Pressemitteilungen

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Pressemitteilungen als pdf:

13. April: Preisträgerinnen 2014

18. März 2014: Wettbewerb Bildgestaltung

07. März 2014: Debüt-Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen

07. März 2014: Länderschwerpunkt Fokus: Türkei

07. März 2014: Sektion Panorama

07. März 2014: Sektion begehrt! filmlust queer

07. März 2014: Specials: Paneldiskussionen, Werkstattgespräche, Workshops

 

Ältere Pressemitteilungen zur Ansicht:

17. April 2011: Abschluss des Programms & Preisträgerinnen 2011

Ambivalenzen zulassen – Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln beendet heute sein ausgesprochen politisches Programm 2011

Athina Rachel Tsangaris Attenberg erhält den Internationalen Spielfilmpreis mit 25.000 Euro

Heute Abend geht im neuen RWE Forum | Kino im U das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln mit der Verleihung von insgesamt 4 Preisen und Preisgeldern in Höhe von 41.000 Euro zu Ende. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis für den besten Spielfilm geht an die griechische Regisseurin Athina Rachel Tsangari. Sie erhält den Preis für ihren Film Attenberg eine Geschichte über Freundschaft, Lebenslust und Verlust die mit distanziertem Minimalismus und großen Bildern erzählt wird. Der Film war in Dortmund als deutsche Erstaufführung zu sehen ebenso wir der argentinische Beitrag La mosca en la ceniza von Gabriela David, der mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet wird.

Die Jury war in diesem Jahr mit der Schauspielerin Maren Kroymann, der US-amerikanischen Bloggerin Melissa Silverstein und der Niederländerin Claudia Landsberger, Leiterin von EYE International, besetzt. Sie begründet ihre Entscheidung wie folgt:

„Tsangari kreiert mit der 23-jährigen Marina eine originelle, etwas einzelgängerische Frauenfigur, die sich den Herausforderungen des Erwachsen-Werdens mit Neugier und unbestechlichem Wahrheitsdrang stellt. Lebenshilfe bekommt sie von ihrer einzigen Freundin und durch die Tier-Dokumentationen von Sir David Attenborough. Marina entdeckt ihre Sexualität, während sie ihren krebskanken Vater in den Tod begleitet.

Tsangari unterläuft konventionelle Erzählformen, indem sie Stilelemente aus anderen Kunstformen: Tanz – von Ferne grüßt Pina Bausch –, Performance, Tier-Improvisationen und Popmusik spielerisch, aber nie beliebig ineinanderfließen lässt. Die Vorstellung von Normalität wird in entwaffnender, oft sehr komischer Weise dekonstruiert – in der erzählten Geschichte ebenso wie in der Machart des Films. Die Jury ist begeistert von dieser kühnen Frauenfigur, hinreißend verkörpert von Ariane Labed -, die ihr Anderssein selbstverständlich auslebt, ohne ihre Unsicherheit zu überspielen.“


Die Jury vergibt eine lobende Erwähnung an den Film La mosca en la ceniza von Gabriela David, deren unbequemes Thema der Prostitution von Minderjährigen hier einmal in einem Spielfilm behandelt wird. Die kürzlich verstorbene Regisseurin zeigt die Aktualität dieses Themas auf, und dass diese massive Verletzung der Menschenrechte uns alle angeht – in allen Ländern, in allen gesellschaftlichen Schichten – mit der Konsequenz, dass sich die Politik dieses Themas endlich auf höchster Ebene annehmen muss.

Athina Rachel Tsangari wird den Preis heute Abend persönlich von der Jury in Empfang nehmen. Preisstifter ist die RWE Vertrieb AG. La mosca en la ceniza wurde in Dortmund von dem Produzenten des Films und Ehemann Gabriela Davids, Enrique Angeleri, präsentiert. Er wird am Abend die lobende Erwähnung entgegen nehmen. Der Preis wird von Dr. Hanns-Ferdinand Müller (Vorstandssprecher der RWE Vertrieb AG) überreicht.

Als Preisträgerinnen des Dortmunder Preises für Bildgestalterinnen werden Eva Maschke für ihre Kameraarbeit im Dokumentarfilm Frauenzimmer (Regie: Saara Aila Waasner) und Hanne Klaas für ihren Dokumentarfilm Ole (Regie: Hanne Klaas) ausgezeichnet. Sie erhalten jeweils 2.500 Euro. Eine lobende Erwähnung geht an Maria Goinda für ihre Bildgestaltung im Film Cartonera (Regie: Maria Goinda). Die Entscheidungen trafen in der Jury in diesem Jahr die Bildgestalterinnen Sophie Maintigneux, Daniela Knapp und Stephanie Hardt.

Die Berliner Filmemacherin Helga Reidemeister wird am Abend mit dem ersten Dortmunder Dokumentarfilmpreis – gestiftet von der Sparkasse Dortmund – für ihr Lebenswerk als Dokumentarfilmregisseurin ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Gabriele Kroll wird den Preis für die Sparkasse überreichen.

Der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis (gestiftet von der Zeitschrift trailer) steht erst nach der Auszählung der letzten Stimmen kurz vor der Preisverleihung fest. Ins Rennen gingen alle aktuellen Filme mit einer Länge ab 60 Minuten.

Die Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien Dr. Angelica Schwall-Düren, Bürgermeisterin Birgit Jörder und Dr. Ingrid Stoppa-Sehlbach (Kulturreferat der Staatskanzlei NRW) werden am Abend in Dortmund erwartet.

Insgesamt war das Festival, das mit dem Thema WAS TUN – Filme zur Situation angetreten war, künstlerische Auseinandersetzungen zu den wichtigen Fragen der Zeit zu präsentieren, ein großer Erfolg. Das Festival hat sich bei diesem Thema in seiner Konzeption besonders weit geöffnet und mit zahlreichen Vorträgen, Konzerten, Workshops und einem mobilen Festivallabor versucht, für das Publikum neben filmischen Bestandsaufnahmen auch tatsächlich Handlungsimpulse zu setzen. Lokale Gruppen, die ‚was tun’ wurden als Film-Paten eingebunden. Das Festival war eine Plattform für Stimmen, die oft nicht gehört wurden – etwa in der Diskussion zu dem Film Hotel Rai, bei dem anlässlich der Debatte um die Dortmunder Nordstadt Vertreterinnen von KOBER (Kommunikations- und Beratungsstelle für Prostituierte) und dem Planerladen Gelegenheit hatten, jenseits festgefahrener Debatten ihre Perspektive zu erläutern.

Das Festival hat in diesem Jahr mit seinen Spielorten ein weites Netz über Dortmund gespannt und bedankt sich für die erfolgreiche und schöne Zusammenarbeit mit den Kinos sweetSixteen, Roxy, Schauburg, CineStar und dem Dortmunder U, dessen neues Kino mit dem Frauenfilmfestival erstmals und erfolgreich bespielt wurde.

Die kommende Festivalausgabe wird im April 2012 in Köln stattfinden.

17. April 2011: Publikumspreis für KOUNDI ET LE JEUDI NATIONAL

Trailer-Publikumspreis beim IFFF Dortmund | Köln 2011 geht an Dokumentarfilm aus Kamerun

Nach den letzten ausgezählten Stimmen steht fest: Der mit 1.000 Euro dotierte trailer-Publikumspreis geht an Ariane Astrid Atodji aus Kamerun für ihren Dokumentarfilm Koundi et le jeudi national .

Ariane Astrid Atodji, geboren 1980 in Nguelemendouga, wuchs in Kamerun auf. Sie studierte Theaterwissenschaften an der Universität von Yaoundé und seit 2008 an der LN International Filmschool in Yaoundé. In ihrem vierten Film zeichnet Ariani Atodji in ruhigen Bildern ein charmantes Dorfporträt, dass gängige Afrika-Klischees hinter sich läßt.

Koundi zählt mit seinen 1.200 Einwohnern zu den größeren Dörfern in der Provinz Ost-Kamerun. Mit ihrem wertvollsten Rohstoff, dem Wald, sichern die Bewohner ihre Existenz. Sie gründeten eine Genossenschaft und erlangten die staatliche Erlaubnis zur forstwirtschaftlichen Nutzung des Waldes. Mittlerweile gibt es eine Schule, und es wurde eine medizinische Versorgungsstation eingerichtet. Neben Französisch, der Sprache der ehemaligen Kolonialmacht, wird die Stammessprache Maka gepflegt. Das Gemeinwesen funktioniert, weil neben den modernen Errungenschaften auch die archaischen Strukturen ihre Berechtigung behalten. So hat zum Beispiel die Krankenschwester nur eine Chance, weil sie mit den örtlichen Heilerinnnen kooperiert. Für den Fall, dass ihr Holznutzungsvertrag einmal auslaufen sollte, will man in Koundi für die Zukunft gewappnet sein: Es wird der Nationale Donnerstag ausgerufen, um in der Almende gemeinsam eine Kakaoplantage anzulegen.

Am Wettbewerb um den Publikumspreis nahmen alle aktuellen Filme des diesjährigen Festivals mit einer Länge von mindestens 60 Minuten teil.
Der Preis wird von der Zeitschrift trailer Ruhr des Berndt-Media-Verlags gestiftet.

13.04.2011: Von hoher poltischer Relevanz: Start des IFFF

Gestern hat das Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund begonnen. Bis zum kommenden Sonntag wird die Stadt nun zur cineastischen Hochburg und das Publikum darf sich auf ein großes Programm mit Filmen, Diskussionen, Workshops, Werkstattgespräche, ein Konzert und vieles mehr freuen. In über 80 Veranstaltungen mit mehr als 90 Filmen aus 26 Ländern sind die Dortmunder_innen und alle Gäste eingeladen, mehr als 4834 Minuten Film zu genießen. Nachdem das Team bereits am Wochenende sein temporäres Quartier im Dortmunder U bezogen hatte, fiel am Dienstagabend der offizielle Startschuss mit der Festivaleröffnung im CineStar. Dort war um 19:30 Uhr der erste Beitrag im Internationalen Wettbewerb für Regisseurinnen zu sehen: "También la lluvia" von Icíar Bollaín bietet eine differenzierte Auseinandersetzung mit den alten und neuen Formen der Kolonalisierung Südamerikas und problematisiert den ökonomischen Ausverkauf regionaler Wasserressourcen. Mit dem Eröffnungsfilm leitete das Festival zugleich seinen diesjährigen Themenschwerpunkt WAS TUN ein, der mit den Ereignissen in der arabischen Welt und in Japan aktuelle Brisanz erhalten hat. Wie blicken Filmemacherinnen auf die ökologischen und politischen Krisen unserer Zeit und wie könnten Lösungsstrategien aussehen? Das Frauenfilmfestival will eine Plattform bieten, diese und ähnliche Fragen in den nächsten Tagen zu diskutieren - im und auch jenseits des Kinos, in geschlossenen und öffentlichen Räumen.

Um den diesjährigen Themenschwerpunkt, aber auch um die Aktualität eines Festivals für Filme von Frauen war es am Nachmittag bereits im Pressegespräch gangen, zu dem die Veranstalter_innen eingeladen hatten. Claudia Kokoschka vom Kulturbüro der Stadt Dortmund bekräftigte hier nicht nur die Bedeutung des Frauenfilmfestivals als fester Bestandteil des städtischen Kulturangebots, sondern zeigte sich auch von seiner besonderen politischen Relevanz überzeugt. Denn mit dem Motto WAS TUN zeige es "die Grenzen einer hochzivilisierten Gesellschaft" und werfe eine ungeheure Bandbreite an Fragen und Herausforderungen auf. Mit Maren Kroymann und Melissa Silverstein konnten sich im Dortmunder Rathaus bereits zwei der drei Jurorinnen des Spielfilmwettbewerbs vorstellen. Maren Kroymann erklärte sich vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen als Frau im Filmgeschäft zur "natürlichen Verbündeten des Frauenfilmfestivals" und fühlte sich von seiner gewissen "aufrührerischen Gundhaltung" angesprochen. Und die US-Amerikanerin Silverstein, die als feministische Stimme Hollywoods gilt, bestätigte, dass Frauen im Filmbereich nach wie vor gerade in den großen Produktionen deutlich unterrepräsentiert seien. Sie wird für ihr weltweit beachtetes Blog WOMEN & HOLLYWOOD so viel wie möglich direkt vom Festival berichten.

 

1. April 2011: Freie Plätze beim Programm für Kinder & Jugendliche!


Erste Blicke in die Welt des Films: Beim Programm für Kinder und Jugendliche des Internationalen Frauenfilmfestivals 2011 in Dortmund sind noch Plätze frei!


Girls' Focus: Workshop „Schnittmuster“
Im Rahmen des IFFF Dortmund | Köln 2011 sind auch für junge Filmfans Kontakte zur professionellen Filmbranche möglich. Der Girls´ Focus richtet sich an filmbegeisterte Mädchen ab 16 und findet vom 15. bis 17. April 2011 in Dortmund statt. Der Wochenendworkshop, der bereits zum 6. Mal angeboten wird, steht diesmal unter dem Motto Schnittmuster. Die Kölner Filmeditorin Nina von Guttenberg (2006 beim Deutschen Kamerapreis für den besten Schnitt im Dokumentarfilm für „Kopfende Haßloch“ ausgezeichnet) wird den Nachwuchscutterinnen praktische und theoretische Grundlagen der Filmmontage vermitteln. Vorgegebenes Filmmaterial können die Teilnehmerinnen zu einer neuen Sinneinheit zusammenfügen und dabei lernen, wie der Schnitt zur künstlerischen Ausgestaltung eines Films beiträgt. Neben der Arbeit spielt die Atmosphäre beim Festival eine wichtige Rolle: es wird ausreichend Gelegenheit geben, tolle Filme zu schauen und Kontakte mit Fachfrauen aus aller Welt zu knüpfen. Ehemalige Teilnehmerinnen, von denen einige mittlerweile auch Film studieren, erzählen bei einer ersten Kennenlernrunde von ihrem Studium, ihren Berufszielen und Zukunftsvorstellungen.
Teilnahmebedingung: Alter mind. 16 Jahre.
Kosten: 45,- € inklusive Unterkunft und Verpflegung; Anmeldungen noch bis zum 4. April unter marx@frauenfilmfestival.eu
Termin: 15. - 17. April

Schon über 1000 Anmeldungen im Schulfilmprogramm
Die thematische Klammer des diesjährigen Festivals - WAS TUN - wird auch im Schulfilmprogramm aufgegriffen. Kinder und Jugendliche stehen ebenso wie Erwachsene oft vor schwierigen Entscheidungen. Aktiv werden oder aushalten? In acht Schulfilmvorstellungen sind Spiel- und Dokumentarfilme von Frauen zu sehen, in denen kleine und große Menschen eine Antwort für sich gefunden haben oder aber auf der Suche danach sind. Dass Filmbildungsangebote nach wie vor auf großes Interesse stoßen, davon zeugen die über 1000 Anmeldungen, die das Festival bereits erreicht haben.
Für die Vorstellung des Films Age of Stupid - Warum wir nichts tun von Franny Armstrong, in dem es um die Auswirkungen des Klimawandels geht, wird aufgrund der großen Nachfrage ein zweites Kino bespielt.
Für zwei Vormittagsvorstellungen am Donnerstag, den 14. April können sich Schulklassen aber noch anmelden: Die niederländische Regisseurin Ineke Houtman hat mit Der Indiander einen einfühlsamen wie spannenden Spielfilm darüber gemacht, wie wichtig es ist, seine eigene Identität zu kennen. Koos wurde als Baby adoptiert. Als seine Adoptivmutter schwanger ist, befürchtet er, die Eltern könnten sich nun nur noch um das „eigene“ Kind kümmern (ab 8 Jahren). Für Jugendliche ab 13 Jahren ist der Film Waste Land von Lucy Walker zu empfehlen. Der weltbekannte brasilianische Künstler Vik Muniz realisiert ein sensationelles Kunstprojekt auf einer der größten Müllhalden der Welt vor den Toren Rio de Janeiros. Die Müllsammler der Deponie erschaffen gemeinsam mit ihm Porträts von sich selbst – aus Müll. Im Zuge dieser Arbeit verändern sie nicht nur die Perspektive auf ihr eigenes Leben, sondern auch auf die Welt.

Nach jeder Vorführung wird ein Filmgespräch angeboten. Hier können die Schüler_innen Fragen zum Film stellen und mehr über die Hintergründe der jeweiligen Filmproduktion und ihrer spezifischen Filmsprache erfahren. Das Programm und der Anmeldebogen sind auf der Internetseite des Festivals abrufbar.

18. März 2011: Die Regisseurinnen des Spielfilmwettbewerbs 2011

Die Jury des Internationalen Spielfilmwettbewerbs für Regisseurinnen in Dortmund 2011

Für die Vergabe des mit 25.000 Euro dotierten Preises konnten in diesem Jahr drei Frauen der internationalen und europäischen Filmbranche gewonnen werden. Gemeinsam vergeben sie den von der RWE Vertrieb AG gestifteten Preis, um den acht Produktionen ins Rennen gehen. Das Rahmenprogramm bietet außerdem Gelegenheit, zwei der Juryfrauen und ihre Arbeit näher kennen zu lernen.

Maren Kroymann
Maren Kroymann gehört zu den vielschichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Unterhaltungslandschaft. Einem größeren Publikum wurde die Tübingen aufgewachsene Schauspielerin Ende der 80er Jahre durch ihre Rolle in Oh Gott, Herr Pfarrer bekannt. Als erste und einzige Frau im deutschen Fernsehen hatte sie mit Nachtschwester Kroymann von 1993-1997 eine eigene Satiresendung. Seitdem hat Maren Kroymann in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und dabei nicht nur im komödiantischen Fach überzeugt, zuletzt in Doris Dörries Serie Klimawechsel. Im von der Kritik hochgelobten Kinofilm Verfolgt verkörperte sie 2006 eine Bewährungshelferin, die eine sadomasochistische Beziehung zu ihrem minderjährigen Schützling eingeht. Für diese Rolle wurde sie mit dem Darstellerpreis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Als scharfsinnige Satirikerin hat Maren Kroymann immer wieder gängige Rollenklischees aufs Korn genommen. Für ihr feministisches Kabarett (legendär ihr Programm Auf du und du mit dem Stöckelschuh) erhielt sie im Jahr 2000 den Berliner Frauenpreis. Neben ihrer Schauspieltätigkeit arbeitet sie regelmäßig als Sprecherin für Radiofeatures, Hörspiele sowie Hörbücher und ist seit 2000 mit dem Bühnenprogramm Gebrauchte Lieder unterwegs.
Maren Kroymanns künstlerische Arbeit stellt das Festival mit dem Schaupielerinnen-Porträt Weder glatt noch gefällig vor. Hier spricht sie ausführlich über ihre Arbeit, zeigt in Ausschnitten wichtige Etappen ihrer Karriere sowie einen Film ihrer Wahl – den Kinofilm Verfolgt von Angelina Maccarone.

Melissa Silverstein
WAS TUN, das Motto des Frauenfilmfestivals 2011, trifft auf die US-Amerikanerin Melissa Silverstein in mehr als einer Hinsicht zu. Women and Hollywood zählt zu den meist gelesenen und einflussreichen US-amerikanischen Blogs. Hier rezensiert die Journalistin, Autorin und Marketing-Beraterin aktuelle Filme von und über Frauen, veröffentlicht Interviews mit allen wichtigen US-amerikanischen Schauspielerinnen und Regisseurinnen und schreibt über Frauen in der Entertainment-Branche. Neben ihrem politisch-feministischen Engagement als Bloggerin, für das sie mehrfach ausgezeichnet wurde, entwickelte Melissa Silverstein Marketing-Kampagnen für namhafte Filmproduktionen wie Sunshine Cleaning, Revolutionary Road und The Hours. Darüber hinaus widmet sie sich auch auf institutioneller Ebene frauenpolitischen Themen, etwa als ehemalige Projektleiterin des White House Project oder im Beirat des Women’s Media Center. Mit dem Athena Film Festival, das im Februar 2011 Premiere in New York hatte, will sie auf Frauen in leitenden Positionen aufmerksam machen und ihrem Anliegen ein zusätzliches Forum bieten.
In Kooperation mit Women in Film & Television Germany (WIFTG) spricht Melissa Silverstein im Rahmen des Netzwerktreffens für Frauen in der Filmbranche über ihre Arbeit und den Status von Frauen in Hollywood. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

Claudia Landsberger
Die Niederländerin Claudia Landsberger gehört zu den wichtigsten Protagonistinnen der europäischen Filmbranche. Sie blickt auf eine umfangreiche Karriere zurück und hat für Filmproduktionsfirmen in ganz Europa u. a. in den Bereichen Produktion, Entwicklung, Marketing und Kommunikation gearbeitet. Landsberger hat sowohl auf inhaltlicher als auch auf struktureller Ebene Maßstäbe gesetzt: Sie war als Kuratorin zahlreicher Filmfestivals tätig, Mitglied diverser Auswahlkommissionen von Filmfördergremien und leitet seit 1995 Eye International, das niederländische Filminstitut (früher Holland Film). Hier ist sie für die weltweite Vermarktung und Promotion von niederländischen Filmproduktionen verantwortlich. Als Mitbegründerin der European Film Promotion (EFP), dem Dachverband der europäischen Filmvermarktung, hat sie seit 1997 wesentlich zur Profilstärkung des europäischen Kinos beigetragen. Im November 2010 wurde sie beim Europäischen Film Festival in Sevilla für ihre Verdienste um den europäischen Film mit dem Industry Award ausgezeichnet.

 

18. März 2011: Hochkarätige Jury beim Spielfilmwettbewerb 2011

Die Jury des Internationalen Spielfilmwettbewerbs für Regisseurinnen in Dortmund 2011

Für die Vergabe des mit 25.000 Euro dotierten Preises konnten in diesem Jahr drei Frauen der internationalen und europäischen Filmbranche gewonnen werden. Gemeinsam vergeben sie den von der RWE Vertrieb AG gestifteten Preis, um den acht Produktionen ins Rennen gehen. Das Rahmenprogramm bietet außerdem Gelegenheit, zwei der Juryfrauen und ihre Arbeit näher kennen zu lernen.

