laden und das amerikanische Bankensystem. Erstmalig wurde ein Kunstwerk als Informationsquelle bei einer Ermittlung dieser Größenordnung herangezogen. Mark Lombardi selbst kann nicht mehr zu seinem Bild befragt werden. Er wurde im März 2000 tot in seinem Studio aufgefunden. Mareike Wegener, Absolventin der KHM, entwirrt in ihrem Film die Jagd nach Dichtung und Wahrheit.

Im Anschluss: Gespräch mit Mareike Wegener und Sophie Maintigneux (Bildgestaltung), moderiert von Horst-Peter Koll (film-dienst).

In Kooperation mit dem film-dienst