Maren Kroymann
Maren Kroymann gehört zu den vielschichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Unterhaltungslandschaft. Einem größeren Publikum wurde die Tübingen aufgewachsene Schauspielerin Ende der 80er Jahre durch ihre Rolle in Oh Gott, Herr Pfarrer bekannt. Als erste und einzige Frau im deutschen Fernsehen hatte sie mit Nachtschwester Kroymann von 1993-1997 eine eigene Satiresendung. Seitdem hat Maren Kroymann in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt und dabei nicht nur im komödiantischen Fach überzeugt, zuletzt in Doris Dörries Serie Klimawechsel. Im von der Kritik hochgelobten Kinofilm Verfolgt verkörperte sie 2006 eine Bewährungshelferin, die eine sadomasochistische Beziehung zu ihrem minderjährigen Schützling eingeht. Für diese Rolle wurde sie mit dem Darstellerpreis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet. Als scharfsinnige Satirikerin hat Maren Kroymann immer wieder gängige Rollenklischees aufs Korn genommen. Für ihr feministisches Kabarett (legendär ihr Programm Auf du und du mit dem Stöckelschuh) erhielt sie im Jahr 2000 den Berliner Frauenpreis. Neben ihrer Schauspieltätigkeit arbeitet sie regelmäßig als Sprecherin für Radiofeatures, Hörspiele sowie Hörbücher und ist seit 2000 mit dem Bühnenprogramm Gebrauchte Lieder unterwegs.
Maren Kroymanns künstlerische Arbeit stellt das Festival mit dem Schaupielerinnen-Porträt Weder glatt noch gefällig vor. Hier spricht sie ausführlich über ihre Arbeit, zeigt in Ausschnitten wichtige Etappen ihrer Karriere sowie einen Film ihrer Wahl – den Kinofilm Verfolgt von Angelina Maccarone.

Melissa Silverstein
WAS TUN, das Motto des Frauenfilmfestivals 2011, trifft auf die US-Amerikanerin Melissa Silverstein in mehr als einer Hinsicht zu. Women and Hollywood zählt zu den meist gelesenen und einflussreichen US-amerikanischen Blogs. Hier rezensiert die Journalistin, Autorin und Marketing-Beraterin aktuelle Filme von und über Frauen, veröffentlicht Interviews mit allen wichtigen US-amerikanischen Schauspielerinnen und Regisseurinnen und schreibt über Frauen in der Entertainment-Branche. Neben ihrem politisch-feministischen Engagement als Bloggerin, für das sie mehrfach ausgezeichnet wurde, entwickelte Melissa Silverstein Marketing-Kampagnen für namhafte Filmproduktionen wie Sunshine Cleaning, Revolutionary Road und The Hours. Darüber hinaus widmet sie sich auch auf institutioneller Ebene frauenpolitischen Themen, etwa als ehemalige Projektleiterin des White House Project oder im Beirat des Women’s Media Center. Mit dem Athena Film Festival, das im Februar 2011 Premiere in New York hatte, will sie auf Frauen in leitenden Positionen aufmerksam machen und ihrem Anliegen ein zusätzliches Forum bieten.
In Kooperation mit Women in Film & Television Germany (WIFTG) spricht Melissa Silverstein im Rahmen des Netzwerktreffens für Frauen in der Filmbranche über ihre Arbeit und den Status von Frauen in Hollywood. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten.

Claudia Landsberger
Die Niederländerin Claudia Landsberger gehört zu den wichtigsten Protagonistinnen der europäischen Filmbranche. Sie blickt auf eine umfangreiche Karriere zurück und hat für Filmproduktionsfirmen in ganz Europa u. a. in den Bereichen Produktion, Entwicklung, Marketing und Kommunikation gearbeitet. Landsberger hat sowohl auf inhaltlicher als auch auf struktureller Ebene Maßstäbe gesetzt: Sie war als Kuratorin zahlreicher Filmfestivals tätig, Mitglied diverser Auswahlkommissionen von Filmfördergremien und leitet seit 1995 Eye International, das niederländische Filminstitut (früher Holland Film). Hier ist sie für die weltweite Vermarktung und Promotion von niederländischen Filmproduktionen verantwortlich. Als Mitbegründerin der European Film Promotion (EFP), dem Dachverband der europäischen Filmvermarktung, hat sie seit 1997 wesentlich zur Profilstärkung des europäischen Kinos beigetragen. Im November 2010 wurde sie beim Europäischen Film Festival in Sevilla für ihre Verdienste um den europäischen Film mit dem Industry Award ausgezeichnet.

8. März 2011: 6. Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen

Gewinnerfilme von Eva Maschke und Hanne Klaas werden beim Festival präsentiert

Knapp 30 Filme gingen in der vergangenen Woche ins Rennen um den 6. Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen. Die dreiköpfige Fachjury – Sophie Maintigneux, Daniela Knapp und Stephanie Hardt – zeigte sich von der Qualität der eingereichten Dokumentarfilme beeindruckt und entschied, den Hauptpreis zu teilen und eine lobende Erwähnung auszusprechen.

Der mit 5.000€ dotierte Preis für die beste Bildgestaltung geht zu gleichen Teilen an Eva Maschke für den Film Frauenzimmer und an Hanne Klaas für den Film Ole.

Der Dokumentarfilm Frauenzimmer gibt Einblicke in die außergewöhnlichen Lebensgeschichten und den teilweise überraschend bürgerlichen Alltag dreier Berliner Prostituierte. Für die Jurorinnen trägt die beeindruckende Bildgestaltung von Eva Maschke dazu bei, die Würde und Schönheit der Protagonistinnen stets zu wahren. Die Kamera agiere selbstbewusst, ohne voyeuristisch oder wertend zu sein. Mit Ole wird ein sehr persönlicher und berührender Film ausgezeichnet. Hanne Klaas erzählt vom Suizid ihres Bruders Ole im Jahr 1991 und von den Auswirkungen dieses Freitods auf das Leben der Familie. Sie entwickelt eine konsequente und anspruchsvolle Bildgestaltung, die im Zusammenspiel mit der Tonebene eine emotionale Kraft entwickelt und Raum für eigene Gedanken lässt.

Eine lobende Erwähnung erhält die gebürtige Dortmunderin Maria Goinda für den Film Cartonera. Mit der Handkamera begleitet sie Kinder, die auf den Straßen von Buenos Aires Altpapier sammeln. Es gelingt ihr, eine Nähe zu den Kinder herzustellen und uns einen Einblick in deren Überlebensstrategien zu verschaffen.

Die drei prämierten Filme werden im Rahmen des Festivalprogramms präsentiert. Die Preisverleihung findet am 17. April 2011 in Dortmund statt.


Frauenzimmer
[D 2009, Dokumentarfilm, 75 Min., Regie: Saara Aila Waasner]

Christel, Paula und Karolina arbeiten im ältesten Gewerbe der Welt und zählen dort selbst zum „alten Eisen“. Ihre facettenreichen Persönlichkeiten machen deutlich, auf welch unterschiedliche Art und Weise sie der Prostitution nachgehen und warum sie sich für den Beruf der Sexarbeiterin entschieden haben.

Aus der Jury-Begründung: „Eva Maschke schafft es, die Banalität des Alltags nicht banal zu zeigen. Sie beweißt Talent, vorhandenes Licht zu nutzen und kreiert in den Interviewsequenzen stimmungsvolle Bilder mit gesetztem Licht. Wir spüren eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bildgestalterin und Regisseurin (...)“

Eva Maschke, 1976 in Köln geboren, arbeitet als Kamerafrau und Regisseurin. Die ausgebildete Physiotherapeutin war beim SWR Baden-Baden als Material- und Kameraassistenz tätig und studierte Kamera/Bildgestaltung an der Filmakademie Baden-Württemberg. Für den Dokumentarfilm Roaming Around (Regie: Brigitte Bertele) erhielt sie 2007 den Deutschen Kamerapreis.


Ole
[D 2011, Dokumentarfilm, 102 Min., Regie: Hanne Klaas]

18 Jahre nach dem Suizid ihres Bruders Ole im Jahr 1991 entscheidet sich Hanne Klaas, diesen Film zu machen – und bricht das Schweigen in der Familie. Die Abwesenheit des Bruders ist noch immer zu spüren – wie geht die Familie mit dem Verlust um? Ole erzählt von Abschied und Trauer – aber auch vom Versuch, loszulassen und Neues zu beginnen.

Aus der Jury-Begründung: „Nicht alles wird sofort beleuchtet. Halbschatten, Dunkelheit, Hochkontrast sind die von Hanne Klaas angewandten Stilmittel. (...) Klar kadriert, präzise Blendenwahl, gezielt beleuchtet. Das macht eine persönliche Geschichte zum
Kinoerlebnis.“

Hanne Klaas, 1982 in Siegen geboren, hat ihr Studium der Audiovisuellen Medien/Kamera an der Beuth Hochschule Berlin 2010 mit Ole abgeschlossen. Derzeit studiert sie European Film and Media Studies in Weimar, Lyon und Utrecht.


Cartonera
[D/AR 2010, Dokumentarfilm, 35 Min., Regie: Maria Goinda]

Cartonera zeigt einen Tag aus dem harten Alltag der achtjährigen Marlen und ihrer Geschwister. Jeden Tag fahren sie aus den Vorstadt-Slums in die City von Buenos Aires. Bis weit nach Mitternacht sammeln die Kinder verwertbaren Müll und versuchen, das Überleben der Familie zu sichern. Ein unvorstellbar harter Alltag, aber trotzdem hat Marlen einen Traum...

Aus der Jury-Begründung: „Maria Goinda begleitet das Leben der Kinder mit einer Ruhe und Gelassenheit, die sich in ihrer hervorragenden Handkameraführung äußert. In dieser typisch
unkontrollierbaren Dokumentarfilmsituation gelingt es ihr, eine adäquate Bildsprache zu etablieren.“

Maria Goinda, 1977 in Dortmund geboren, studierte Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum, absolvierte eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton und studierte im Fachbereich Design der FH Dortmund Film/Fernsehen. Cartonera ist ihr Diplomfilm.


1. Dortmunder Dokumentarfilmpreis geht an Helga Reidemeister

Das IFFF Dortmund | Köln vergibt den ersten Dortmunder Dokumentarfilmpreis an Helga Reidemeister. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis – gestiftet von der Sparkasse Dortmund – würdigt das Lebenswerk von Regisseurinnen für ihre Verdienste um den europäischen Dokumentarfilm. Mit Helga Reidemeister zeichnet das Festival eine Filmemacherin aus, die seit 40 Jahren konsequent und ausschließlich Dokumentarfilme macht, sich brisanter Themen annimmt und die beunruhigenden Seiten der Wirklichkeit beschreibt. Im Zentrum vieler ihrer Filme stehen dabei Menschen, die sich auch in schwierigsten Umständen nicht unterkriegen lassen. Beim Blick auf Biografien und Schicksale, die sie faszinieren, verliert Reidemeister nie die politischen und sozialen Implikationen und Strukturen aus dem Fokus. Für sie ist und bleibt das private politisch.

Helga Reidemeister, gebürtig in Halle an der Saale, studierte Malerei an der Hochschule für bildende Kunst und Film an der DFFB in Berlin. Politisiert durch die Studentenbewegung, arbeitete sie zwischen 1968 und 1973 als Sozialarbeiterin im Berliner Neubaugebiet Märkisches Viertel. Hier entstand 1974 ihr erster Film Der gekaufte Traum über eine Arbeiterfamilie. Es folgten vielfach preisgekrönte Filme unter anderem über Kinder auf Moskauer Krebsstationen, Frauen im Gefängnis, Friedens-aktivistInnen oder den Abzug der sowjetischen Armee aus Berlin, bis sie 2002 nach Afghanistan ging, wo ihre Filme Texas – Kabul und Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul entstanden.

Der Dortmunder Dokumentarfilmpreis wird von der Sparkasse Dortmund anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Zusammenarbeit mit dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln gestiftet und künftig alle zwei Jahre am Festivalstandort Dortmund vergeben.

Die Preisverleihung findet am 17. April 2011 in Dortmund statt. Das Festival zeigt am 16. April Helga Reidemeisters Film Mein Herz sieht die Welt schwarz – Eine Liebe in Kabul mit anschließender Diskussion zum Film und dem Filmschaffen der Preisträgerin.

Förderer des Festivals:
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW
Kulturbüro Stadt Dortmund, Stadt Köln, Filmstiftung NRW,
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW

SPARKASSE DORTMUND

 

Neuer Ehrenpreis für Dokumentarfilmerinnen!

Anlässlich des 20jährigen Jubiläums der Zusammenarbeit der Sparkasse Dortmund mit dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln wird erstmals der mit 10.000 Euro dotierte Dortmunder Dokumentarfilmpreis – gestiftet von der Sparkasse Dortmund - vergeben. Mit diesem Preis wird das Gesamtwerk einer europäischen Dokumentarfilmerin gewürdigt. Ausgezeichnet werden Regisseurinnen für ihre langjährigen Verdienste um den europäischen Dokumentarfilm. Bei der Auswahl werden Dokumentarfilmerinnen berücksichtigt, die sich dauerhaft in diesem Bereich etabliert haben und so einen herausragenden Beitrag für die Formsprache des Genres und für die filmische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen unserer Zeit geleistet haben.

Uwe Samulewicz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Dortmund, kommentiert die langjährige Kooperation wie folgt: „Die Zusammenarbeit mit dem IFFF Dortmund | Köln ist für uns eine schöne und lohnende Gelegenheit, die Arbeit von Frauen im Filmgeschäft zu würdigen.“

Der Preis wird von der Sparkasse Dortmund gestiftet und alle zwei Jahre in Dortmund verliehen. Erstmalig wird er am 17. April 2011 überreicht. Die Preisträgerin 2011 wird kurz vor dem Festival in einer Pressemeldung bekannt gegeben.

 

Filmische Highlights aus der Sektion WAS TUN

Waste Land
(Dokumentarfilm von Lucy Walker)

Hier stellen wir Ihnen erste filmische Höhepunkte aus dem thematischen Schwerpunkt WAS TUN - Filme zur Situation vor. Das Programm wird insgesamt rund 50 internationale Filme umfassen vom kurzen Videoclip bis zum langen Spielfilm. Viele der Filmemacherinnen werden ihre Arbeiten persönlich in Dortmund präsentieren.

There Once Was an Island [Briar March, NZ/ USA 2010, 80 Min]
Ein Paradies verschwindet im Meer.
Es gibt Orte auf der Welt, für die die Folgen des Klimawandels weniger abstraktes Zukunftsszenario, sondern konkrete Realität und Bedrohung sind. Noch können sich die Menschen auf Takuu, einem Atoll im Südpazifik, mit Holzpfählen und Bastmatten vor den näher kommenden Wassermassen schützen. Doch die Insel ist dem Untergang geweiht. Briar March hält die Bedrohung eines einzigartigen Lebensraums fest und erzählt von persönlichen Schicksalen der Insulaner im Kampf um die Bewahrung ihrer Heimat. Spezialpreis beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2010.

Between Two Fires [Agnieszka Lukasiak, S 2010, 125 Min.]
“A gripping, provocative drama which challenges and confronts real issues facing Europe today.” (Yellow Affair)
Aus ärmlichen Verhältnissen in ihrer Heimat Weißrussland und aus der Abhängigkeit von ihrem gewalttätigen Mann fliehen die 30-jährige Marta und ihre Tochter in das verheißungsvolle Schweden. Sie landen beide in einem Auffanglager für Einwanderer in der verschneiten Provinz. Der beeindruckende erste Spielfilm der gebürtigen Polin Agnieszka Lukasiak nimmt konsequent die Perspektive von Einwanderern ein. Lukasiak zeichnet die schwedische Gesellschaft als abweisend und kalt gegenüber Flüchtlingen, deren tägliche Überlebenskämpfe desinteressiert hingenommen werden.

Waste Land [Lucy Walker, USA/ BR 2010, 99 Min]
“One man's garbage is another man's art.” (New York Post)
Der bekannte brasilianische Künstler Vik Muniz macht sich auf den Weg zur größten Mülldeponie der Welt vor den Toren Rio de Janeiros. Gemeinsam mit den „catadores”, jenen MüllsammlerInnen und RecyclerInnen, die unter unvorstellbaren Bedingungen härteste Arbeit verrichten, schafft er aus recyclebaren Materialien spektakuläre moderne Kunstwerke. Der Publikumspreisträger des Sundance Filmfestivals/USA und der Berlinale wurde soeben für den Oscar 2011 als bester Dokumentarfilm nominiert.

Age of Stupid [Franny Armstrong, GB 2009, 90 Min]
Warum tun wir nichts?
Die Welt im Jahr 2055: London steht unter Wasser. Las Vegas versinkt im Wüstensand und der letzte Mensch sitzt in der geschmolzenen Arktis in einem riesigen Archiv und fragt sich, warum die Klimakatastrophe nicht verhindert wurde. Auf seinem interaktiven Bildschirm erscheinen sechs wahre Geschichten aus der Zeit zwischen 1950 und 2008, die den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit dokumentieren und aufzeigen, wie wir unsere Lebensgrundlagen zerstören. Der im Januar verstorbene, britische Schauspieler Pete Postlethwaite ist im Doku-Drama Age of Stupid in einer seiner letzten Rollen zu sehen. Der Film sorgte international nicht nur aufgrund seiner ungewöhnlichen Finanzierung (Stichwort crowd-funding) für Furore. Seinen Machern ist der Klimaschutz ein tatsächliches Anliegen: die Londoner Filmpremiere fand in einem Solarkinozelt statt und die CO²-Initiative 10:10 (www.1010global.org) feiert weltweit Erfolge.

A Road Not Taken [Christina Hemauer, Roman Keller, CH 2010, 66’]
Der Bedeutung von Energie auf der Spur.
1979 installiert US-Präsident Jimmy Carter in einer visionären Aktion eine Solaranlage auf dem Dach des Weißen Hauses. Ronald Reagan lässt in einer seiner ersten Amtshandlungen die Paneele wieder entfernen – als Zeichen einer radikalen Abwendung von Carters Energieprogramm. 30 Jahre später finden Christina Hemauer und Roman Keller die Sonnenkollektoren in einem alten Lager und begeben sich mitsamt den Kollektoren auf die Suche nach deren Geschichte und einer neuen Bestimmung. Die provokative und witzige Intervention rollt ein vergessenes Kapitel US-amerikanischer Umweltpolitik neu auf.

Le Tigre: On Tour [Kerthy Fix USA 2010, 67’, Deutschlandpremiere]
“It’s fucking hard to be a feminist.” Le Tigre
Der Konzertfilm begleitet die US-amerikanische feministische Electropunkband Le Tigre durch vier Kontinente und zehn Länder. Material aus 20 verschiedenen Shows der Jahre 2004-2005, Backstageaufnahmen und Interviews liefern Innensichten aus dem Leben als Musikerinnen. Bandgründerin Kathleen Hanna ist eine der frühesten und bekanntesten Vertreterinnen der Riot-Grrrl-Bewegung. Ihr und der Band ging es um Gleichberechtigung, künstlerische Verwirklichung, Selbstverwaltung und die Schaffung alternativer Produktions- und Vertriebsstrukturen. Der Film beleuchtet die Motivation der Bandfrauen und ihre Strategien, etwa ihrem beißenden Humor, mit dem sie dem Sexismus und der Homophobie (nicht nur) im Musikbusiness begegnen.

Prominente Jury im Wettbewerb für Nachwuchs-Bildgestalterinnen

v.l.: S. Maintigneux, A. Misselwitz, D. Knapp

Bereits zum sechsten Mal veranstaltet das IFFF Dortmund | Köln den nationalen Wettbewerb für Nachwuchs-Bildgestalterinnen. In der Kategorie Spielfilm wird ein Preis in Höhe von 5.000 Euro vergeben, die Gewinnerin in der Kategorie Dokumentarfilm darf sich über 2.500 Euro freuen. Um den Preis konkurrieren Abschlussarbeiten sowie Filme aus den ersten beiden Jahren nach Ausbildungsende von Frauen, die ihre Ausbildung in Deutschland absolviert haben oder hier arbeiten. Das Frauenfilmfestival freut sich, in diesem Jahr drei hochqualifizierte Vertreterinnen aus der ersten Riege der Branche in der Jury begrüßen zu dürfen:

Sophie Maintigneux (Juryvorsitz)
Die Französin ist als freie Bildgestalterin tätig und arbeitete mit RegisseurInnen wie Eric Rohmer, Jean-Luc Godard, Helga Reidemeister und Michael Klier zusammen. Den Deutschen Kamerapreis erhielt sie bereits zweimal: 2003 für den Dokumentarfilm “Damen und Herren ab 65“ über ein Tanzprojekt von Pina Bausch (Regie: Lilo Mangelsdorff, D 2002) und 2009 für „Die dünnen Mädchen“ (Regie: Maria Teresa Camoglio). Sophie Maintigneux geht verschiedenen Lehrtätigkeiten nach, unter anderem als Professorin für Bildgestaltung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

Sie ist bereits zum sechsten Mal Mitglied der Dortmunder Kamera-Jury und wird auch in diesem Jahr beim Festival wieder ein Werkstatt-Gespräch zum Thema Bildgestaltung führen, diesmal mit ihrer Mitjurorin Daniela Knapp.
Termin: Samstag, 16. April 2011, 11-16 Uhr


Daniela Knapp
Die gebürtige Österreicherin und studierte Kamerafrau arbeitet seit Jahren erfolgreich als Bildgestalterin für große Kinoproduktionen. Zu den bekanntesten Filmen gehören “Die fetten Jahre sind vorbei“ (Regie: Hans Weingartner, D 2003) und „Emmas Glück“ (Regie: Sven Taddicken, D 2005). Für ihre ideenreiche Kameraarbeit bei Mein Bruder der Vampir (Regie: Sven Taddicken, D 2001) wurde sie mit dem Eastman Förderpreis und beim Filmfestival in Brooklyn / New York für die beste Kameraleistung ausgezeichnet. Nachdem sie zuletzt u. a. mit der Liebeskomödie “Tandoori Love“ (Regie: Olivier Paulus, D/ CH/ A 2008) erfolgreich war, kommt im. Februar ihre aktuelle Arbeit „Poll“ (Regie: Chris Kraus, D/ A/ EST 2010) in die deutschen Kinos.

Anne Misselwitz
2009 wurde Anne Misselwitz für ihren Diplomfilm „Der Die Das“ (Regie: Sophie Narr, D 2008) beim IFFF Dortmund | Köln mit dem Preis für die beste Bildgestaltung im Bereich Dokumentarfilm ausgezeichnet. Die vielbeschäftigte Kamerafrau hat zuletzt unter anderem. den Dokumentarfilm „Wir sitzen im Süden“ (Regie: Martina Priessner, D/TR 2010) in der ZDF-Reihe „Das Kleine Fernsehspiel” realisiert, der seine Premiere auf dem Internationalen Filmfestival Istanbul 2010 feierte und zurzeit auch in einigen deutschen Kinos gezeigt wird.

Im Bereich Bildgestaltung, der hohe Teamfähigkeit und kameratechnisches Know-how verlangt, sind immer mehr gut ausgebildete Frauen vertreten. Mit dem Wettbewerb will das Frauenfilmfestival auf neue Talente aufmerksam machen und die jungen Frauen hinter der Kamera bestärken, ihren Berufsweg konsequent weiter zu gehen.

Die Jury gibt ihre Entscheidung am 11. März 2011 bekannt.
Die Filme der Preisträgerinnen sind im Programm des Festivals vom 12. bis 17. April 2011 in Dortmund zu sehen. Die Preisverleihung findet am Abend des 17. April statt.

22. November: Frauenfilmfestival will Kinostarts fördern.

Das Preisgeld des großen Spielfilmwettbewerbs wird künftig zwischen Regisseurin und deutschem Verleih aufgeteilt.

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln wird 2011 erstmalig das Preisgeld von 25.000 Euro für den besten aktuellen Spielfilm einer Regisseurin aufteilen: 15.000 Euro erhält die Filmemacherin und 10.000 Euro gehen an den deutschen Verleih.

Das Festival reagiert damit gemeinsam mit dem Preissponsor RWE Vertrieb AG auf die Situation, dass viele preisgekrönte und wichtige Filme – gerade von Regisseurinnen – nie ihren Weg in die deutschen Kinos finden. „Wir hoffen, dass die Aussicht auf eine Anschubfinanzierung von 10.000 Euro für viele Verleihe die Entscheidung, einen Film in die deutschen Kinos zu bringen, positiv beeinflusst. Unser Ziel ist es, über das Festival hinaus mehr Filme von weiblichen Filmschaffenden einem breiten Publikum zugänglich zu machen“ begründet Festivalleiterin Silke J. Räbiger diese Entscheidung.

Der Preis wird seit 2005 mit Unterstützung der RWE Vertrieb AG in zweijährigem Turnus in Dortmund vergeben und präsentiert – in Abgrenzung zum Debüt-Wettbewerb, der am Festivalstandort Köln verliehen wird – die Arbeit von Regisseurinnen, die bereits auf ein größeres Filmschaffen zurückschauen und sich über Jahre am Markt behaupten können. Nach Keren Yedaya (2005, OR / MY TREASURE) und Andrea Arnold, die 2007 den Preis für RED ROAD erhielt, wurde im vergangen Jahr Maren Ade für ihren Film ALLE ANDEREN ausgezeichnet.

Ins Rennen um diese höchstdotierte Auszeichnung für Regisseurinnen gehen acht internationale Spielfilm-Produktionen, die in Deutschland noch keinen Kinostart hatten. Der Preis wird von einer dreiköpfigen, international besetzten Jury vergeben.

Einreichungen sind bis zum 7. Januar 2011 möglich.

 

21. Oktober: Neue CD mit Filmmusik von Ulrike Haage

Was nie gehört wurde – auf einem Ton hinaus gegangen,
auf einer Klangwelle zurückgekehrt, mit U(h)rzeiten vermessen
und in Spiegeln verdoppelt. Die Pianistin und
Komponistin Ulrike Haage holt verborgene Klänge ans
Licht – für den Moment und für die Unendlichkeit.

(Klaus Hübner, 2010)

ULRIKE HAAGE_Komponiert in Deutschland
Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln gibt gemeinsam mit der Zeitschrift film-dienst eine neue CD der Edition Filmmusik – Komponiert in Deutschland mit Musik der Komponistin und Jazz-Pianistin Ulrike Haage heraus. Sie enthält die Komposition zum Film Zwiebelfische. Jimmy Ernst, Glückstadt/New York (Dt. 2010, Regie: Christian Bau, Arthur Dieckhoff) sowie die Werke Le Pianoscope (Musik für Filme), Der Wind den Weiden (Hörspielsoundtrack), Requiem. Making of (Filmsoundtrack), Heimsuchung (Hörspielsoundtrack) und Der Kreis ist rot (multimediale Installation).

Komponistin, (Jazz-)Pianistin, Klangkünstlerin, Hörspielautorin: Ulrike Haage beeindruckt durch ihre große künstlerische Bandbreite. Sie war Pianistin der Frauen-Bigband Reichlich weiblich, bildete mit Katharina Franck das Zentrum der Rainbirds, arbeitete an den Schauspielhäusern in Zürich, Düsseldorf und Berlin; 2003 erhielt sie als erste Frau den Deutschen Jazzpreis (Albert-Mangelsdorff-Preis) für ihre grenzüberschreitende Musik an der Schnittstelle von Pop, Kunst und Avantgarde. Derzeit arbeitet sie an ihrem dritten Solo-Album. Dem Frauenfilmfestival ist sie seit Jahren verbunden, hier war sie mit der Live-Performance ihres Hörspiels Ghosts of the Civil Dead und einem Filmmusik-Workshop vertreten.

Schon seit mehreren Jahren kooperieren das IFFF Dortmund | Köln und der film dienst als Medienpartner. Das Festival beteiligt sich in der Edition Filmmusik – Komponiert in Deutschland bei der Herausgabe der Werke von Komponistinnen. Bisher erschienen in der Reihe CDs von Annette Focks, Katia Tchemberdji, Christine Aufderhaar, Angelika Niescier und Natalia Dittrich.

Bestellungen über den Musikhandel oder bei:
Redaktion FILM-DIENST, swolter@film-dienst.de
Mehr zur EDITION FILMMUSIK

 

18. April: Italienischer Debütfilm Cosmonauta gewinnt Spielfilmpreis


Das Frauenfilmfestival geht mit großem Erfolg in Köln zu Ende und erweist sich einmal mehr als wichtiger und lebendiger Treffpunkt für Filmschaffende aus aller Welt.


Heute Abend geht im Kölner Filmforum das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln mit der Verleihung des Internationalen Debüt-Spielfilmpreises und des Publikumspreises zu Ende. Der mit 10.000 Euro dotierte Haupt-Preis geht an die italienische Regisseurin Susanna Nicchiarelli für ihr Spielfilmdebüt COSMONAUTA 1963 – die Zeit des Weltraum-Wettrennens zwischen den USA und der UdSSR und der ersten Frau im All, der Russin Valentina Tereschkowa. Nicchiarelli erzählt in der Coming-of-Age-Komödie von der 15jährigen Luciana, einer glühenden Verehrerin der russischen Raumfahrt. Als sie in die örtliche Vereinigung der Jungen Kommunisten eintritt, beginnt ihr Kampf um die Durchsetzung ihrer Argumente und ihrer weiblichen Identität, aber auch um den Anführer der Gruppe.

Die Mitglieder der internationalen Jury – Barbara Albert (Regisseurin & Produzentin, Österreich), Dr. Jessica Eisermann (WDR / Einsfestival) und Mirjana Karanovic (Schauspielerin, Serbien) – begründen ihre Entscheidung wie folgt:
„Der Hauptpreis geht an einen Film, der uns durch den liebevollen Blick auf seine Hauptfigur und die – auch heute noch – politische Relevanz des Themas überzeugt hat. In einer Zeit, in der starke weibliche Rollenvorbilder und die Frauenbewegung noch nicht vorhanden sind, schlägt sich die unbequeme Hauptfigur durch ihre männlich geprägte Welt. Mit tiefsinnigem Humor öffnet die Regisseurin in ihrem vielschichtigen Debüt Raum für eine widerspenstige Figur, ohne dabei moralische Hebel zu betätigen.

Eine lobende Erwähnung spricht die Jury für den kanadischen Beitrag LES SIGNES VITAUX / VITAL SIGNS von Sophie Deraspe aus Kanada und möchte damit einen Film hervorheben,
„der eine Geschichte über das Leben erzählt und sie dennoch äußerst mutig unter Sterbenden ansiedelt. Uns hat beeindruckt, mit welch eindringlicher Bildsprache die Regisseurin für uns die Welt zwischen Leben und Tod erschließt - ein ungewöhnlicher und aufwühlender Film.“

Die Jury zeigte sich insgesamt sehr beeindruckt von der hohen Qualität des diesjährigen internationalen Debütspielfilm-wettbewerbs, bei dem acht Filme um den Preis konkurrierten. Auffällig seien in allen Filmen die Nähe zu den Figuren, die genaue Beobachtungsgabe der Filmemacherinnen und ihr Sinn für ungewöhnliche, oft sogar verstörende Momente.
Da auch das Festival von den Auswirkungen des isländischen Vulkanausbruchs nicht verschont blieb, konnten ein Teil der avisierten Filmemacherinnen nicht wie geplant nach Köln reisen, und so kann auch Susanna Nicchiarelli den Preis leider nicht persönlich entgegen nehmen. Die italienische Journalistin Luciana Cagliotti (WDR Funkhaus Europa) wird die Regisseurin bei der feierlichen Preisverleihung vertreten. Die Preisträgerin der lobenden Erwähnung, Sophie Deraspe, ist am Abend anwesend.

Publikumspreis
Der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis (gestiftet von der Zeitschrift CHOICES) stand erst nach der Auszählung de letzten Stimmen kurz vor der Preisverleihung fest. Ins Rennen gingen alle aktuellen Filme mit einer Länge ab 50 Minuten. Die US-Regis-seurinnen Susan Muska und Gréta Olafsdóttir gewannen die Gunst des Publikums mit ihrem Dokumentarfilm EDIE & THEA – A VERY LONG ENGAGEMENT:
42 Jahre sind Edie and Thea schon ein Paar, als sie in Kanada heiraten. Sie schauen sich die Bilder ihres gemeinsamen Lebens an und erinnern sich an den Moment ihres Kennenlernens. Ihre Geschichte beginnt in den frühen 1960ern, vor Stonewall. Eines Tages fasst sich Thea ein Herz und fragt eine gute Freundin, wo eigentlich die Lesben hingehen. Es ist die Zeit der geheimen Bars, Privat-Parties und der Angst vor Entdeckung. Susan Muska und Gréta Olafsdóttir, die 1998 mit ihrem Dokumentarfilm THE BRANDON TEENA STORY Aufsehen erregten, erzählen wieder eine wahre Geschichte, diesmal eine mit einem guten Ausgang. Den Regisseurinnen gelingt ein atmosphärisch bebildertes Porträt eines Paares, das ein Leben lang sowohl für die eigene Liebe als auch für die gesellschaftliche Anerkennung lesbisch/schwuler Lebens- und Liebesgemeinschaften gekämpft hat.

Einige Regisseurinnen konnten Köln in diesem Jahr aus den hinlänglich bekannten Gründen nicht erreichen, Susan Muska und Greta Olafsdóttir dagegen konnten dank des Vulkans Eyjafiallajökull ihren Preis persönlich von Rüdiger Schmidt-Sodingen (CHOICES) entgegen nehmen. Die New Yorkerinnen wären eigentlich bereits am Samstag abgereist. Wie sie stecken derzeit noch einige Festivalgäste in Köln fest und genießen die Frühlingssonne am Rhein. Mit EDIE & THEA wurde ein Film der Sektion begehrt! filmlust queer ausgezeichnet.

Festivalleiterin Silke Räbiger zeigt sich äußerst zufrieden mit dem Verlauf des diesjährigen Festivals in Köln. „Wir spüren eine hohe Akzeptanz bei unserem Publikum, das die Nähe zu den Filmemacherinnen schätzt und die zahlreichen Diskussions-möglichkeiten intensiv nutzt. Daneben hat die Konzentration auf die Netzwerkarbeit große Bedeutung für die nachhaltige Festivalarbeit. Wir führen Filmschaffende, Journalisten und Festivalkollegen aus aller Welt zusammen. Man konnte das Festival als äußerst lebendigen Ort der Begegnung und Debatte erleben.“ Viele Regisseurinnen fordern mit zunehmender Vehemenz ein breites gesellschaftliches Forum für ihre Arbeiten, und formulieren kritisch und kämpferisch ihre Situation und Arbeitsmöglichkeiten in der Filmbranche.

Als Publikumsmagnet haben sich auch in diesem Jahr wieder viele Vorstellungen der Sektion begehrt! filmlust queer erwiesen, das mit zahlreichen ausverkauften Vorstellungen aufwarten kann.

Der Länderschwerpunkt Fokus: Rund um den Balkan hat deutliche Resonanz beim Publikum und in den Medien gefunden. Die Auseinandersetzung mit dem Filmschaffen von Regisseurinnen aus der Nachkriegszeit hat umfassende Einblicke vermittelt und ein komplexeres Verständnis für die Lebenssituation der Menschen dieser Region gefördert. Es hat nicht zuletzt auch breites Interesse bei den hier lebenden Serben, Kroaten, Bulgaren, Bosniern… gefunden. Die bekannte serbische Schauspielerin Mirjana Karanovic hatte spontan das Panel BALKAN QUEER PRIDE ergänzt, das ebenfalls von personellen Ausfällen infolge des Vulkanausbruchs betroffen war. Karanovic gehört zu den wenigen Prominenten, die sich in der Region für die Rechte von Lesben und Schwulen einsetzen, die seit Kriegsende und mit wachsenden Selbstbewusstsein und Sichtbarkeit massiven gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt sind.

Zuschauerzahlen
Mit rund 6.500 Zuschauer_innen kann das Festival stabile Besucherzahlen vermelden. Das Kölner Festival, das einen Tag kürzer als am Dortmunder Standort ist, konnte budget- und Spielortbedingt rund 10 Programmplätze weniger als 2008 bespielen. Das Programm für die Kölner Schulen kann deutlichen Zuwachs verzeichnen, allein mit sechs Vorstellungen erreichte es über 600 Schülerinnen und Schüler und kann damit die Arbeit in der Filmbildung auch in Köln zunehmend implementieren.

Das Festival bedankt sich für die erfolgreiche und schöne Zusammenarbeit mit den Kölner Programmkinos Filmforum im Museum Ludwig, Filmpalette, Odeon und OFF Broadway.

Die kommende Festivalausgabe wird im April 2011 in Dortmund stattfinden.

 

7. April: Einladung zur Eröffnungs-Pressekonferenz

Exklusiv für PressevertreterInnen: HENRI-GEORGES CLOUZOT'S INFERNO als Preview vor der Pressekonferenz

Vom 14. – 18. April präsentiert das IFFF Dortmund | Köln einen umfassenden Überblick über das Filmschaffen von Frauen aus aller Welt. Mehr als 100 Filme aus 30 Ländern und weitere Events stehen auf dem Programm. Rund 60 internationale Gäste begrüßt das Festival in Köln. Wir möchten Sie herzlich zur Eröffnungs-Pressekonferenz im neuen Festivalhotel, dem art’otel cologne im Rheinauhafen, einladen. Bei dem Pressegespräch mit köstlichen Kunststücken und Kostproben aus der Küche des Chino Latino bekommen Sie einen Überblick über die Programm-Highlights und haben Gelegenheit zum Gespräch mit den ersten Festivalgästen.

Extra-Pressevorführung
Vorab bieten wir Pressevertretern die Möglichkeit, den Abschlussfilm des Festivals, den französischen Dokumentarfilm HENRI-GEORGES CLOUZOT’S INFERNO (Regie: Ruxandra Medrea, Serge Bromberg, F 2009) als Preview im Odeon Kino Köln zu sehen. INFERNO ist die Dokumentation eines psychedelisch-experimentellen Filmtrips, der viel wagte und radikal scheiterte. Sensationell sind die noch nie gesehenen Archivaufnahmen, darunter Kostüm- und Szenenproben mit Romy Schneider. Der Film wurde 2010 in Frankreich mit einem César ausgezeichnet.

Bitte merken Sie sich folgende Termine vor:

1) Pressevorführung HENRI-GEORGES CLOUZOT’S INFERNO

am: Mittwoch, 14. April 2010
um: 13:00 Uhr
Ort: Odeon, Severinstr. 81, 50678 Köln

Im Anschluss stellen wir ein Shuttle bereit, der Sie vom Kino direkt zur Pressekonferenz im art’otel bringen wird.

2) Pressekonferenz zur Eröffnung des Internationalen Frauenfilmfestivals 2010

am: Mittwoch, 14. April 2010
um: 15:00 Uhr
Ort: art’otel cologne, Holzmarkt 4, 50676 Köln

Begrüßung: Oliver Dietrich (Stellvertretender Direktor art’otel cologne)

Als Gesprächspartnerinnen stehen Ihnen zur Verfügung:

Mirjana Karanovic (Jury Debüt-Wettbewerb; Darstellerin NA PUTU)
Barbara Albert (Jury Debüt-Spielfilmwettbewerb)
Dr. Jessica Eisermann (Jury Debüt-Spielfilmwettbewerb)
Rada Sesic (Journalistin, Filmemacherin und Drehbuch-autorin, Kroatien; Kuratorin des Programms „Rund um den Balkan“)
Andrea Voria (Frauenfilmfestival Buenos Aires)
Hatice Caner (Frauenfilmfestival Istanbul)
Silke J. Räbiger (Festivalleiterin)

Im Anschluss an das Pressegespräch besteht die Möglichkeit zu Interviews. Bitte melden Sie Ihre Interviewwünsche unter presse@frauenfilmfestival.eu oder 0231-50-25480 an, hier stehen wir natürlich auch für weitere Fragen zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Stefanie Görtz und Ann Katrin Thöle
Pressereferentinnen IFFF Dortmund | Köln

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Mit der Bitte um Rückmeldung per E-Mail (presse@frauenfilmfestival.eu)
oder Fax: 0231-50-25734

Antwort (Pressegespräch IFFF Dortmund│Köln 2010)

Name Redaktion:

o Ich komme zur Pressevorführung im Odeon

o Ich komme zur Pressekonferenz

o Ich kann leider nicht kommen

o Ich werde vertreten durch _________________

 

7. April: Schulfilmprogramm für Kölner Schulen

Anmeldungen sind noch möglich!

Auch dieses Jahr macht sich das IFFF Dortmund | Köln für die Vermittlung filmischen Know-hows von der Pike auf stark. Das Festival bietet den Kölner Schulen ein vielseitiges Programm mit Kinder- und Jugendfilmen und anschließenden Filmgesprächen für die Altersklassen zwischen 6 und 12 Jahren.

Die Idee, diesmal ein etwas jüngeres Schulpublikum anzusprechen, ist aufgegangen. Die Vielzahl der Anmeldungen zeugt von einem breiten Interesse der Kölner Schulen an film- und medienpädagogischen Angeboten. Die Lehrerinnen und Lehrer Kölns zeigen sich engagiert und die verschiedensten Schulformen haben sich angemeldet.

Die diesjährige Leiterin des Schulfilmprogramms, Susanne Steube, möchte vor allem auf die fremdsprachigen Kinderfilme im Programm verweisen. Sie tragen in besonderem Masse dazu bei, die mediale Erlebniswelt von Kindern zu erweitern und ihnen mit einem Ausschnitt aus dem Leben von Kindern aus anderen Ländern die Welt ein wenig näher zu bringen:

Der wunderschön gefilmte koreanische Beitrag EIN GANZ NEUES LEBEN (lobende Erwähnung bei der Berlinale 2010) erzählt vom Widerstand der neunjährigen Jinhee, die von ihrem Vater in ein Kinderheim abgeschoben wird.

Mit dem bildgewaltigen Kinderabenteuer TEAH von der jungen slowenischen Filmemacherin Hanna Slak ist auch ein Beitrag aus dem Länderschwerpunkt „Rund um den Balkan“ zu sehen. Die mehrfach ausgezeichnete Regisseurin beschreibt den Kampf von Kindern gegen die Abholzung ihres Märchenwaldes. Hanna Slak ist in Köln zu Gast und wird den Schülerinnen und Schülern nach der Filmvorführung Rede und Antwort stehen.

Für die Filme des Schulfilmprogramms sind noch Anmeldungen möglich; Gruppenermässigungen auf Anfrage. Anmeldeformulare und weitere Informationen unter:
www.frauenfilmfestival.eu / Festival2010 / Filmbildung


15. März: 5 Deutschlandpremieren beim Debüt-Spielfilmwettbewerb


Regisseurinnen, die mit prestigeträchtigen Preisen (BAFTAS, Oscars) ausgezeichnet werden – das ist neu. Singuläre Ereignisse oder „the first of many“, so die Hoffnung der ersten Regie-Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow; die kommenden Jahre werden es zeigen. Die Arbeiten der Frauen, die bei uns ihre ersten Filme vorstellen, geben Grund zur Hoffnung. Die Einreichungen zum Internationalen Debüt-Spielfilmpreis für Regisseurinnen waren in diesem Jahr so stark wie nie. 90 Filme aus über 40 Ländern gingen in die Vorauswahl zum Wettbewerb um den Preis von 10.000 Euro. 8 Filme wurden ausgewählt, 5 davon werden in Köln als deutsche Erstauf-führungen zu sehen sein. Alle Filme werden von den Regisseurinnen präsentiert.

Mit der Preisvergabe ist eine internationale Jury betraut: Die öster-reichische Produzentin und Regisseurin Barbara Albert (NORDRAND 1999, BÖSE ZELLEN 2003, FALLEN 2006), die 1999 die Produktionsfirma coop99 mitgründete; die serbische Schauspielerin Mirjana Karanovic (PAPA IST AUF DIENSTREISE und UNDERGROUND, Regie: Emir Kusturica, DAS FRÄULEIN, Regie: Andrea Staka, GRBAVICA und NA PUTU, Regie: Jasmila Zbanic). Sie wurde gerade mit dem Kritikerpreis für die beste Darstellerin auf dem Filmfestival in Belgrad ausgezeichnet und wirkt im Festival-Eröffnungsfilm NA PUTU mit, der auf der diesjährigen Berlinale seine Weltpremiere gefeiert hat. Aus Köln kommt die Redakteurin Dr. Jessica Eisermann (WDR / 1Festival).

Die Filmemacherinnen der ausgewählten Filme nehmen sich in ihren Debüts die Freiheit, ihre Geschichten so zu entwickeln, wie es ihnen passt und spielen auf der gesamten formalen Klaviatur des Filmschaffens. Vom bewegenden Erzählkino reicht die Spanne bis zu widerspenstigen Low-budget-Produktionen. Doch die Kraft und das größte Überraschungsmoment stecken in dem Figurenpersonal, das die Regisseurinnen, die zumeist auch die Autorinnen ihrer Filme sind, entwickeln. Sie schaffen Protagonistinnen, die unangepasst sind, unbequem oder unsympathisch. Das Leben meint es nicht unbedingt gut mit ihnen, ihre Strategien sind nicht immer von Erfolg gekrönt, aber sie dürfen so bleiben wie sie sind.

FILMAUSWAHL 2010:

AGUA FRÍA DE MAR
--Paz Fábrega, Costa Rica 2010, 80’, Deutsche Erstaufführung--
An der südlichen Pazifikküste Costa Ricas trifft das junge Paar Mariana und Rodrigo auf die 7-jährige Karina, die von zu Hause weggelaufen ist. Die Geschichte des Kindes wühlt Mariana auf, die sich ebenso ausgesetzt fühlt und ihren Platz im Leben noch nicht gefunden hat. Paz Fábrega inszenierte diese Geschichte um Einsamkeit und Verletzlichkeit an einem Strand, der abgelegen vom Rest der Welt liegt und das Gefühl der Orientierungslosigkeit potenziert. AGUA FRÍA DE MAR ist ausschließlich mit LaiendarstellerInnen besetzt.
Do 15.4., 17.30 Uhr, Odeon Köln

AU VOLEUR
--Sarah Leonor, F 2009, 96’--
Die Deutschlehrerin Isabelle macht in Au VOLEUR zufällig die Be-kanntschaft des Kleinganoven Bruno (Guillaume Depardieu) und geht mit ihm eine leidenschaftliche Affäre ein. Als Bruno Schwierigkeiten mit der Polizei bekommt, entschließt sich Isabelle kurzerhand, ihr bisheriges Leben aufzugeben und mit ihm zu fliehen. Regisseurin Sarah Leonor legt die Verfolgung in einer Parallelwelt an, der Natur, die für eine kurze Weile das faszinierende Reservat für die beiden Liebenden darstellt.
So 18.4., 16 Uhr, Odeon Köln

BROKEN LINES
--Sallie Aprahamian, GB 2008, 112’, Deutsche Erstaufführung--
Im Kinodebüt der erfolgreichen britischen TV- und Theater-Regisseurin Sallie Aprahamian wird eine Affäre zum Wendepunkt im Leben der Protagonisten. Jake steht kurz vor der Hochzeit mit seiner Freundin Zoe und wird durch den Tod seines Vaters aus der Bahn geworfen. Da lernt er die Kellnerin B kennen. B ist überfordert mit der Pflege ihres Partners, der unter den Folgen eines Unfalls leidet. Trotz allem lassen sich Jake und B auf eine Affäre ein, nach der nichts mehr sein wird, wie es war.
Fr 16.4., 20 Uhr, Odeon Köln

COSMONAUTA
--Susanna Nicchiarelli, I 2009, 87’, Deutsche Erstaufführung--
1963 – Die Zeit des Weltraum-Wettrennens zwischen den USA und der UdSSR und der ersten Frau im All, der Russin Valentina Tereschkowa. Susanna Nicchiarelli erzählt in der italienischen Coming-of-Age-Komödie COSMONAUTA von der 15-jährigen Luciana, einer glühenden Verehrerin der russischen Raumfahrt. Als sie in die örtliche Vereinigung der Jungen Kommunisten eintritt, beginnt ihr Kampf um die Durchsetzung ihrer Argumente und ihrer weiblichen Identität, aber auch um den Anführer der Gruppe.
Fr 16.4., 17.30 Uhr, Odeon Köln

EINE FLEXIBLE FRAU
--Tatjana Turansky, D 2010, 97’--
Für viel Gesprächsstoff auf der Berlinale sorgte der deutsche Debütfilm EINE FLEXIBLE FRAU von Tatjana Turanskyj. Die 40-jährige Architektin Greta versucht mit aller Kraft ihrer Arbeitslosigkeit gegen zu steuern, ohne sich selbst und ihre Visionen dabei zu verlieren. Doch im Berlin des 21. Jahrhunderts herrscht der flexible Kapitalismus. Unter Verwendung von zahlreichen Floskeln und Zitaten entstand ein eigensinniges Werk, das den postfeministischen Diskurs unter die Lupe nimmt.
Sa 17.4., 17.30 Uhr, Odeon Köln

EVERY DAY IS A HOLIDAY
--Dima El-Horr, Libanon/F/D 2009, 90’--
Ein Road-Movie der besonderen Art: Das Ziel für den Bus, der vollbesetzt mit Frauen aus Beirut durch die libanesische Wüste rollt, ist ein Männergefängnis. Doch die Fahrt wird vorzeitig unterbrochen, die Frauen müssen zu Fuß weiter. Diese Situation wird zum Ausgangspunkt für eine bildgewaltige Reise von drei Frauen, die, einer Landschaft aus kargem Geröll, Landminen und sengender Sonne ausgesetzt, jede für sich mit ihrer eigenen Geschichte und der kollektiven Erinnerung in einem zerrissenen Land konfrontiert sind, in dem die Gewalt stets spürbar ist.
So 18.4., 14 Uhr, Odeon Köln

LES SIGNES VITAUX
--Sophie Deraspe, CAN 2009, 87’, Deutsche Erstaufführung--
Nach dem Tod ihrer Großmutter beschließt die junge Biologin Simone auf einer Palliativstation zu arbeiten. Im winterlichen Montreal widmet sie fortan ihre Zeit unheilbar kranken Menschen. Ihr Freund kann dieses zur Obsession werdende Engagement nur schwer nachvollziehen. Doch für Simone wird die Frage nach den Bedürfnissen in den letzten Momenten des Lebens zur elementaren Frage nach dem eigenen Weg im Leben. Regisseurin und Kamerafrau Sophie Deraspe fand in Marie-Helène Bellavance (in ihrem Leinwand-Debüt) eine herausragende Darstellerin für ihren unsentimental in Szene gesetzten und intensiven Spielfilm.
Do 15.4., 20 Uhr, Odeon Köln

QU’UN SEUL TIENNE ET LES AUTRES SUIVRONT
--Léa Fehner, F 2009, 119’, Deutsche Erstaufführung--
Ein Gefängnis wird in SILENT VOICES zum zentralen Dreh- und Angelpunkt: Eine Mutter auf der Suche nach dem Mörder ihres Sohnes; ein junger Mann, der einem Verbrecher ähnlich sieht; eine 16-Jährige, deren Freund verhaftet wird - Regisseurin Léa Fehner gelingt es, drei Geschichten in verschachtelten Episoden zu erzählen und auf einen Moment im Besuchsraum eines Gefängnisses brillant zu verdichten.
Sa 17.4., 20 Uhr, Odeon Köln

 

1. März: Programm 2010 wird vorgestellt

Große Leinwanderlebnisse beim Frauenfilmfestival 2010 in Köln

2010 – ein gutes Jahr für Filmemacherinnen? Wenn im März die Oscars verliehen werden, hat mit Kathryn Bigelow nach 82 Jahren erstmalig eine Frau reelle Chancen den Regie-Oscar zu erhalten. Bei der britischen Schwesterveranstaltung, den BAFTAS, wurde sie bereits hoch dekoriert, ebenso wie ihre Kollegin Andrea Arnold (IFFF - Preisträgerin 2007). Singuläre Erscheinungen oder Vorboten besserer Zeiten für Frauen in der Filmbranche?

In Köln wird es in jedem Fall ein gutes Jahr für Filmemacherinnen. Vom 14. – 18. April präsentiert das Internationale Frauen-filmfestival Dortmund | Köln ein hochkarätiges Programm mit über 100 Filmen von Frauen aus aller Welt. Dem Anspruch die aktuelle Filmarbeit von Frauen repräsentativ abzubilden kann das IFFF Dortmund | Köln nach mehr als 20 Jahren Festivalarbeit erfreulicherweise nicht mehr gerecht werden. Wie die meisten Festivals verzeichnet es einen stetigen Anstieg von Einreichungen. In diesem Jahr wurden für die fünf Programm-Sektionen mehr als 700 Filme gesichtet. Es ist ermutigend, dass die eingereichten Arbeiten so vielseitig und hochwertig sind und die Festivaltage nicht ausreichen würden, um all das zeigen zu können, was zeigenswert wäre. Doch nach wie vor liegt der Anteil von Frauen an den verantwortungsvollen Positionen der Filmproduktion weit unter 20% - aller Freude über die Erfolgsgeschichten zum Trotz.

Diese Erfolgsgeschichten sucht das IFFF Dortmund | Köln und präsentiert sie mit seiner aktuellen Auswahl herausragender Produktionen. Das Spektrum reicht vom sperrigen Avantgarde-Film bis zu großen Spielfilmen, darunter zahlreiche Deutschland-premieren. Sie sind den Sektionen Debüt-Spielfilmwettbewerb, Panorama, begehrt !, dem Länderschwerpunkt Fokus : Rund um den Balkan und dem Schulfilmprogramm zu sehen, zwischen denen es zahlreiche Querverbindungen gibt. In seinem Weiterbildungs-programm arbeitet das Festival außerdem kontinuierlich an der Vernetzung und Fortbildung von Frauen in der Filmbranche.

Vom 14. – 18. April wird Köln einmal mehr zur Filmmetropole und zum Treffpunkt für zahlreiche Filmschaffende aus aller Welt.

Internationaler Debüt-Spielfilmwettbewerb
Acht Filme konkurrieren um den mit 10.000 Euro dotierten Preis für internationale Spielfilmdebüts. Über 90 Produktionen waren in der Vorauswahl, 30% mehr als 2008. Auffällig häufig im Zentrum stehen eigenwillige Frauenfiguren, die beharrlich ihren Platz im Leben suchen. Das Festival gibt die ersten vier Filme des Wettbewerbs 2010 bekannt. Als deutsche Premiere ist die italienische coming-of-age Komödie COSMONAUTA von Susanna Nicciarelli zu sehen, die im Italien der 60er Jahre von der Leidenschaft einer 15jährigen für die russische Space Mission und die kommunistische Partei erzählt. Ebenfalls eine deutsche Erstaufführung ist BROKEN LINES der britischen Regisseurin Sallie Aprahamian. Sie erzählt präzise eine Liebesgeschichte, die nur möglich ist durch den Ausnahmezustand, in dem sich die beiden Hauptfiguren befinden. Aus Kanada stammt die Kamerafrau Sophie Deraspe, deren außergewöhnliches Spielfilmdebüt LES SIGNES VITAUX (Deutsche Erstaufführung) von einer jungen Frau erzählt, die nach dem Tod ihrer Großmutter auf einer Palliativ-Station mit Sterbenden Zeit verbringt und eine immer stärkere Obsession für die Fragen von Leben und Tod entwickelt. Direkt von der Berlinale kommt der deutsche Beitrag EINE FLEXIBLE FRAU von Tatjana Turanskyj. Die Geschichte ihrer Protagonistin Greta, einer 40jährigen Architektin und Mutter, die ihre Arbeit verliert, ist die feministische Momentaufnahme einer zeitgenössischen, brüchigen Arbeits-Biografie.

Jury 2010
Über die Preisvergabe werden in diesem Jahr die österreichische Produzentin und Regisseurin Barbara Albert (coop 99; NORDRAND, FALLEN), die serbische Schauspielerin Mirjana Karanović (PAPA IST AUF DIENSTREISE, DAS FRÄULEIN, ESMAS GEHEIMNIS), und die deutsche Redakteurin Dr. Jessica Eisermann (WDR / 1Festival) entscheiden.

Fokus : Rund um den Balkan
Regisseurinnen aus der Balkan-Region haben in den letzten Jahren international verstärkt auf sich aufmerksam gemacht und große Festivalerfolge gefeiert. Das Frauenfilmfestival Dortmund | Köln 2010 greift diese Entwicklung auf und bietet Regisseurinnen aus Südosteuropa und ihren Filmen im Länderschwerpunkt Rund um den Balkan ein eigenes, breites Forum.

Gezeigt werden aktuelle Arbeiten der letzten acht Jahre, Filme unterschiedlicher Längen und Genres, die neue Perspektiven aus einer filmisch noch wenig bekannten Region präsentieren. Den erzählerischen und filmästhetischen Besonderheiten, den spezifischen Produktionsbedingungen sowie politischen Implikationen nachzuspüren und als Nachbarn in Westeuropa mit den Filmemacherinnen ins Gespräch zu kommen, das ist Aufgabe und Ziel dieses Länderschwerpunkts. Trotz der Unterschiedlichkeit der Filme treten bestimmte Themen immer wieder in den Vordergrund, eingefangen mit selbstironischem Blick auf die Absurditäten des Alltags.

Das Programm, das von der kroatischen Journalistin, Filmemacherin und Drehbuchautorin Rada Šešic gemeinsam mit Betty Schiel und Sonja Hofmann (IFFF Dortmund | Köln) kuratiert wurde, zeigt Filme aus Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Rumänien, Serbien und Slowenien.

Das Festival eröffnet am 14. April mit NA PUTU (ON THE PATH), dem neuen Film der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić, die 2006 in Berlin den Goldenen Bären (für GRBAVICA) erhielt. Das leise, aber ungeheuer intensive Drama, das gerade bei der Berlinale im Wettbewerb seine Premiere feierte, erzählt von den Schwierigkeiten eines muslimischen Paares in Sarajewo, bei dem der eine Partner beginnt, sich religiös zu radikalisieren.

Panorama
Das Panorama ist die größte Sektion des Festivals und seine Schatzkiste. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden hier wichtige Filme der vergangenen zwei Jahre präsentiert. Dabei interessieren besonders individuelle filmische Ansätze, die sich durch außergewöhnliche Perspektiven und formale Experimentierfreude auszeichnen. Hier kommen sowohl junge Regisseurinnen zum Zuge, die ihren ersten Film auf dem Festival präsentieren als auch alte Bekannte, deren Laufbahn wir seit Jahren verfolgen wie Andrea Arnold. Die britische Oscar-Preisträgerin feuert mit ihrer fantastischen neuen Milieustudie FISHTANK eine Breitseite des traditionsreichen englischen Arbeiterkinos ab, getragen von ihrer Entdeckung Katie Jarvis. Das Panorama hat ein Herz für die schrägen, sympathischen Figuren, die sich wie in dem japanischen Spielfilm BARE ESSENCE OF LIFE – ULTRA MIRACLE LOVE STORY (Dt. Erstaufführung, Regie: Yokohama Satoko) sogar mit Insekten-vertilgungsmittel einsprühen, wenn sie dadurch ihrem Lebenstraum und der Liebe ihres Lebens näher zu kommen glauben.

Die Notwendigkeit diese blanke Essenz des Lebens einzufangen und abzubilden zieht sich wie ein roter Faden durch die Auswahl. Es sind die großen politischen Themen wie Migration in LES ARRIVANTS, der mit Sorgfalt und Liebe die alltäglichen Geschichten und Not der Migranten und Beamten in einer Pariser NGO einfängt und dafür mit der goldenen Taube (Internationales Leipziger Festival für Dokumentarfilm) gewürdigt wurde. Oder die radikal persönlichen Geschichten wie Claire Pijmans mutiger Film LATER WE CARE (Dt. Erstaufführung). Sie begleitet mit ihrer Familie die alt gewordene Mutter würdevoll bis ans Ende ihres Lebens und arbeitet sich an den eigenen Ansprüchen mit rührender Offenheit ab.

Das Panorama ist traditionell der dokumentarischen Form verpflichtet, nicht zuletzt deswegen, weil Regisseurinnen in diesem Bereich nach wie vor stärker vertreten sind als im abendfüllenden Spielfilm. Dabei ist es ein Privileg als ZuschauerIn Einblick in Welten zu bekommen, die uns sonst verschlossen bleiben: Das Schicksal der Menschen in der abgeschlossenen Diktatur Nordkoreas in KIMJONGILIA oder der Alltag einer jungen, berufstätigen Mutter in Damaskus, die versucht ihre eigenen Wünsche und die ihrer Familie in Einklang zu bringen. DOLLS – A WOMAN FROM DAMASKUS (Deutschlandpremiere) spielt auch mit interessanten Variationen die Karte des weiblichen Schönheitsideals aus: Fulla - die arabische Variante der Barbie-Puppe, deren Rollen-Modell es nachzueifern gilt. Eine deutsche Premiere ist die Dokumentation ISA HESSE-RABINOVITCH von Anka Schmid, die die faszinierende Künstlerin und kompromisslose Exzentrikerin, Schwiegertochter von Hermann Hesse, porträtiert. Die KHM-Absolventin Juliane Großheim ist mit DIE KINDER VOM FRIEDRICHSHOF im Programm vertreten. In der Kommune des Wiener Aktionskünstlers Otto Mühl sollten völlig neue, gesunde Menschen geboren und herangezogen werden. Angefangen als freie Lebensgemeinschaft in den 70er-Jahren artete das Gesellschaftsexperiment jedoch in ein totalitäres Herrschaftssystem aus.

HENRY GEORGE CLOUZOTS INFERNO ist die Dokumentation eines filmischen Versuchs – Clouzots nie fertig gestellter Film INFERNO mit Romy Schneider – der mehr wagte als viele andere und radikal scheiterte; vielleicht eine Parabel auf das Filmemachen an sich und die blanke Essenz des Lebens.

Die lange Filmnacht am Festivalsamstag präsentiert ein Feuerwerk außergewöhnlicher, witziger Kurzfilme.

begehrt! filmlust queer
Die Sektion präsentiert die lesbischen, queeren Blicke des Festivals. Aktuelle Filme, die neue Geschichten erzählen, traditionelle Vorstellungen von Geschlecht in Frage stellen und Sichtbarkeit für andere Lebensformen schaffen. Das Spektrum reicht von berührenden Dokumentarfilmen, die lesbische Historie nachzeichnen (EDIE & THEA: A VERY LONG ENGAGEMENT) über sperrige Underground-Filme wie Cheryl Dunyes neuem Film THE OWLS bis zu radikalen Inszenierungen lesbischer Sexualität (CHAMPION).

Ein Schwerpunkt der Sektion 2010 liegt bei Animationsfilmen und japanischen Mangas. So wird die bekannte New Yorker Comic-Autorin Ariel Schrag in einer Performance ihre Comic-Biografie Potential aufführen.

In Verbindung mit dem diesjährigen Länderprogramm Fokus: Rund um den Balkan thematisiert das Panel Balkan Queer Pride mit Aktivistinnen, Feministinnen, Festival- und Filmemacherinnen Fragen von Homophobie, Nationalismus und Gewalt in der Nachkriegs-Situation der Balkanregion

Die Sektion begehrt! wird erstmals von der Bochumer Filmwissenschaftlerin Natascha Frankenberg als Kuratorin betreut.

Schulfilmprogramm
Schon lange macht sich das IFFF Dortmund | Köln für die Vermittlung filmischen Know-hows von der Pike auf stark und bietet regelmäßig Filmprogramme mit intensiven Filmgesprächen für die Kölner und Dortmunder Schulen an. Susanne Steube, die für das Kinderfilmfest Hamburg tätig war, betreut in diesem Jahr die Auswahl, die sich an SchülerInnen aller Altersstufen richtet. Mit dabei sind unter anderem der indonesische Spielfilm JERMAL über den 12jährigen Jaya, der zur Arbeit auf einer einsamen Fischereiplattform gezwungen wird. Mit dem bildgewaltigen Kinderabenteuer TEAH von der slowenischen Filmemacherin Hanna Slak ist auch ein Beitrag aus dem Balkan-Programm zu sehen. Für die kleinen Cineasten steht das rasante Familienabenteuer DAS GROSSE RENNEN auf dem Programm, außerdem die Dokumentarfilme LENA, STELLA, ÜMMÜ UND DIE ANDEREN (Regie: Betty Schiel) über die Klasse einer Förderschule in Gelsenkirchen und NICK & TIM der Kölner Regisseurin Bettina Braun. Sie begleitet die eineiigen Zwillinge und ihre Familie. Ein Film über Zusammengehörigkeit, Zugehörigkeit, und über Individualität - unter besonderen Bedingungen: Nick hat die Diagnose ADHS.

Girls’ Focus
Der 3tägige Praxis-Workshop für Mädchen wird sich in diesem Jahr unter Anleitung der Filmemacherin und Grimme-Preisträgerin Claudia Richarz mit Fragen rund um den Dokumentarfilm beschäftigen. Teilnehmen können junge Frauen ab 16 Jahren, die sich für Filme und fürs Filmemachen begeistern und über einen Beruf in der Branche nachdenken. Zum Workshop werden auch Teilnehmerinnen aus Mostar (Bosnien-Herzegowina) eingeladen; der internationale Austausch ist also gewährleistet.

Weiterbildungsangebote für Frauen
Als eines der größten Frauenfilmfestivals weltweit engagiert sich das IFFF Dortmund I Köln auch für die Fortbildung von Frauen in Filmberufen und in der Ausbildung zu einem Filmberuf. Im Laufe der Jahre hat sich das Festival in beiden Standorten, den Rhein- und Ruhrmetropolen Köln und Dortmund als wichtige Plattform für Austausch, Vernetzung und Weiterbildung etabliert. 2010 stehen ein Pitching-Seminar mit der renommierten Dozentin Sibylle Kurz, ein Kameratechnik-Seminar in Zusammenarbeit mit ARRI und ein Werkstattgespräch mit Christine A. Maier (Bildgestaltung u.a. für GRBAVICA, LUCY, FREE RAINER, SATTE FARBEN VOR SCHWARZ, NA PUTU) und Sophie Maintigneux – zweifache Gewinnerin des Dt. Kamerapreises – (OSTKREUZ, DAMEN UND HERREN AB 65, FRÄULEIN STINNES FÄHRT UM DIE WELT) auf dem Programm. Außerdem geht die Podiumsdiskussion « Der Dreh mit dem Kind » praktischen und strukturellen Fragen der Vereinbarkeit einer Filmkarriere und Mutterschaft nach. Dieses Programm konzipiert Susanne Steube.

Förderer des Festivals
Der Ministerpräsident des Landes NRW; die Städte Köln und Dortmund; Filmstiftung NRW; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW

Wichtige Termine
Eröffnungs-Pressekonferenz: 14. April 2010, 14 Uhr, art’otel Köln
Festival-Eröffnung: 14. April 2010, Odeon Köln
Preisverleihung: 18. April 2010, Filmforum im Museum Ludwig

Pressekontakt:
Stefanie Görtz, Ann Katrin Thöle
0231-5025480, presse@frauenfilmfestival.eu

Aktuelle Infos:
www.frauenfilmfestival.eu

 

1. März 2010: Rund um den Balkan

Rund um den Balkan –
Filme aus Südosteuropa beim Frauenfilmfestival in Köln


Regisseurinnen aus der Balkan-Region haben in den letzten Jahren international verstärkt auf sich aufmerksam gemacht und große Festivalerfolge gefeiert – so gewann etwa Jasmila Žbanić bei der Berlinale 2006 den Goldenen Bären für ihren Film GRBAVICA. Das Frauenfilmfestival Dortmund | Köln 2010 greift diese Entwicklung auf und bietet Regisseurinnen aus Südosteuropa und ihren Filmen im Länderschwerpunkt Rund um den Balkan / Around the Balkans ein eigenes, breites Forum.

Filme aus:
Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Rumänien, Serbien, Slowenien


Gezeigt werden aktuelle Arbeiten der letzten acht Jahre, Filme unterschiedlicher Längen und Genres, die neue Perspektiven aus einer filmisch noch wenig bekannten Region präsentieren. Den erzählerischen und filmästhetischen Besonderheiten, den spezifischen Produktionsbedingungen sowie politischen Implikationen nachzuspüren und als Nachbarn in Westeuropa mit den Filmemacherinnen ins Gespräch zu kommen, das ist Aufgabe und Ziel dieses Länderschwerpunkts.

Trotz der Unterschiedlichkeit der Filme treten bestimmte Themen immer wieder in den Vordergrund, oft mit Selbstironie und einem ungefilterten Blick auf die Absurditäten des Alltags. Eine bedeutende Rolle spielen die Nachwirkungen des Krieges in den Filmen aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. Welche Konsequenzen sich daraus für den Einzelnen ergeben, mit dieser Frage beschäftigen sich die Regisseurinnen. Dabei geht es immer auch um die Rückeroberung der Bild- und Definitionsmacht und die Möglichkeit, zu zeigen, was in den offiziellen Darstellungen kaum eine Rolle spielt.

Das Festival eröffnet mit dem neuen Film von Jasmila Žbanić, NA PUTU (ON THE PATH, Produktion: Pandora, Köln), der im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale seine Weltpremiere feierte. Er erzählt von Amar und Luna, deren Traum von einer gemeinsamen Zukunft und einem eigenen Kind in immer weitere Ferne rückt. Ein alter Kriegskamerad vermittelt dem arbeitslos gewordenen Amar einen Job in einer wahhabitischen Gemeinde. Während er sich dort zunehmend zu radikalisieren scheint, wird die Beziehung zwischen Luna und ihm immer problematischer.

SNOW von Aida Begić handelt von dem verlassenen Dorf Slavno, in dem die noch verbleibenden sechs Frauen, ein alter Mann und fünf Kinder ums tägliche Überleben kämpfen und die Möglichkeiten von Wiederaufbau, Widerstandskraft und Freiheit ausloten. Pflaumen-Konfitüre und andere Frucht- und Gemüseprodukte könnten sich als rettender Anker erweisen. Begić’ Spielfilm-Debüt zeichnet mit dokumentarisch anmutenden aber auch fantastischen Elementen ein Bild von der Nachkriegssituation in Bosnien und wurde 2008 in Cannes mit dem Großen Preis der Semaine de la Critique ausgezeichnet.

Vom Bestreben einer neuen Generation von FilmemacherInnen formale Experimente zu wagen und eine eigene Filmsprache zu entwickeln, zeugt auch DOES IT HURT?, der erste Balkan-Dogma-Film. In ihrem Spielfilm-Debüt übersetzt die mazedonische Videokünstlerin, VJane und Produzentin Aneta Lesnikovska ihr eigenes Leben und das ihrer Freunde in eine Art fiktionale Versuchsanordnung. An deren Anfang steht eine Lüge: endlich ist die Zusage eines ausländischen Produzenten gekommen; Aneta und ihre Freunde können ihren lang ersehnten Film drehen. Wie verwirklicht man seinen Traum vom Filmemachen ohne Geld und Infrastruktur im wirtschaftlich gebeutelten Mazedonien?

Viele Filme aus den Ländern des ehemaligen Ostblocks vermitteln nicht nur einen Eindruck von den aktuellen Lebensrealitäten, sie zeichnen darüber hinaus komplexe Stimmungsbilder der in Transformation begriffenen postsozialistischen Gesellschaft. Der Krimi INVESTIGATION besticht durch seine düstere Spannung und eine bemerkenswerte Protagonistin: Die sperrig-spröde Kommissarin Alexandra Yakimova (Svetla Yancheva) wird mit der Aufklärung eines Mordfalls beauftragt und gerät bei ihrer hartnäckigen Ermittlungsarbeit immer tiefer in die Strukturen des Verbrechens. Die bulgarische Regisseurin Iglika Trifonova verhandelt in ihrem mehrfach preisgekrönten Film das Thema Einsamkeit und wie man mit ihr umgeht.

Mit dem bildgewaltigen Kinderabenteuer TEAH von der slowenischen Filmemacherin Hanna Slak ist auch im Schulfilmprogramm ein Beitrag aus der Region zu sehen.

Die Dokumentarfilme des Länderschwerpunkts werfen aus diversen Perspektiven Fragen nach historischen Umbrüchen und nationalen Identitäten auf. In WHOSE IS THIS SONG? macht sich die Regisseurin Adela Peeva auf eine Reise durch Südosteuropa. Im Gepäck hat sie ein in vielen Balkan-Staaten bekanntes und beliebtes Volkslied. Bei ihrem Versuch, mehr über die ursprüngliche Herkunft dieses Liedes zu erfahren, stößt sie auf sehr unterschiedliche Reaktionen. Es sind lustige, kuriose, aber auch bedrohliche Begegnungen, die ihre Recherche begleiten. Der Film macht deutlich, welche extremen Nationalismen die Region vielerorts bestimmen.

Eine Brücke über den Fluss Theiss könnte zwei Dorfgemeinden miteinander verbinden – das rumänische Sighet und das ukrainische Slatina. Im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen zerstört, wird die Brücke Ende der 90er Jahre mit Hilfe von EU-Geldern wieder aufgebaut, darf allerdings aufgrund fehlender Grenzposten nicht passiert werden. Mit der Aufnahme Rumäniens in die EU muss die Grenze zur Ukraine außerdem noch stärker kontrolliert werden. Eine unhaltbare Situation für die Bewohner und ein Stück Absurdistan im Osten Europas. Die rumänische Regisseurin Ileana Stanculescu liefert in ihrem Film PODUL PESTE TISA (DIE BRÜCKE ÜBER DIE THEISS) ein anschauliches Beispiel für die Problematik nationalstaatlicher Grenzziehung durch die EU-Osterweiterung und die Bedeutung des Schengener Abkommens.

Die politischen Umbrüche der Vergangenheit werden in
THE GRANDMOTHERS OF THE REVOLUTION auf privater Ebene verhandelt. Die slowenische Filmemacherin Petra Seliškar, die mit einem Kubaner verheiratet ist, präsentiert die jeweiligen Perspektiven verschiedener Familienmitglieder auf „ihre“ Revolutionen. Es geht um den zweiten Weltkrieg, um das ehemalige Jugoslawien, um Tito, Kuba und das Slowenien von heute. Das Wort „Revolution“ erhält unterschiedliche Definitionen und Bedeutungen. Der Film arbeitet mit beeindruckendem Archivmaterial und stellt die große Geschichte neben persönliche Erlebnisse und Erinnerungen.

Begleitend zu den Spiel- und Dokumentarfilmen präsentiert das IFFF Dortmund | Köln ein Programm mit Kurzfilmen aus Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Serbien und dem Kosovo. Die Auswahl reicht von den frühen Filmen der arrivierten Regisseurin wie Jasmila Žbanić bis hin zu kleinen Erstlingen wie FIRST TIME I EXHIBITED MY ART IN BH NATIONAL GALLERY der Studentin Sabrina Begović. Zu entdecken sind lustig-ironische Geschichten wie RUCAK von Ana Husman, die sich Ratgeber zur Etikette und Stilfragen rund ums Ess- und Trinkverhalten vornimmt und aus deren Film das diesjährige Plakatmotiv des Festivals stammt.

Die bekannte slowenische Medien-Künstlerin Marina Gržinić hat für das Festival ein Programm mit eigenen und Arbeiten von Kolleginnen zusammengestellt. Unter dem Titel Do We Live in a World Without Borders? präsentiert dieses Programm medienkünstlerische Positionen und Experimente zu den Themen Grenze, Grenzerfahrung und Grenz-ziehung. Mit den Mitteln der Performance setzen sich die Künstlerinnen dabei sowohl mit konkreten äußeren Grenzen zwischen Staaten und Menschen als auch mit inneren Grenzwahrnehmungen und dem eigenen Körper auseinander.

Der Länderfokus stellt kein solitäres Programm dar, sondern bietet vielfältige Querverbindungen zu anderen Sektionen des Festivals. So wird mit der Panel-Diskussion Balkan Queer Pride der Bogen zur Sektion begehrt! - Filmlust queer geschlagen. Das Panel gibt einen Überblick über die aktuelle Situation der Queer Szene der Balkan-Region. Ausgangspunkt ist die extreme Aggression, mit der gegen Queer-Festivals vorgegangen wurde und wird. Auf dem Podium werden Aktivistinnen, Feministinnen, Festival- und Filmemacherinnen von ihren Erfahrungen und Strategien berichten, darunter Masa Hilcisin, die Regisseurin des Dokumentarfilms SARAJEVO QUEER FESTIVAL 2008 und Mitglied von Organization Q, die bulgarische Journalistin und Bloggerin Yana Buhrer Tavanier (Mit-Organisatorin der Pride Parade Sofia), Dana Budisavljević, Filmemacherin und Produzentin aus Zagreb sowie Marija Savić (Gay Pride Belgrade).
-In Kooperation mit der LAG Lesben in NRW -


Mirjana Karanović, eine der wichtigsten Schauspielerinnen des Balkans, hat ihre Teilnahme an der Jury des Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerbs 2010 zugesagt. Bekannt geworden in Emir Kusturicas PAPA IST AUF DIENSTREISE, übernahm sie 2003 als erste serbische Schauspielerin nach dem Krieg wieder eine Rolle in einem kroatischen Film (SVJEDOCI). Nach GRBAVICA ist sie in NA PUTU wieder in einem Film von Jasmila Žbanić zu sehen. Für HERE AND THERE (Regie : Darko Lungolov) wurde sie im Januar 2010 beim Filmfestival Belgrad mit dem Kritikerpreis für die beste Darstellerin ausgezeichnet.

Zusammen mit Betty Schiel und Sonja Hofmann vom IFFF Dortmund | Köln hat die international bekannte kroatische Journalistin, Filmemacherin und Drehbuchautorin Rada Šešic den Balkan-Schwerpunkt kuratiert. Šešic lebt heute in den Niederlanden, wo sie u. a. Filmkurse gibt und als Kuratorin für das Internationale Filmfestival in Rotterdam, das Dokumentarfilmfestival Amsterdam sowie den niederländischen STIFO-Fond arbeitet. Sie ist außerdem für das Filmfestival Sarajewo und das Internationale Filmfestival Kerala in Indien tätig.

Der Länderschwerpunkt wird mit freundlicher Unterstützung der
SK-Stiftung Kultur der Sparkasse Köln-Bonn und in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Landeszentrale für politische Bildung NRW realisiert.

Pressekontakt:
Stefanie Görtz, Ann Katrin Thöle
0231-5025480, presse@frauenfilmfestival.eu
www.frauenfilmfestival.eu

Förderer des Festivals:
Der Ministerpräsident des Landes NRW; die Städte Köln und Dortmund; Filmstiftung NRW; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW

 

1. März 2010: begehrt! - filmlust queer

begehrt!, das sind die lesbischen, feministischen, queeren Blicke des Frauenfilmfestivals. Die Aufforderung zu begehren und das eigene Begehren zu überdenken geht an die Filme, die Filmemacherinnen und an das Publikum. Häufig genug wiederholt sich in Filmen die Darstellung der klassischen heterosexuellen Zweisamkeit in unendlichen Variationen der romantischen, ewig währenden, monogamen Liebe.

Doch es gibt viel mehr Lebensformen, mehr Rollen einzunehmen, mehr Fragen an unsere Vorstellungen von Frauen und Männern zu stellen. Filme können Utopien wagen, neue Geschichten erzählen und vor allem Sichtbarkeit schaffen. begehrt! zeigt Filme, die die traditionellen Vorstellungen von Geschlecht und gesellschaftlicher Rollenzuordnung in Frage stellen.

Schwerpunkte der Sektion 2010 sind Animationsfilme und japanische Mangas und – in Verbindung mit dem diesjährigen Länderprogramm das Panel Balkan Queer Pride.

Die Sektion begehrt! wird erstmals von der Bochumer Filmwissenschaftlerin Natascha Frankenberg als Kuratorin betreut.

Filmische Höhepunkte
Als Deutschlandpremiere ist der mehrfach preisgekrönte US-Dokumentarfilm PRODIGAL SONS zu sehen. Ein Klassentreffen führt die Regisseurin Kimberly Reed zurück in ihre kleine Heimatstadt in Montana. Bei Treffen mit Freunden und Familie erfährt man bald von der Geschlechtsumwandlung der Filmemacherin, die früher ein hoffnungsvoller Football-Spieler war. Aber nicht nur Kimberly ist ein verlorener Sohn, sondern auch der ihr fremd gewordene Adoptivbruder Marc. Sie begleitet ihn bei der Suche nach seiner Ursprungsfamilie, die einige Überraschungen zutage fördert, wie die Blutsverwandtschaft mit Orson Welles und Rita Hayworth.

Fragen von Identität
In WORKING ON IT loten die Filmemacherinnen Karin Michalski und Sabina Baumann gemeinsam mit ihren ProtagonistInnen aus, wie es ist, in keine Schublade zu passen. Was heißt es, eine neue Sprache für mehr als zwei Geschlechter zu erfinden oder sexuelle Diskriminierung am Arbeitsplatz zu erfahren und zu wenden? Der Film bereitet die Themen der Konstruktion von Geschlecht, sexueller Identität und ethnischer Zugehörigkeit auf erfrischende Weise neu auf.

In dem neuen Film EDIE & THEA: A VERY LONG ENGAGEMENT der Regisseurinnen Susan Muska und Gréta Olafsdóttir, die 1998 mit ihrem Dokumentarfilm THE BRENDAN TEENA STORY Aufsehen erregten, geht es um die lebenslange Liebe zweier lesbischer Frauen. Edie und Thea schauen sich die Bilder ihres gemeinsamen Lebens an und erinnern sich an das erste Kennenlernen: „We danced so long, I wore a hole in my stocking“. Vor dem Hintergrund der 60er Jahre und der sich vollziehenden radikalen gesellschaftlicher Veränderungen bekommt die Geschichte ihrer Liebe besondere Bedeutung. EDIE & THEA ist ein atmosphärisch bebildertes Porträt eines Paares, das bis zum Schluss für seine private Liebe und die gesellschaftliche Anerkennung alternativer Lebens- und Liebesgemeinschaften kämpft. Regisseurin Susan Muska wird den Film gemeinsam mit ihrer Protagonistin Edie in Köln vorstellen.

CHAMPION ist der aktuellste Film der mehrfach für ihre Umsetzung feministischer Pornographie ausgezeichneten Filmemacherin Shine Louise Huston. Das Motiv des Boxkampfes bildet die ästhetische Grundlage dieser radikalen Inszenierung lesbischer Sexualität. CHAMPION bricht mit den Konventionen pornographischer Erzählungen. Die Lust selbst steht hier im Vordergrund und konkurriert einem Kampf gleich mit der ihr gegenübergestellten Schaulust und schert sich kein bisschen um anerzogene Phantasien ihrer ZuschauerInnen. Im Ring und im Bett gilt: Liebe tut weh.

Direkt von der Berlinale kommt der Thriller THE OWLS. Die Eule als ein Tier, das Ruhe und Besonnenheit ausstrahlt, steht als Metapher über dem neuen Film von und mit Cheryl Dunye (WATERMELON WOMEN) und lässt sich auf die in die Jahre gekommene Gruppe lesbischer Frauen übertragen. Rockten sie einst die Bühnen, pflanzen sie nunmehr Tomaten an, beschäftigen sich mit der Fortpflanzung und huldigen aus Gewohnheit und Frustration dem Alkohol. Cheryl Dunye vollzieht mit ihrem unangepassten no-budget-Film die Wendung einer einst politisch motivierten Frauen- und Lesbenbewegung hin zu einem privatisiert-individualisierten Lebensstil zwischen Garten, Küche und Selbstbefriedigung nach.

Kurzfilmprogramm: Verliebt Verloren
Manchmal zuckersüß und überwiegend bitter erzählen die Kurzfilme des Programms von Verliebtsein, Liebe und den wahren Tragödien ihrer Nicht-Erfüllung. Dana Goldberg schickt in ihrem neuen Film ALLIGATOR IHRE PROTAGONISTIN in den düsteren Straßen Tel Avivs auf die Suche nach einer Form von Nähe, die für sie nicht zu finden ist. In der Mädchen-WG, die Luise Brinkmann zum Ort ihrer Geschichte NEBENAN wählt, ist die Liebe dagegen allgegenwärtig und verbindet im Schmachten und Entsagen die eine mit der anderen mit der einen und der anderen. Ein Film mit sicherem Potential zur lesbischen Seifenoper. Patricia et Colettes Interpretation von I KISSED A GIRL ist eine grandiose Wiederaneignung des Mainstream Lesbenmotivs. Die Vergangenheit in Super 8 hat festgehalten, was hätte sein können und nie war. Die Kölnerin Andi Meiers erzählt in BEST FRIENDS die Geschichte von Freundschaft, von Verliebtsein, von eben dem, was nie war und in Bildern geblieben ist.

begehrt! interessiert sich in diesem Jahr für alle Fragen von Queerness in Comics, Mangas und Animationsfilmen. Wir freuen uns besonders auf die Lesung/Performance der bekannten New Yorker Comicautorin Ariel Schrag. Die Autorin (u.a. THE L-WORD) liest und performed Auszüge aus ihrer Comic-Biografie Potential.

Uli Meyer, die seit Jahren zum Thema Sexualität und Geschlecht in der Populärkultur mit dem Schwerpunkt Japan forscht, konnte für einen Multimedia-Vortrag gewonnen werden. Unter dem Titel Trans² - Queere Geschlechter in der japanischen Popkultur thematisiert sie Fragen von Transgender Boybands, Butch/Femme Paare als Superheldinnen und Hausfrauen, die für Männerdarstellerinnen schwärmen. Queeres Utopia? – Nein, japanischer Alltag. In einem Land, in dem Homosexualität und Transgender nie als Sünde oder Verbrechen galten, löste der Feminismus der 1970er eine beispiellose Kettenreaktion aus. Künstlerinnen brachen in den männlich dominierten Comic- und Zeichentrickmarkt ein und seit dem ist nichts mehr, wie es war: Geschlechter und Sexualitäten mischen sich in ungeahnter Hemmungslosigkeit im neu entstandenen Genre der Mädchencomics.

Die auf Animationsfilme spezialisierte Berliner Medientheoretikerin- und Kritikerin Dr. Karin Wehn präsentiert außerdem ein Kurzfilmprogramm zum Thema Queer Animation.

Balkan Queer Pride
Die große Panel-Diskussion Balkan Queer Pride gibt einen Überblick über die aktuelle Situation der Queer Szene der Balkan-Region und setzt sich mit Fragen von Homophobie, Nationalismus und Gewalt in der Nachkriegs-Situation der Balkanregion auseinander. Ausgangs-punkt ist die extreme Aggression, mit der gegen Queer-Festivals vorgegangen wurde und wird. Auf dem Podium werden Aktivistinnen, Feministinnen, Festival- und Filmemacherinnen von ihren Erfahrungen und Strategien berichten, darunter Masha Hilcisin, die Regisseurin des Dokumentarfilms SARAJEWO QUEER FESTIVAL 2008 und Mitglied von Organization Q, die bulgarische Journalistin und Bloggerin Yana Buhrer Tavanier (Organisatorin der Pride Parade Sofia) und Dana Budisavljevic, Filmemacherin und Produzentin aus Zagreb.

Förderer:
Der Ministerpräsident des Landes NRW; die Städte Köln und Dortmund; Filmstiftung NRW; Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW

Pressekontakt:
Stefanie Görtz, Ann Katrin Thöle
0231-5025480, presse@frauenfilmfestival.eu
www.frauenfilmfestival.eu

 

20. Oktober 2009: Balkan-Region Schwerpunkt beim IFFF 2010

Filme von Regisseurinnen aus der Balkan-Region und den Nachbarländern stehen im Fokus des Länderschwerpunkts vom 14. – 18. April 2010 in Köln.

Geschichten aus der Nachkriegs-Ära
Viele Filme aus Südost-Europa beschäftigen sich im Kontext der Nachkriegszeit mit Fragen von Heimat und Migration. Dabei spielt das Sichtbarmachen verborgener Lebensgeschichten, die überall auf dem Balkan kursieren, eine wesentliche Rolle. Die Filme erzählen Geschichten von unterdrückten Identitäten, Exil, Vertreibung und Anpassung, die in den offiziellen Darstellungen kaum eine Rolle spielen, umso mehr jedoch in den mündlichen Überlieferungen. Die zeitgenössischen Filmemacherinnen geben in ihren Filmen Menschen eine Stimme, die selten oder nie gehört werden. Diese Geschichten beziehen sich nicht nur auf die jüngsten kriegerischen Auseinandersetzungen dieser Region, sondern reichen vielmehr weit in die Geschichte zurück.

Filme aus: Albanien, Bosnien&Herzegovina, Bulgarien, Kosovo
Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Serbien und Slovenien

Immer mehr Regisseurinnen aus der Balkan-Region greifen zur Kamera und feiern zunehmend große Festivalerfolge – Jasmila Zbanic gewann mit „Grbavica“ bei der Berlinale 2006 den Goldenen Bären – und so gilt es, ihren Filmen als Nachbarn in West-Europa ein Forum zu bieten. Zeit nun also für das IFFF Dortmund | Köln, einen Überblick zu gewähren und mit den Filmemacherinnen ins Gespräch zu kommen.

Für die Programmauswahl zeichnen die Filmkritikerin, Filmemacherin und Kuratorin Rada Sesic und für das IFFF Dortmund | Köln Betty Schiel und Sonja Hofmann verantwortlich.

Weitere Sektionen des Festival 2010
Bereits zum sechsten Mal wird in Köln der Internationale Debüt-Spielfilmpreis vergeben. Acht internationale Produktionen gehen ins Rennen um den mit 10.000 Euro dotierten Preis. 2008 ging der Preis an die Französin Aurélia Georges für „L’homme qui marche.“

Die Sektion begehrt! – Filmlust queer ist das große Forum aktueller Lesben- und Transgender-Filme. Das Panorama zeigt internationale Filme von Frauen der letzten beiden Produktionsjahre und ist grundsätzlich offen für alle Genres. Der Schwerpunkt liegt auf dem künstlerischen Dokumentarfilm, formal interessanten Spielfilmen und Kurzfilmen sowie Musikvideos.

Filmbildung
Mit einem eigenen Filmprogramm für Kinder und Jugendliche macht das Festival den Kölner Schulen das Angebot, Themen für den Unterricht zu adaptieren.

Weiterbildung
Das Festival versteht sich auch als Forum für Vernetzung, Austausch und Fortbildung. Für Frauen in der Filmbranche wird es auch 2010 parallel zum Festival wieder ein anspruchsvolles Angebot an Workshops und Master Classes geben, das die ehemalige Leiterin des Berlinale Talent Campus, Christine von Fragstein, für das IFFF Dortmund | Köln betreut.

Einreichfristen
Panorama und begehrt!: 30. November 2009
Debüt-Spielfilmwettbewerb: 8. Januar 2009

 

26. April 2009

Internationaler Spielfilmpreis an Maren Ade verliehen


25.000 Euro für den deutschen Film Alle Anderen

Sechs Tage Filmfestival gehen in Dortmund und Köln erfolgreich zu Ende. Die Besucher-zahlen haben sich erfreulich gefestigt: Rund 8.000 Filmbegeisterte Menschen haben sich in den verschiedenen Festivalorten eingefunden, zu denen in diesem Jahr in Dortmund das domicil, die Schauburg, der CineStar und das Harenberg City Center zählten. Die Filme des Internationalen Spielfilmwettbewerbs waren auch im Kölner Filmforum NRW und dem OFF-Broadway zu sehen.

Den mit 25.000 Euro dotierten Internationalen Preis für Spielfilmregisseurinnen erhält in diesem Jahr Maren Ade für ihren Film Alle Anderen. Der Film erzählt die Geschichte von Gitti und Chris, einem Paar im Urlaub auf Sardinien, er erzählt von unerfüllten Wünschen und Machtkämpfen. Birgit Minichmayer und Lars Eidinger brillieren in den Hauptrollen. Die Angst der Protagonisten vor Verantwortung und eigenen Gefühlen spiegelt ihre emotionale Orientierungslosigkeit wider. Eine intime Liebesgeschichte, die in die Tiefen einer Beziehung eintaucht und sich dabei ganz auf das feine, berührende Spiel ihrer Darsteller verlässt. Wie schon Maren Ades Debüt DER WALD VOR LAUTER BÄUMEN entwickelt ALLE ANDEREN aus einer einfachen Grundsituation eine vielschichtige Erzählung, die eine große Sogwirkung entfaltet. Die deutsche Schauspielerin Franziska Petri, die schwedische Regisseurin Maria von Heland und die italienische Festivalleiterin Paola Paoli von der internationalen Jury waren von dem formalen und ästhetischen Spektrum der Wettbewerbsbeiträge beeindruckt und begründen ihre Entscheidung wie folgt:
Ein wundervoll inszenierter Film, perfekt gespielt und ebenso unterhaltsam wie intelligent. Das älteste aller Themen – die Liebe – wird uns mit immenser Ehrlichkeit, mit Mut und Leidenschaft präsentiert. Der Film fokussiert ein scheinbar normales Paar und allmählich, in subtiler Erzählweise erlaubt er den Zuschauern,ihre eigene Liebesfähigkeit und die Werte unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Wir sehen unsere eigene Welt mit neuen Augen.
Ins Rennen um den Preis gingen Spielfilme aus Deutschland, Taiwan, China, Frankreich, USA, Tschechien und Kanada. Die in Deutschland einzigartige Auszeichnung kann das IFFF Dortmund | Köln dank der Unterstützung durch die RWE Westfalen-Weser-Ems AG bereits zum dritten Mal vergeben. Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung in der Dortmunder Schauburg wird der Vorstandsvorsitzender Thomas Birr den Preis heute Abend persönlich an Maren Ade überreichen.
Die Preise des Nationalen Wettbewerbs für Bildgestalterinnen werden ebenfalls heute Abend vergeben. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis für die Sparte Spielfilm wird in diesem Jahr geteilt und geht zu gleichen Teilen an Susanne Kurz für ihre Kameraarbeit in dem Kurzspielfilm 1,2,3 und an Marlen Schlawin für Badetag, ebenfalls ein Kurzspielfilm.
Der erstmalig zu vergebende Preis für Dokumentarfilm-Kamerafrauen, dotiert mit 2.500 Euro und ausgelobt von DerWesten (Das Online Portal der WAZ Mediengruppe), geht an Anne Misselwitz für Der Die Das. Die Jury – Bella Halben, Sophie Maintigneux und Ute Freund – war in diesem Jahr von der Vielzahl, Vielfalt und Qualität der Dokumentarfilme beeindruckt und vergibt daher zusätzlich eine lobende Erwähnung an die KHM-Absolventin Julia Daschner für Auf der Walz. Der Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen wird zum 5. Mal vergeben. Der Preis zeichnet die Kameraarbeit von jungen deutschen Bildgestalterinnen aus, die mit ihren Abschlussfilmen oder den ersten beiden freien Arbeiten teilnehmen können. Jörg Stüdemann, Kulturdezernent der Stadt Dortmund, und Katharina Borchert, Chefredakteurin von DerWesten, werden die Preise am Abend überreichen.


Thematisches Filmprogramm

Das Thema Freiheit wurde in 90 aktuellen und historischen Filmen und Videos fokussiert. Dokumentarfilme wie HOTEL SAHARA über Afrikaner und ihren Traum von Europa oder The Colour of Olives über das Leben einer palästinensischen Familie, deren Haus von der israelischen Mauer eingeschlossen wird, haben die ZuschauerInnen weit über die Vorstellung hinaus beschäftigt. Fröhlich begeistert verließen sie SWEETGRASS über den letzten Schaf-Auftrieb in Montana oder die Dokumentation über tibetische Kindermönche HIMALAYA, A PATH TO THE SKY.
Großen Anklang fanden auch die verschiedenen Stummfilmaufführungen mit Pianobegleitung. Suffragetten, die Anfang des 20. Jahrhunderts lautstark für ihre Rechte gekämpft haben, waren die Stars eines Programms mit Filmschätzen aus den 10er Jahren, die von dem Essener Pianisten Joachim Bärenz am Flügel interpretiert wurden.


Publikumspreis

Nachdem die letzten Publikumsstimmen ausgezählt sind, steht auch der Publikumspreis fest: HIMALAYA, A PATH TO THE SKY von Marianne Chaud wird mit dem neuen Preis ausgezeichnet: Ein buddhistisches Kloster im Himalaya. Unter den Mönchen, die hier leben, sind auch Kinder. Der achtjährige Kenrap wurde auf eigenen Wunsch im Alter von fünf Jahren von seiner Familie ins Kloster gebracht. Einmal im Jahr pilgern die Mönche hinunter in die Dörfer. Statt weihevoller Pilger begegnen uns fröhliche Rotzlöffel mit viel Herz und Verstand.
trailer-Ruhr hat den mit 1.000 Euro dotierten Preis gestiftet. Der Preis wird am Abend an die Editorin des Films, Françoise Berger Garnault, übergeben. Stimmen konnten abgegeben werden für alle Langfilme des Programms ab 50 Minuten der Produktionsjahre 2006-2009.


Weiterbildung & Networking

Über 50 internationale Filmschaffende und Journalisten waren in Dortmund zu Besuch, haben ihre Filme vorgestellt, Workshops gegeben und Musik gemacht. Einmal mehr ist das IFFF Dortmund | Köln seiner Rolle als Netzwerk für Frauen in der Filmbranche gerecht geworden. Neue Kontakte wurden geknüpft, alte aufgefrischt, neue Arbeitskontakte ermöglicht. Dazu haben neben den Filmveranstaltungen auch in diesem Jahr wieder die Workshops und Master Classes beigetragen: In Veranstaltungen zu den Themen PR, Pitching, Finanzierung, Bildgestaltung und Drehbuch/Regie haben sich über 60 junge FilmemacherInnen zusammengefunden und fünf Tage lang intensiv mit gestandenen Professionellen gearbeitet. „Es war wunderbar, von den Frauen so viele Aspekte über ihr Schaffen, ihre Haltung und ihre Ansprüche zu erfahren“, so der Kommentar einer Workshop-Teilnehmerin. Christine von Fragstein, die das Weiterbildungsprogramm 2009 für das Frauenfilmfestival entwickelt und geleitet hat, zeigt sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen: „Begeisterte Teilnehmerinnen und viele Anregungen für Themen in den nächsten Jahren.“


Schulfilmprogramm & Girls’ Focus

Last but not least das traditionelle Schulprogramm des Frauenfilmfestivals, das noch bis zum 29. April im CineStar läuft: über 1.100 Schüler werden bis dahin in Begleitung ihrer LehrerInnen auf ihr Alter abgestimmte Filme gesehen und diskutiert haben. Den Nerv der jungen Zuschauer haben besonders die Vorstellungen des niederländischen Films
Dunya & Desie und FIGHTGIRL AYSE aus Dänemark getroffen. In langen Diskussionen um die marokkanischen bzw. türkischen Protagonistinnen haben die Jugendlichen ihre Eindrücke geschildert und von ihren eigenen Herkunftsländern erzählt.
Im Girls’ Focus, dem dreitägigen Workshop Film für junge Frauen, ging es in diesem Jahr um das Thema Drehbuchentwicklung. Die Drehbuchautorin und Regisseurin Sabine Bernardi hat mit jungen Frauen aus Deutschland und Palästina gearbeitet.
Das nächste Festival wird turnusgemäß vom 14. – 18. April 2010 in Köln stattfinden.


Presseanfragen:

0231-5025480, presse[at]frauenfilmfestival.eu

Stefanie Görtz (0170-2037198), Marine Dubrulle (0179-5275708)

www.frauenfilmfestival.eu

 

23. März 2009

Internationaler Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen 2009

gestiftet von der RWE Westfalen-Weser-Ems AG

Zum dritten Mal wird in Dortmund der Internationale Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen ausgerichtet. Dotiert mit 25.000 Euro und einzigartig in Deutschland, präsentiert er eine Filmauswahl von Regisseurinnen, denen es nach viel beachteten Anfangserfolgen gelungen ist, kontinuierlich Filme vorzulegen, die inhaltlich und formal überzeugen. Die Zahl der Filme in der Vorauswahl ist in diesem Jahr noch einmal gestiegen, 69 Spielfilme aus fast 40 Ländern wurden eingereicht. Ein deutliches Zeichen für den wachsenden Bekanntheitsgrad und das Renommee des Wettbewerbs.

Der Preis für den besten Film geht direkt an die Regisseurin und wird im Rahmen der Preisverleihung am 26. April 2009 in Dortmund übergeben. Der Wettbewerb wird in diesem Jahr erstmalig auch in Köln im Filmforum NRW und im Off Broadway präsentiert.


Die Jury

Mit der Vergabe des mit 25.000 Euro dotierten Preises ist eine international besetzte Jury betraut. Die deutsche Schauspielerin Franziska Petri, die Festivalleiterin Paola Paoli aus Florenz und die schwedische Autorin und Regisseurin Maria von Heland haben ihre Teilnahme bestätigt.


Die Filmauswahl

ALLE ANDEREN
D 2009, 119 Min., 35mm, OmeU, Regie: Maren Ade, mit: Birgit Minichmayr, Lars Eidinger, Hans-Jochen Wagner, Nicole Marischka, u.a.

Gitti und Chris, ein ungleiches Paar, das sich in abgeschiedener Zweisamkeit durch einen Urlaub kämpft. Wir lernen zwei Menschen kennen, wie sie nur sein können, wenn sie allein sind: geheime Rituale, Albernheiten, unerfüllte Wünsche und Machtkämpfe. Ausgelöst durch ein scheinbar unwichtiges Ereignis – die Begegnung mit einem anderen Paar – gerät die Beziehung ins Wanken. Alle Anderen, 2-maliger Berlinale-Preisträgerfilm von Maren Ade erzählt auf subtile Weise von einer Paarbeziehung im Urlaub auf Sardinien und bringt dabei ganz ungeniert die gesellschaftlichen Topics von Verantwortung bis Orientierungslosigkeit einer ganzen Generation aufs Tableau. Mit Humor und grausamer Genauigkeit erzählt der Film von den widersprüchlichen Sehnsüchten eines Paares auf der Suche nach der eigenen Identität. Ein intimer Liebesfilm, der in die Tiefen einer Beziehung eintaucht und die emotionale Orientierungslosigkeit einer Generation widerspiegelt. Maren Ade: „Ich wollte einen Film machen über das verworrene, einzigartige Gebilde, das zwei Menschen ergeben, wenn sie eine Liebesbeziehung führen. Die Hauptfigur sollte ein Paar sein und keine einzelne Person."


GOD MAN DOG / LIO LANG SHEN GO REN
Taiwan 2007, 119 Min, 35mm, OmeU, Regie: Singing Chen,
mit: Tarcy Su, Jack Kao, Chang Han, u.a.

Short Cuts in Taiwan: Ein gutsituiertes Ehepaar aus Taipei, das sich seit der Geburt des Kindes immer mehr entfremdet und langsam verstummt. Ein Obsthändler vom Land und seine Frau, die gemeinsam versuchen, sein Alkoholproblem zu bekämpfen. Eine junge Frau, die ihre Aggressionen beim Kickboxen austobt. Ein umherstreunender Junge und ein einsamer Mann, der gewaltige Buddhastatuen ausliefert. Für einige Tage verfolgt die Regisseurin Singing Chen den Alltag ihrer angeschlagenen Helden und schafft einen Rahmen, in dem Menschen wieder zu sich selbst finden können.


KNITTING / NIU LANG ZHI NU
China 2008, 100 Min., 35mm, OmeU, Regie: Yin Lichuan, mit: Zhang Yi, Lu Yulai, Yan Bingyan, u.a.

Daping hasst Haili, die aus dem Nichts plötzlich in ihrer Wohnung aufgetaucht ist und ihr in ihr Leben und ihre vielversprechende Beziehung zu Chen Jin hineinfunkt. Daping versucht zwar, ein guter Mensch zu sein, doch Haili lässt ihr keine ruhige Sekunde. Eines Tages ist Chen Jin verschwunden. Daping bleibt schwanger zurück und weiß nicht, wie sie diese Situation alleine bewältigen soll. Haili hat in ihrem Leben einiges mitgemacht und ist vielleicht genau die Richtige, um Daping in ihrer Notlage zu helfen. Sie kann zwar von ihrem Spott nicht lassen, aber dennoch kommen sich die beiden Frauen allmählich näher...
Mit Frechheit und Witz erzählt Regisseurin Yin Lichuan in Knitting eine erfrischend absurde Dreiecksgeschichte. Das Stricken scheint die einzige Konstante im täglichen Überlebenskampf ihrer haltlosen Figuren geworden zu sein.


LES BUREAUX DE DIEU / GOD’S OFFICES
F 2008, 119 min., 35mm, OF (deutsch über Kopfhörer), Regie: Claire Simon
mit: Nathalie Baye, Béatrice Dalle, Isabelle Carré, Nicole Garcia, u.a.

Djamila würde gern die Pille nehmen, da es mit ihrem Freund ernst wird. Zoes Mutter gibt ihr Präservative, behandelt sie aber als Hure. Nedjma versteckt ihre Pille im Freien, da ihre Mutter die Handtasche durchsucht. Hélène findet, dass sie zu fruchtbar sei. Clémence hat Angst. Adeline hätte es gern behalten. Margot auch. Maria Angela hätte gern gewusst, von wem sie schwanger ist. Ana Maria hat die Liebe und die Freiheit gewählt. Anne, Denise, Marta, Yasmine und Milena sind die Beraterinnen, die jede einzelne empfangen und ihnen zuhören, wenn sie sich fragen, wie sexuelle Freiheit möglich sei.
Claire Simon versammelt die Crème des weiblichen französischen Kinos: Nathalie Baye, Isabelle Carré, Béatrice Dalle, Nicole Garcia, Rachida Brakni. Sie alle spielen Beraterinnen eines Familien-planungszentrums in Paris, die auf unterschiedliche Schicksale treffen, die alle eins gemeinsam haben: den Traum einer selbstbestimmten weiblichen Sexualität.


MAMAN EST CHEZ LE COIFFEUR / MOMMY IS AT THE HAIRDRESSER’S
CDN 2007, 90 min., 35mm, OmeU, Regie: Léa Pool, mit: Marianne Fortier, Céline Bonnier, Laurent Lucas, Gabriel Arcand, u.a.

Sommer 1966, es ist Ferienzeit. Élise wird sich der Träume, Sorgen und Lügen ihrer Umgebung bewusst und sieht ihre Familie erschüttert durch die überstürzte Abreise ihrer Mutter, die die Familie verlässt. Während ihr Bruder Coco sich starrköpfig in die Konstruktion eines Kettcars mit Rasenmähermotor flüchtet, versinkt der kleine Benoît in seiner inneren Welt und zieht sich immer mehr in den Heizraum zurück, vor den Augen des Vaters, dem das Ganze über den Kopf wächst. Élise beschließt, das Ruder der driftenden Familie in die Hand zu nehmen. Unterstützt durch die umliegende Natur und den stillen Trost von Monsieur Mouche macht sie sich daran, einen Sommer zu erleben, wie nie zuvor: die Zeit der prüden frühen 60er Jahre, die scheinbar so prüde gar nicht waren. Mit dem Film der großen kanadischen Regisseurin Léa Pool wird das Festival in diesem Jahr eröffnet.


NIGHT OWLS / DETI NOCI
Tschechische Republik 2008, 80 Min., 35mm, OmeU, Regie: Michaela Pavlátová, mit: Martha Issová, Jiri Mádl, u.a.

Der zweite Spielfilm von Michaela Pavlátová erzählt von Ofka, einem jungen Mädchen aus Prag an der Schwelle von Kindheit und Erwachsensein. Nachdem sich ihr Freund von ihr getrennt und die beste Freundin sie verraten hat, ist Ofka in eine seltsame Lethargie verfallen. Jede Nacht steht sie an der Kasse eines Tante-Emma-Ladens und bedient die Nachtschwärmer und verlorenen Gestalten. In Karlovy Vary gab es 2008 Darstellerpreise für Martha Issová und Jiri Mádl.


STELLA
Frankreich 2008, 103 Min., 35mm, OF (deutsch über Kopfhörer), Regie: Sylvie Verheyde, mit: Léora Barbara, Karole Rocher, Benjamin Biolay, Guillaume Depardieu, u.a.

Die wilden 70er ihrer eigenen Kindheit wiederum evoziert Sylvie Verheyde in Stella: die 11-jährige Protagonistin wächst in der Kneipe ihrer Eltern in einem Arbeiterviertel auf. Auf schulische Leistungen wird wenig Wert gelegt, die Eltern haben genug mit sich selbst zu tun. Stella darf dafür Bier zapfen. Doch dann wird sie in eine berühmte Pariser Schule aufgenommen und lernt die Tochter argentinisch-jüdischer Intellektueller kennen. Von jetzt an soll sich in Stellas Leben einiges ändern. (Deutsche Erstaufführung)


WENDY AND LUCY
USA 2008, 80 Min., 35mm, OF, Regie: Kelly Reichardt
mit: Michelle Williams, Will Patton, John Robinson, u.a.

Wendy (Michelle Williams), eine junge, arbeitslose Frau ist in ihrem alten, schäbigen Wagen unterwegs in den Norden auf der Suche nach Beschäftigung. Ihre einzige Begleitung ist ihr Hund Lucy. Als irgendwo auf der Strecke in einer kleinen Stadt in Oregon das Auto kaputtgeht, hat Wendy nicht genug Geld, es reparieren zu lassen. Und als sie schließlich bei einem kleinen Warendiebstahl erwischt wird und ein paar Stunden ins Gefängnis muss, verliert sie auch noch ihren Hund, an dem sie mit ganzem Herzen hängt. Wendy and Lucy, der neue Film der US-Amerikanerin Kelly Reichardt ist eine kleine Studie über den amerikanischen Traum, der Kapitalismus heißt und Reichardt erzählt davon so lakonisch und absurd, dass sich das Lachen mit Weinen mischt. Wehe dem, der ein paar Dollar zu wenig und ein paar Probleme zuviel hat. Born in the U.S.A.



Weitere Programm-Höhepunkte:

WEDER GLATT NOCH GEFÄLLIG - Die Schauspielerin Franziska Petri im Portrait

Unter dem Motto „Weder glatt noch gefällig“ stellt das Festival wie gewohnt die Arbeit einer herausragenden deutschen Schauspielerin ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
In diesem Jahr hat die Berlinerin Franziska Petri, die auch Mitglied der Jury des Internationalen Spielfilmwettbewerbs ist, das RAF-Drama Schattenwelt von Connie Walther ausgewählt. Sie wird den Film in Dortmund vorstellen und mit dem Publikum diskutieren. Petri, die bereits während des Studiums an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» erste Fernsehhauptrollen spielte, ist dem Publikum auch durch zahlreiche Kinofilme bekannt, wie etwa Vergiss Amerika von Vanessa Jopp, Leo & Claire von Joseph Vilsmaier oder Das Herz ist ein dunkler Wald von Nicolette Krebitz.
In Schattenwelt spielt Franziska Petri an der Seite von Ulrich Noethen, Uwe Kockisch und Eva Mattes die junge Mutter Valerie, die den Mörder ihres Vaters sucht. Dieser kam bei einer fehlgeschlagenen Entführungsaktion ums Leben, unter dem Kommando des damaligen RAF-Terroristen Widmer, der gerade begnadigt wurde und nun ausgerechnet in Valeries Mietshaus als neuer Nachbar einzieht.


ENDLICH WIEDER AUF DER LEINWAND - Stummfilme mit Live-Musik

Von Suffragetten, Komikerinnen und tragischen Heldinnen handeln die historischen Stummfilme des Festivals: „Du musst die ganze Zeit voll da sein und zusehen, dass sie dich nicht unterbuttern, wenn du wirklich deine Reformen durchsetzen willst“, meinte Emmeline Pankhurst, Feministin der ersten Stunde. Lautstark kämpften die Suffragetten Anfang des 20. Jahrhunderts für ihre Rechte. Genau in dieser Zeit entstanden die ersten Filme, sodass der Kampf der furchtlosen Ladies hervorragend dokumentiert wurde. Kombiniert werden diese raren Stummfilm-Schätze aus dem British Film Archive mit den anarchisch freudvollen Aktivitäten früher Komödiantinnen wie den „Tilly Girls“.
Außerdem zu sehen sein werden die beiden langen Spiefilme Hindle Wakes (GB 1927) mit einer wunderbaren Estelle Brody in der Hauptrolle und Der Geiger von Florenz (D 1926). Die Crossdressing-Komödie wurde der großen Elisabeth Bergner auf den Leib geschrieben.
Als musikalische Begleiter werden die PianistInnen Maud Nelissen (NL), Ruth Bieri (CH) und Joachim Bärenz (D) zu hören sein.


GIRLS FOCUS – WORKSHOP FILM

Traumberuf Filmemacherin?! Einen festen Platz im Festivalprogramm des IFFF Dortmund|Köln hat mittlerweile der GIRLS FOCUS Workshop. Bis zu 16 Mädchen ab 16 Jahren können sich an dem Fesival-Wochenende austauschen, informieren, gemeinsam Filme schauen und mit Expertinnen diskutieren.

In diesem Jahr geht es vor allem um Ideen- und Drehbuchentwicklung: Impulse zum Schreiben von Drehbüchern wird Sabine Bernardi, selbst erfolgreiche Autorin und Regisseurin, am Workshop-Samstag geben. Ihre Teilnahme zugesagt haben zudem zwei junge Filmemacherinnen aus Palästina, die ihren ersten erfolgreich gestarteten Kurzfilm in diesem Kreis exklusiv vorstellen.


DEUTSCHLAND UND CHINA – EIN KULTURAUSTAUSCH IM FILM

Zwei Frauen, zwei Länder: Während Fu Qiong mit ihrer Kamera Dortmund entdeckt, dokumentiert Conny Beißler einen Tag in der kantonesischen Provinzhauptstadt Guanghzou.
Die chinesische Regisseurin hat sich 2008 auf den Weg nach Dortmund gemacht, um die Stadt mit der Kamera zu erkunden. Vom Künstler bis zum ehemaligen Bergmann, vom BVB bis ins Hösch Museum – Fu Qiong ist es gelungen, in ihrer Dokumentation Faces: Dortmund die Geschichte und den Wandel der Stadt anhand ihrer Bewohner darzustellen. Ein humorvolles Portrait der Stadt im Herzen des Ruhrgebiets aus der Perspektive einer Chinesin.

Im Gegenzug begleitet die Filmemacherin Conny Beißler (Absolventin an der FH Dortmund) in Morgen in Guangzhou drei Menschen bei den alltäglichen Dingen des Lebens. Dabei schafft sie es, den gesellschaftlichen Wandel Chinas am Beispiel der Menschen in der kantonesischen Provinzhauptstadt Guangzhou nachzuvollziehen.

Die beiden Filme entstanden 2008 im Rahmen der Veranstaltungsserie Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung der Bundesrepublik in China und werden in Dortmund ihre Deutschland-Premiere feiern. Das Festival knüpft damit noch einmal an das große Länderprogramm China an, das bei der letzten Ausgabe Filme chinesischer Filmemacherinnen in Köln präsentierte.



Wichtige Termine
Eröffnungs-Pressekonferenz: 21. April, 14 Uhr, Rathaus Dortmund
Festival-Eröffnung: 21. April 2009, 19.30 Uhr, CineStar Dortmund
Preisverleihung: 26. April, 19 Uhr, Schauburg

Spielorte
domicil, Schauburg, CineStar, Harenberg City-Center

Festivalzentrum
domicil

Kontakt Presse
Stefanie Görtz, Marine Dubrulle
++49(0)231-5025480, presse[at]frauenfilmfestival.eu

 

23. März 2009

Jury 2009

Internationaler Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen

Maria von Heland
Maria von Heland ist Autorin und Regisseurin. Die in Berlin lebende Schwedin schrieb das Drehbuch zu Kai Wessels Hilde, der gerade seine Premiere feierte. Zu ihren bekanntesten Arbeiten unter eigener Regie zählen Suddenly Gina (Frühstück mit einer Unbekannten, 2007), Big Girls don’t Cry (Große Mädchen weinen nicht, 2002) und Recycled (1999). Maria von Heland wurde 1965 in Stockholm geboren. Neben einem Journalismus-Studium am Rider College in Lawrenceville besuchte sie Schauspielkurse in New York und Paris. Später studierte sie in Los Angeles an der School of Film and Video des California Institut of the Arts und an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolff“ in Potsdam-Babelsberg. Bereits ihr erster Kurzfilm Chainsmoker (1997) wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedrich-Wilhelm-Murnau-Kurzfilmpreis. Von Heland arbeitete für das schwedische Fernsehen und als Drehbuchentwicklerin für Produktionsfirmen in Schweden und den USA. Derzeit bereitet sie ihr neues Spielfilm-Projekt Hector’s Journey nach dem Roman von François Lelord vor.

Paola Paoli
Paola Paoli ist Medienwissenschaftlerin, Kuratorin, Mitbegründerin des Laboratorio Immagine Donna und Leiterin des seit 1979 von dieser Vereinigung organisierten Internationalen Frauenfilmfestivals Florenz. Seit 2005 ist sie zudem für die italienische Sektion des Festivals für Filmemacherinnen aus mediterranen Ländern verantwortlich. Nach ihrem Abschluss in Philosophie und Geschichte war sie als wissenschaftliche Assistentin in den Bereichen Audiovisuelle Medien und Theorie der Massenkommunikation tätig und an mehreren Forschungsprojekten beteiligt. Paoli ist Dozentin für das Gebiet Frauen und Film an der Universität Florenz.

Franziska Petri
Die Schauspielerin Franziska Petri wurde auf der Berlinale 2009 im Rahmen der Perspektive Deutsches Kino als Beste Darstellerin ausgezeichnet – für ihre Rolle in Für Miriam, einer Low-Budget-Produktion des Regiestudenten Lars-Gunnar Lotz. Bereits während des Studiums an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ (Berlin) spielte sie erste Fernsehhauptrollen. In Michael Gwisdeks Das Mambospiel (1998) gab sie ihr Kinodebüt. Ihren Durchbruch hatte sie 2000 mit Vanessa Jopps Film Vergiss Amerika, der den Bayerischen Filmpreis sowie zahlreiche andere Auszeichnungen gewann und für den Deutschen und Europäischen Filmpreis nominiert war. Das diesjährige Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln präsentiert in seiner Sektion Weder glatt noch gefällig ihren aktuellen Film: Das RAF-Drama Schattenwelt (2008) von Connie Walther.


Pressekontakt:
Stefanie Görtz, Marine Dubrulle,
presse[at]frauenfilmfestival.eu, 0231-5025480

 

10. März 2009

Dortmunder Preis für Bildgestaltung vergeben

Die ausgezeichneten Filme werden im Festivalprogramm präsentiert


Die Jury des Wettbewerbs für Nachwuchs-Bildgestalterinnen hat in der vergangenen Woche in Dortmund 32 nominierte Einreichungen gesichtet und hat jetzt die Preisträgerinnen bekannt gegeben. Die prämierten Filme werden beim kommenden Frauenfilmfestival in Dortmund präsentiert und die Preisträgerinnen im Rahmen der Preisverleihung am 26. April in der Schauburg ausgezeichnet.

Preise Spielfilmkamera an SUSANNE KURZ & MARLEN SCHLAWIN
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis für die Sparte Spielfilm wird in diesem Jahr geteilt und geht zu gleichen Teilen an Susanne Kurz für ihre Kameraarbeit in dem Kurzspielfilm 1, 2, 3 und an Marlen
Schlawin
für Badetag, ebenfalls ein Kurzspielfilm.

Preis Dokumentarfilm-Kamera an ANNE MISSELWITZ
Der erstmalig zu vergebene Preis für Dokumentarfilm-Kamerafrauen, dotiert mit 2.500 Euro und ausgelobt von DerWesten, geht an Anne Misselwitz für Der Die Das.

Lobende Erwähnung JULIA DASCHNER
Die Jury – Bella Halben, Sophie Maintigneux und Ute Freund – zeigte sich in diesem Jahr besonders von der Vielzahl, Vielfalt und Qualität der Dokumentarfilme überzeugt und vergibt daher zusätzlich eine lobende Erwähnung an die KHM-Absolventin Julia Daschner für Auf der Walz.

Der Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen wird in diesem Jahr bereits zum 5. Mal wird im Rahmen des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund|Köln (21. – 26. April 2009) in Dortmund vergeben. Der Preis zeichnet die Kameraarbeit von jungen deutschen Bildgestalterinnen aus, die mit ihren Abschlussfilmen oder den ersten beiden freien Arbeiten teilnehmen können.


Die ausgezeichneten Filme


Preisträgerin Sparte Spielfilm

1, 2, 3
Deutschland 2008, Kurzspielfilm, 35 mm/Digi Beta, Farbe, 15’,
Regie und Buch: Siobhan Jackson
Produktion: HFF München, Susanne Kurz Film

Bildgestaltung: Susanne Kurz

Inmitten einer weiten, leeren Landschaft schlafen zwei Frischvermählte
friedlich in ihrem Auto. Sie haben kein Benzin mehr im
Tank, sind müde und abgekämpft vom Feiern. Mit Anbruch des
neuen Tages will sich der Bräutigam auf den Weg machen, um
Benzin zu holen. Die Stille, das Morgenlicht und die Landschaft
üben einen seltsamen Reiz auf ihn aus. Er lässt seinen Gedanken
freien Lauf, und schon bald wandelt sich das Gefühl von Liebe und
Glück in etwas Dunkles, Erschreckendes.

Biografie Susanne Kurz
Susanne Kurz wurde 1974 in Ludwigshafen geboren. Nach ihrem
Studium des Dokumentarfilms an der HFF München ging sie an die
NFTVA (Netherlands Film & TV Academy) in Amsterdam. Das
anschließende Studium im Bereich Kamera an der HFF München
schloss sie 2008 mit ihrem Diplomfilm 1,2,3 ab. Sie arbeitet als freie Bildgestalterin.

Filme von Susanne Kurz
Himmelfilm 2005 | The Line 2005 | Coup de Grace 2006 | The Band 2008 | 1,2,3 2008

Jurybegründung
In einem ungewöhnlichen Format, in 1: 1.37, gestaltet Susanne
Kurz ein filmisches Gedicht. Mit großer Leidenschaft und
Stilsicherheit komponiert sie in einem Film, der auf Dialog
verzichtet, faszinierende und stimmungsvolle Bilder.


Preisträgerin Sparte Spielfilm

BADETAG
Deutschland 2007, Kurzspielfilm, 35 mm, Farbe, 17’
Regie und Buch: Philipp Batereau
Produktion: Philipp Batereau Film & Marlen Schlawin
Co-Produktion: FH Dortmund

Bildgestaltung: Marlen Schlawin

Als Jakob eines Morgens vom Schwimmen im Badesee zurück nach
Hause kommt, sind seine Frau und sein Sohn verschwunden. Er
sucht sie überall und muss feststellen, dass er vollkommen allein ist
in einer merkwürdig stillen, leblosen Welt. Kein Anruf wird
beantwortet, niemand bewegt sich in den Straßen.

Biografie Marlen Schlawin
Marlen Schlawin wurde 1978 in Hamm geboren. Bis 2005 studierte
sie Kamera an der Fachhochschule Dortmund und arbeitet seitdem
als freie Bildgestalterin in Deutschland und den USA.

Filme von Marlen Schlawin
CH 2003 | Classic Circus 2004 | Badetag 2007 | Vitamine 2008

Jurybegründung
Vom ersten Moment erzeugt Marlen Schlawin mit ihrer Bildsprache
eine geheimnisvolle, spannende Atmosphäre. Mit gestalterischen
Mitteln wie Steadycam, Unterwasserkamera und 35mm Adapter
setzt sie ihre künstlerischen Visionen um. Durch ihre mutige und
präzise Herangehensweise im Umgang mit Räumen, Zeit, und Licht
überrascht sie uns mit eindrucksvollen Bildern.


Preisträgerin Sparte Dokumentarfilm

DER DIE DAS
Deutschland 2008, Dokumentarfilm, Digi Beta, Farbe, 92’
Regie und Buch: Sophie Narr
Produktion HFF Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg
Verleih HFF Konrad Wolf, Potsdam-Babelsberg

Bildgestaltung Anne Misselwitz

Alltag in der Klasse 1e: Sanita schleicht sich mal wieder verschlafen
zur Tür herein. Sie setzt sich neben Bright, der seinen Kopf in den
verschränkten Armen versteckt, als wäre er dann unsichtbar.
Laethicia rückt ratlos ihre Plastikkrone zurecht und starrt auf den
Rechenschieber, während Fuat lieber von der Autofahrt mit seinem
Vater träumt. Bright, Fuat, Laethicia und Sanita leben in Berlin und
haben dasselbe Problem – sie sind Schulanfänger. Denn egal, ob
nigerianisch, bosnisch, deutsch oder türkisch, zur Schule gehen
heißt für die 6 bis 8jährigen die tägliche Konfrontation mit dem
Gefühl, anders zu sein. Der Schulalltag ist ein einsamer Kampf um
Anpassung und Leistung, der seine Ventile sucht. Wer bekommt
eine Chance und wer bleibt außen vor? Eine Reise zurück in die
Kindheit, ein Film, der den kleinen Protagonisten Zeit lässt und sich
ihnen respektvoll nähert.

Biografie Anne Misselwitz
Anne Misselwitz wurde 1977 in Jena geboren. Von 1977 bis 2002
lebte und studierte sie in London. 2001 schloss sie ihr Studium mit
dem Bachelor of Arts in Film und Video am London College of
Communications ab. Von 2002 bis 2007 studierte sie Kamera an
der HFF Konrad Wolf. Der Die Das ist ihr Abschlussfilm.

Filme von Anne Misselwitz
Belgrad Backspin 2004 | Göttliche Durga 2005 | Jin-Riki-Shaw 2006 | Der Die Das 2008

Jurybegründung
Immer auf Augenhöhe. Respektvoll, zurückhaltend, liebevoll.
Geduldig, gelassen, beobachtend. Anne Misselwitz ermöglicht uns
durch ihre intuitive Kameraführung ein unmittelbares
Miterleben und Mitfühlen. Ihr unvoreingenommener Blick, der nie
bewertend oder aufdringlich ist, hinterlässt Spuren.


Lobende Erwähnung Dokumentarfilm

AUF DER WALZ
Deutschland 2008, Dokumentarfilm, Digi Beta, Farbe, 76’,
Produktion. Kunsthochschule für Medien Köln
Co-Produktion: Schneider+Groos Filmproduktion GmbH

Regie, Buch und Bildgestaltung: Julia Daschner

Nina, Kerstin, Simon, Stefano und Flurin sind Wandergesellen auf
der Walz. Mehr oder weniger lange unterwegs gehen sie
verschiedene Wege, ein jeder auf seine eigene Weise. Mal zu zweit,
mal allein. Sie folgen den ungeschriebenen Regeln aus der Tradition
ihres Handwerks, aber auch den eigenen, inneren Wegweisern. Sie
alle sind auf der Suche. Und Julia Daschner folgt ihnen mit ihrer
Kamera, durch Deutschland, bis nach Rumänien, bei Sonnenschein
und bei Regen. Auf der Walz gewährt Einblicke in ein temporär
begrenztes Arbeits- und Lebenskonzept, dem sich in den letzten
Jahren wieder mehr junge Männer und auch Frauen anschließen.

Biografie Julia Daschner
Die Dokumentarfilmregisseurin und Bildgestalterin wurde 1980 in
München geboren. Während ihres Studiums von 2001 bis 2007 an
der Kunsthochschule für Medien in Köln im Fachbereich
Film/Fernsehen ging sie für ein Auslandssemester nach Kuba an die
Internationale Filmhochschule EICTV und arbeitete im Bereich
Kamera/Licht bei mehreren Hochschulproduktionen in Deutschland
mit. Auf der Walz ist ihr Diplomfilm. Sie arbeitet als freie Bildgestalterin und Regisseurin.

Filme von Julia Daschner
Bildgestaltung: Ein Sommer lang 2006 | Sirenen 2009 | Bildgestaltung und Regie: Lormen 2003 | Havanna, 30 de febrero 2005 | Auf der Walz 2008

Jurybegründung
Der Film Auf der Walz transportiert ein Lebensgefühl von Freiheit
und Beweglichkeit. Durch die malerischen Bilder, ihrem Gefühl für
Lichtstimmungen und den Blick für die Schönheit der Natur schafft
Julia Daschner eine poetische Abbildung der Tradition und
Lebensweise der Wandergesellen. Ihre Entscheidung, den Film auf
16mm zu drehen, trägt zu einer sinnlichen Erfahrbarkeit bei.


Filmtermine
Freitag, 24.04., 16 Uhr, domicil
BADETAG
AUF DER WALZ

Samstag, 25.04., 16 Uhr, Schauburg
1, 2, 3
DER DIE DAS

Weitere Termine
2. Programm-Pressekonferenz: 23. März, 12.30 Uhr, RWE Westfalen-Weser-Ems AG, Dortmund

Eröffnungspressekonferenz: 21. April, 14 Uhr, Rathaus Dortmund

Festivaleröffnung: 21. April 2009, 19.30 Uhr, CineStar Dortmund

Preisverleihung: 26. April, 18 Uhr, Schauburg

Spielorte
domicil, Schauburg, CineStar

Festivalzentrum
domicil

Stefanie Görtz, Marine Dubrulle
++49(0)231-5025480, presse[at]frauenfilmfestival.eu

 

2. Februar 2009

FOKUS FREIHEIT
Programm-Info, Januar 2009


Freiheit ist der Themenschwerpunkt des Internationalen Frauenfilm-festivals 2009 in Dortmund. Mit einer umfassenden Filmschau, Workshops, Vorträgen und Werkstattgesprächen präsentiert das Festival nicht nur aktuelle Arbeiten von Regisseurinnen, sondern zeigt Filme aus der gesamten Filmgeschichte, die sich mit dem Thema Freiheit auseinandersetzen. An sechs Tagen werden in Dortmund rund 100 Filme aller Genres und Längen zu sehen sein.

Innere Sicherheit, freie Liebe, Reisefreiheit - wie viel Freiheit ist möglich in einer Welt, in der Rechte und Träume miteinander konkurrieren? Gibt es Freiheit in Armut oder gewährleisten erst entsprechender Wohlstand oder der richtige Pass Freiheit in unserer globalisierten Welt? Gilt das Motto: Je mobiler in jeder Hinsicht desto freier? Gedanken, Meinungen und Bilder zu diesen Fragen liefern Regisseurinnen aus aller Welt.

Innere Freiheit
Die Reihe Innere Freiheit macht sich auf die Suche nach Menschen und ihren Idealen von Freiheit. In ihrem Film Himalaya, la Chemin du Ciel begleitet die französische Dokumentaristin Marianne Chaud die beschwerliche Wanderung von Kindermönchen zu ihren Familien. Statt weihevoller Pilger begegnen uns fröhliche, fußballspielende Rotzlöffel – ein erfrischender Blick auf den Buddhismus.

Unter Kontrolle
Institutionen und ihre Reglements begrenzen und formen in unter-schiedlichen Ausprägungen das Leben nahezu jedes Menschen der Gegenwart. Die Filme der Reihe Unter Kontrolle führen die Zuschauer in Gefängnisse aber auch an die Orte der Superreichen und Mächtigen. In dem französischen Dokumentarfilm A Coté findet Stéphane Mercurio ihre ProtagonistInnen in einer Pension für Menschen, die ihre Familien-angehörigen im benachbarten Gefängnis von Rennes besuchen. Fast ein Jahr lang hat sie die Ehefrauen, Mütter und Väter im Transit zwischen Innen und Außen gefilmt und führt uns die Gewalt und Willkür des Systems Gefängnis vor Augen. Ganz anders das Setting in Zuoz, der hinter die Mauern eines Schweizer Elite-Internats blickt. In dieser Welt, in der Denken und Fühlen durch Verhaltensregeln ersetzt sind, gilt: Wer sich nicht anpasst, wird sofort ausgeschlossen. So ist auch die Lage der Protagonistinnen in Julia von Heinz’ Dokumentation Standesgemäß: Wenn eine adelige Frau unter Stand heiratet, also etwa einen Friseur ehelicht, dann ist sie nicht nur ihren Titel los, sondern auch ihren guten Namen und ihren adeligen Bekanntenkreis. Wenn ein adeliger Mann dasselbe macht, ist alles anders. Die Friseurin wird zur Frau mit Titel und alles ist gut.

Grenzen
Die Auseinandersetzung mit den Grenzen der Nationalstaaten und der Situation der Menschen an den Grenzen, die das Festival 2005 begonnen hat, wird in einer weiteren Reihe fortgesetzt. Courtney Hunts international vielfach ausgezeichnetes Spielfilm-Debüt Frozen River erzählt die Geschichte von zwei alleinerziehenden Müttern in den USA, einer Weißen und einer Mohawk-Indianerin, die an der Grenze zu Kanada ihr Einkommen mit dem Einschleusen von illegalen Einwanderern aufbessern.

FILME DER 60er JAHRE
Der Rückblick in die Filmgeschichte ermöglicht inhaltliche, formale und ästhetische Querverbindungen und gibt Hinweise darauf, wofür und wogegen in der jeweiligen Epoche gekämpft wurde und welcher Freiheitsbegriff die Diskurse bestimmte. Das Kino der 60er Jahre steht europaweit für die Rebellion junger Autorenfilmer gegen erstarrte Erzählkonventionen und die ideologische Doktrin der Nachkriegszeit. Erstmalig nahmen sich Frauen in einem größeren Umfang das Recht, ihre Geschichten zu erzählen. Über nationale Grenzen hinaus entstand ein Panorama weiblicher Lebensentwürfe, das es nicht zuletzt wegen seiner Radikalität wiederzuentdecken gilt.

Feministische Klassiker
In Flickorna (Die Mädchen) wird für drei Schauspielerinnen eine Tournee mit „Lysistrata“ zum Anlass kritischer Reflexionen über ihr Privatleben und ihre Rollen als Frau in der schwedischen Gesellschaft. Dabei werden die männliche Dominanz und - ganz nebenbei - auch die ’Großen’ der Welt ironisch auf die Schippe genommen: Hitler, Stalin, Eisenhower, Adenauer und Mao Tse-tung. Seinerzeit ein Misserfolg, gilt der Film der Schwedin Mai
Zetterling heute als eines der ersten und engagiertesten Werke des feministischen Films.

Experimentalfilme
Die Freiheit von FilmemacherInnen eigene Wege zu gehen, zu der auch ihre formale künstlerische Freiheit gehört, ist in Zeiten des durchformatierten Fernsehens und Mainstreamkinos keine Selbstverständlichkeit. Alternativen zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen, ist eine Hauptaufgabe von Festivals. Eine Rückschau auf die Filme der wichtigsten Performance- und Experimentalfilmkünstlerinnen der 60er und 70er Jahre zeigt, wie mutig und schonungslos die Künstlerinnen ihre Themen umgesetzt haben: Yoko Ono, die in Freedom erfolglos versucht, sich den BH vom Körper zu reißen, Valie Export mit ihrem berühmten Tapp- und Tastkino, Marina Abramovics Art Must Be Beautiful, Artist Must Be Beautiful oder Carolee Schneemans Zelebrierung von Fleisch als erotischem Material in Meat Joy stehen zur Neubetrachtung auf dem Programm.

FILMFESTIVAL UND MEHR
Filme auf den Wänden der Innenstadt

Das Festival nimmt sich die Freiheit die Grenzen der filmischen Bilder und ihrer Präsentation zu überschreiten. Mit der Aktion A Wall Is a Screen wird die Filmvorführung vom Kinosaal nach draußen verlegt. Als Kombination aus Stadtführung und Filmnacht wandert eine Gruppe von Menschen durch die Dortmunder Innenstadt und macht Halt an hellen Wänden. Dort werden Kurzfilme gezeigt. Ist ein Film zu Ende, zieht die Gruppe weiter zur nächsten weißen Wand.

Jazz Noir
Das niederländische Kilimanjaro Darkjazz Ensemble lässt in seinen Konzerten die Grenzen zwischen Bild und Musik verschwimmen. Mit einem Mix aus melancholisch angehauchtem, manchmal düsterem Jazz und sehr modernen Klängen vertonen sieben Musikerinnen und Musiker Sequenzen bekannter Stummfilmklassiker neu. Diese Musik für die Bilder auf der Leinwand oder Bilder, die nur im Kopf existieren, wird im Dortmunder Jazzclub domicil präsentiert.

WORKSHOPS
Das Festival weitet in diesem Jahr sein Praxis-Angebot für Film-schaffende deutlich aus. Angeboten werden ganztägige Workshops in den Bereichen Filmfinanzierung, Technik-Updates und Film-PR sowie Masterclasses zu Regie und Filmmusik, Bildgestaltung und Schauspiel. Die Leitung der Workshops übernimmt neu Christine von Fragstein, die ehemalige Leiterin des Berlinale Talent Campus und Leiterin der Zürich Master Class.

JUNGES FILMFESTIVAL
Schulfilmwoche für Kinder & Jugendliche: 23. – 29. April 2009
Freiheit ist auch das Thema der Schulfilmwoche: Vom 23. – 29. April zeigt das Festival im CineStar Filme für die SchülerInnen der Dortmunder Schulen. Sie erzählen von der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, der Freiheit des Wortes, der Kunst, sich von Vorurteilen und Ängsten zu befreien oder einfach auch nur von der Freiheit, die Sommerferien zu genießen. Im Programm sind Filme wie die dänische Produktion Fight Girl Ayse über ein Mädchen, das leidenschaftlich und professionell Kung Fu trainiert und damit in Konflikt mit den Regeln seiner türkischen Kultur gerät. Johanna sucht das Glück ist die neue Arbeit der Grimme-Preisträgerin Marion Kainz. Drei Jahre hat sie die anfangs 13-jährige Johanna aus Berlin begleitet und deren Sehnsucht nach Geborgenheit und Freiheit in einem Dokumentarfilm über den Aufbruch ins eigene Leben festgehalten. Die Filme und die anschließenden medienpädagogischen Gespräche – teilweise gemeinsam mit den Regisseurinnen und Protagonistinnen – sollen die Filmkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken und sie gleichzeitig für den Kulturort Kino sensibilisieren.

INTERNATIONALE TAGUNG, 21. & 22. April 2009
Crossing the Border: Transkulturelle Perspektiven auf Filme von Frauen

Zum Auftakt des Festivals lädt die Filmwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu einem zweitägigen Symposium ein. Das filmische Werk von Regisseurinnen, die in transkulturellen Kontexten leben und arbeiten, wird neben filmästhetischen Fragen auf folgende Aspekte untersucht: Plotstrukturen, Figurenkonstellationen, Erzähl- und Inszenierungsstrategien, Tabubrüche, direkte und indirekte Auseinandersetzung mit kulturellen Identitäten sowie Erfahrungen mit Migration. (Kontakt: Dr. Susanne Marschall, www.affa-portal.de)

Termine:
2. Programm-Pressekonferenz: 23. März, 13 Uhr, RWE Westfalen-Weser-Ems AG, Dortmund

Eröffnungspressekonferenz: 21. April, 14 Uhr, Rathaus Dortmund

Festivaleröffnung: 21. April 2009, voraussichtlich 19.00 Uhr, CineStar Dortmund

Preisverleihung: 26. April, voraussichtlich 18 Uhr, Schauburg

Spielorte: domicil, Schauburg, CineStar

Festivalzentrum: domicil

Kontakt Presse: Stefanie Görtz, Marine Dubrulle
++49(0)231-5025480, presse@frauenfilmfestival.eu

 

16. Dezember 2008

DerWesten stiftet neuen Preis beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund | Köln

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln freut sich über einen neuen Partner: DerWesten.de, das Online-Portal der WAZ Mediengruppe, vergibt den „Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen“ in der Kategorie Dokumentarfilm. Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird zum ersten Mal beim kommenden Frauenfilmfestival (21. – 26. April 2009) in Dortmund vergeben.

Nachwuchsförderung für deutsche Kamerafrauen
Damit ergänzt das Festival den Nationalen Wettbewerb für Bildgestalterinnen, der seit 2001 in zweijährigem Turnus am Standort Dortmund vergeben wird. Der Preis zeichnet die Kameraarbeit von jungen deutschen Bildgestalterinnen aus, die mit ihren Abschlussfilmen oder den ersten beiden freien Arbeiten teilnehmen können. Er macht die Filmbranche auf neue Talente aufmerksam und will junge Frauen hinter der Kamera in ihrer Berufswahl bestärken

Der neue Preis erweitert den Wettbewerb und ermöglicht alle Genres zu berücksichtigen.
Der Wettbewerb war bisher genreübergreifend ausgeschrieben – Spielfilme, Dokumentarfilme, Animation – und Experimentalfilme aller Längen konkurrierten um den Preis von 5.000 Euro. Das bedeutete für die Jury bislang Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Durch das neue Engagement von DerWesten.de kann nun endlich ein weiterer Preis für Dokumentarfilm-Bildgestalterinnen vergeben werden. Ihre Bildsprache und Arbeitsweise unterscheidet sich oft grundlegend von denen der Spielfilmkolleginnen und der anderen Genres.

„Mit dieser Partnerschaft möchte DerWesten.de das langjährige Engagement der Festivalmacherinnen unterstützen, die es mit ihrer Programmauswahl immer wieder schaffen, die Highlights des Filmschaffens von Frauen zu präsentieren. Gleichzeitig ist die Vergabe des ‚Dortmunder Preis für Bildgestalterinnen’ Ausdruck unseres langfristigen Engagements im kulturellen Bereich“, sagt Katharina Borchert, Chefredakteurin von DerWesten.de.

Einreichungen für den Wettbewerb sind bis zum 6. Februar 2009 möglich. Infos

Rückfragen an: Stefanie Görtz
presse@frauenfilmfestival.eu
0231-50-25162

 

9. November 2008

Chinesische Dokumentarfilmerin dreht Film über das Ruhrgebiet

Die chinesische Regisseurin Fu Qiong ist auf Einladung des Goethe-Instituts vom 22. Oktober bis zum 23. November 2008 Gast des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln in Dortmund. Während dieser Zeit ist sie mit ihrer Kamera in Dortmund und Umgebung unterwegs um einen Film über das Ruhrgebiet und das Leben in Deutschland zu drehen.

Veranstaltungsserie „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“
Diese Arbeit entsteht im Rahmen von „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“, einer Veranstaltungsserie der Bundesrepublik in China mit dem Ziel, gegenseitiges Verstehen als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit zu fördern und ein Bild von Deutschland zu vermitteln.

Frauenfilmfestival organisiert den Kulturaustausch
Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln, das im April im Rahmen des Festivals in Köln ein große chinesische Filmschau präsentiert hatte, hat den Austausch organisiert.

Deutsche Regisseurin dreht einen Dokumentarfilm über das Leben in China
Nach den ersten Tagen der Eingewöhnung – Fu Qiong hat Quartier im Dortmunder Künstlerhaus bezogen – hat die Dokumentarfilmerin mit ihrer Arbeit an verschiedenen Filmporträts begonnen, unter anderem über einen Dortmund Künstler und einen ehemaliger Bergmann und Fußballfan.

Deutsche Regisseurin dreht einen Dokumentarfilm über das Leben in China
Zeitgleich ist die Kölner Kamerafrau und Filmemacherin Conny Beißler (Absolventin der FH Dortmund) in die chinesische Provinz Guangdong, gereist und wird ihre Eindrücke vom Leben in der Stadt Guangzhou in einem Videotagebuch verarbeiten.

Uraufführung in China, Deutsche Premiere in Dortmund
Beide Filme werden erstmalig auf der Schlussfeier der Veranstaltungsserie „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ am 20. Dezember in Guangzhou präsentiert. Das deutsche Publikum hat bei der nächsten Ausgabe des Internationalen Frauenfilmfestival in Dortmund (21. – 26. April 2009) Gelegenheit, die Arbeiten zu sehen.

Veranstalter
Träger der Veranstaltungsserie „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ ist das Auswärtige Amt. Partner sind der Asien-Pazifik Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA), das Goethe-Institut und die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“. Schirmherren sind Bundespräsident Horst Köhler und der chinesische Staatspräsident Hu Jintao.

Rückfragen und Interviewanfragen:
Stefanie Görtz
IFFF Dortmund|Köln
c/o Kulturbüro Dortmund
Küpferstrasse 3
44122 Dortmund
presse@frauenfilmfestival.eu
0231-5025162


2. Juli 2008

EUROPÄISCHES KURZFILMPROJEKT ZUM THEMA ZWANGSHEIRAT IN ANKARA GESTARTET

Die beiden grossen internationalen Frauenfilmfestivals ‘Flying
Broom’/Ankara und das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln haben gemeinsam den Treatment-Wettbewerb für Kurzfilme zum Thema Zwangsheirat und Kinderehe ausgeschrieben. Heute reisen die Gewinner des Wettbewerbs - fünf türkische und fünf deutsche TeilnehmerInnen - nach Ankara und beginnen unter der Anleitung von renommierten Drehbuchautorinnen und Regisseurinnen aus Deutschland und der Türkei mit der Realisation von zwei Kurzfilmen.

Zwangsheirat und Kinderehe sind in vielen Teilen der Welt ein
schwerwiegendes soziales wie kulturelles Problem. Viele Betroffene geraten
in eine Situation, in der ihre Rechte auf Ausbildung, Gesundheit,
Meinungsfreiheit sowie die Einhaltung ihrer sozialen Rechte nicht mehr
gewährleistet sind. ‘Flying Broom’ und das IFFF Dortmund|Köln haben daher
gemeinsam mit der Unterstützung durch die Europäische Union (‘Civil
Society Dialogue: Culture in Action’) dieses Kurzfilmprojekt initiiert,
dessen Ziel es ist, das öffentliche Bewusstsein für dieses wichtige Thema
zu schärfen.

Die deutschen und türkischen GewinnerInnen des Wettbewerbs werden morgen
abend in Ankara von den Projektleitern (Stefanie Görtz/Ersan Ocak) der
Presse vorgestellt: Leyla Özalp, Aylin Eren, Metin Akdemir, Sibel Ceren
Şahin, Doğacan Onaran aus der Türkei und Maximilian Schach, Anne
Kunze, Susan Gordanshekan, Janine Dittmann und Dennis Todorovich aus
Deutschland. Als Workshoptrainerinnen fungieren von deutscher Seite die
Kölner Drehbuchautorin Bernadette Richter und die Berliner Regisseurin Maren-Kea Freese.

Zwei von zehn ausgewählten Projektideen werden als Kurzfilme in den
türkischen Filmstudios der Bilge Production und MGA Production und der
Umgebung von Ankara produziert. Produktionszeitaum ist der gesamte Juli 2008, die Filme werden voraussichtlich im Herbst diesen Jahres erstmalig in Ankara zu sehen sein. Die Filme werden auf internationalen Filmfestivals eingereicht. Gleichzeitig werden sie zu Aufklärungszwecken türkischen und deutschen NGOs für ihre Arbeit zur Verfügung gestellt.


Zum Pressegespräch laden wir Ihre Korrespondenten herzlich ein.

Ort: Hotel Aldino, Bülten Sok. No: 22, Kavaklidere
Datum: 3. Juli, 18 Uhr


Für weitere Informationen und Fotomaterial wenden Sie sich bitte an
projekt@frauenfilmfestival.eu oder Tel: +49-170-2037198.

 

27. April 2007

Aurélia Georges gewinnt in Köln den mit 10.000 Euro
dotierten Internationalen Debüt-Spielfilmpreis


Die Kölner Ausgabe des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund|Köln ging am Wochenende zu Ende – die Festivalleitung zeigte sich äußerst zufrieden.

Fünf Tage lang hat das Team um Festivalleiterin Silke Räbiger in Köln über 90 Filme, Vorträge, Workshops und Werkstattgespräche an sechs Veranstaltungsorten präsentiert. Das Publikum hat dem Festival trotz des schönen Wetters zahlreiche ausverkaufte Vorführungen beschert. Insgesamt kamen rund 8.000 ZuschauerInnen zum Festival nach Köln.

Preisträgerinnen 2008

Die Jury hatte es nicht leicht: die acht Beiträge des Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerbs für Regisseurinnen waren sehr unterschiedlich, inhaltlich wie formal – von der Kriegsparabel über das Road Movie bis zur Literaturverfilmung. Die Wahl fiel auf L´Homme qui marche der französischen Regisseurin Aurélia Georges. Sie erhält den mit 10. 000 Euro dotierten Preis im Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen und nimmt den Preis am Abend bei der feierlichen Preisverleihung im Filmforum persönlich entgegen.

Die Jurymitglieder Dr. Barbara Buhl (Köln), Prof. Dai Jinhua (Peking) und Nina Menkes (Los Angeles) begründen ihre Entscheidung wie folgt:

L´Homme qui marche ist das eigenwillige filmische Portrait eines unbekannten Autors aus zeitgeschichtlichem Blickwinkel. Das Drehbuch, der Hauptdarsteller, die Kameraführung und der Schnitt arbeiten in aufrichtiger und ökonomischer Weise zusammen und kreieren ein überzeugendes und detailgenaues Werk über den Lebensweg eines erfolglosen Künstlers, der zunehmend den Kontakt zur Gesellschaft verliert.“

Eine lobende Erwähnung geht an die niederländische Gesellschaftskomödie Maybe Sweden von Margien Rogaar mit der folgenden Begründung:

„Durch seine herausragende Regie, das Zusammenspiel des Ensembles und eine spannende dramatische Struktur so wie dem Einsatz von scharfem Humor gelang es, einen starken und politisch relevanten Film herzustellen.“

Die Preisträgerin des mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreises, gestiftet von der Zeitschrift choices, kann erst heute Abend nach der Auszählung der letzten Abstimmung bekannt gegeben werden.

Das Länderprogramm FOKUS: CHINA bot einen Überblick über das zeitgenössische Filmschaffen chinesischer Regisseurinnen und die Möglichkeit zum Austausch mit den anwesenden Filmemacherinnen, wie es in Deutschland so bald nicht mehr zu sehen und möglich sein wird. Die Vielfalt der Arbeiten hat den Eindruck einer äußerst vitalen, kreativen und selbstbewussten Filmszene hinterlassen.

Anders als in den Vorjahren haben alle Sektionen gleichberechtigt ihr Publikum gefunden, wobei der Quer Blick nach wie vor zu den Publikumsmagneten zählt – so hat etwa die Britin Lisa Gornick mit ihrer Komödie Tick Tock Lullaby am Samstagabend im Filmforum das Publikum verzaubert.

Dem Sprechen über Film und Inhalte mehr Raum und Zeit einzuräumen, hat sich voll bewährt. So hat etwa die Film- und Diskussionsveranstaltung mit Medica Mondiale zu Meira Ashers Dokumentation Woman See Lot of Things über ehemalige Kindersoldatinnen in Sierra Leone (Sektion: Panorama) das Publikum zutiefst beeindruckt.

Das neu eingerichtete Festivalblog, das von StudentInnen der FH Köln und TU Dortmund gemeinsam geführt wird, ist in kürzester Zeit zu einer lebendigen Plattform geworden, die die Festivalarbeit reflektiert. Das Blog wird auch nach dem Festival weiterhin online unter festivalblog.or.yourweb.de/ zu finden sein.

Die nächste Ausgabe des IFFF Dortmund|Köln findet im April 2009 in Dortmund statt. Unser Festival sowie die Möglichkeit, weitere Informationen und Fotos downzuloaden, finden Sie im Netz unter www.frauenfilmfestival.eu.

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund|Köln

Presse: Stefanie Görtz, Ursula Teich

c/o Kulturbüro Dortmund
Küpferstr. 3
44122 Dortmund
Fon: 0231-5025480
Fax: 0231-5025734
presse[at]frauenfilmfestival.eu
www.frauenfilmfestival.eu


19. April 2008

Konzert, Workshops, Kooperationen –
Specials beim Frauenfilmfestival 2008


In wenigen Tagen startet das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln mit einem Programm von 92 Filmen aus über 30 Ländern seine aktuelle Ausgabe. Mehr als 60 internationale Filmschaffende werden vom 23. – 27. April in Köln zu Gast sein.
Das Festival bietet jedoch mehr als Kino – deshalb geben wir heute noch einmal einen Überblick über die Sonderveranstaltungen und Kooperationen des IFFF. Für alle Programme sind Tickets über die Website www.frauenfilmfestival.eu erhältlich.



WORKSHOP: Dokumentarfilm im Dialog – China und Deutschland
Im Rahmen des diesjährigen Länderprogramms FOKUS: CHINA werden zahlreiche Filmschaffende aus China zu Gast sein. Das Interesse an intensivem Austausch ist von deutscher wie von chinesischer Seite groß. Neben den Filmgesprächen nach jeder Filmvorführung steht daher der Festival-Donnerstag ganz im Zeichen des Dialogs. In drei Panels diskutieren jeweils eine deutsche und eine chinesische Regisseurin bzw. Fernseh-Redakteurin ihre Arbeit. Neben dem professionellen Werdegang geht es dabei um die praktische, dokumentarische Tätigkeit.
Do. 24.4., 10 – 15 Uhr, Filmpalette, Anmeldung erwünscht.


WORKSHOP: Kreative Tongestaltung in der Postproduktion
Das Festival hat es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht, die Arbeit von Frauen in allen Bereichen der Filmproduktionen zu präsentieren und fördern. Dem Bereich Filmmusik und Sounddesign gilt dabei seit einigen Jahren verstärkte Aufmerksamkeit.
Judith Nordbrock, Filmmischmeisterin an der KHM, erläutert in einem Praxis-Workshop die Bedeutung und Wirkung von Sounddesign. Der Workshop richtet sich vor allem an RegisseurInnen und ProduzentInnen.
Fr. 25.4., 10 – 13 Uhr, KHM, Anmeldung erforderlich.


FILM DIENST PRÄSENTIERT:
WAS BLEIBT – Werkstattgespräch mit Gesa Knolle und Birte Templin

Die Filmzeitschrift film dienst, Medienpartner des IFFF Dortmund|Köln, präsentiert mit dem Dokumentarfilm WAS BLEIBT auch in diesem Jahr wieder einen außergewöhnlichen Film des Programms und lädt die Regisseurinnen Gesa Knolle und Birthe Templin zum Werkstattgespräch ein. WAS BLEIBT ist ein Film über Opfer und Täterinnen des Holocaust und thematisiert eine der schwierigsten Fragen: Wie integrieren wir Auschwitz in unsere Gegenwart?
So. 27.4., 11 Uhr Filmpalette


KONZERT: Angelika Niescier Acoustic Quartett
Der aktuelle deutsche Kinofilm kann sich sehen aber auch hören lassen: Dank des Talents und der Vielseitigkeit von FilmkomponistInnen, die aus Filmen Hörerlebnisse machen. Ihnen ist die „Edition Filmmusik – Komponiert in Deutschland“ der Zeitschrift film dienst gewidmet, an der sich das IFFF Dortmund|Köln als Mitherausgeberin beteiligt. In loser Folge spielen deutsche
FilmkomponistInnen ihre Werke ein. In der Reihe erscheint auch die aktuelle CD der Kölner Komponistin und Jazz-Saxophonistin Angelika Niescier. Sie ist eine der ausdrucksvollsten Stimmen des deutschen Jazz.

Zum Festivalabschluss wird Angelika Niescier mit ihrem Angelika Niescier Acoustic Quartett ein Kammerjazz-Konzert geben und jene Musik spielen, die auf ihrer im April 2008 erscheinenden CD zu hören ist. Das ursprünglich Komponierte wird in der Live-Performance um Improvisiertes erweitert, das ursprünglich Improvisierte zu neuen Kompositionen ergänzt. In der ungewöhnlichen Besetzung Saxophon (Angelika Niescier), Viola (Kathrin Mickiewicz), Kontrabass (Sebastian Räther) und Schlagzeug/Perkussion (Christoph Hillmann) entfaltet die Bandbreite der Klangmöglichkeiten ihre volle Schönheit.
So., 27.4., 19.30 Uhr Filmforum


Und außerdem: Das Festival-Blog ist online!
Rezensionen, Filmausschnitte, Backstage-Stories und aktuelle Informationen rund um das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln: Das alles bietet ein Weblog, das die Studierenden des Studiengangs Online-Redakteur an der FH Köln auf die Beine gestellt haben. Schon vor dem Start des Festivals bloggen die Online-Redakteure der FH gemeinsam mit Studierenden der Technischen Universität Dortmund. Sie arbeiten eng zusammen mit dem Team des Internationalen Frauenfilmfestivals, verstehen sich aber als unabhängig. Das Festival-Blog findet sich unter www.online-redakteure.com/fest...


Weitere Informationen zum Festival bietet Ihnen unserer Homepage: www.frauenfilmfestival.eu. Dort können Sie auch diese PM sowie Pressfotos herunterladen. Für Fragen und Informationen zum Festival und Akkreditierung stehen Ihnen unsere Pressereferentinnen Ursula Teich und Stefanie Görtz gerne zur Verfügung.

Festivaleröffnung:
23. April 2008 um 19.30 Uhr im Odeon Kino
Preisverleihung:
27. April 2008 um 19.30 Uhr im Filmforum im Museum Ludwig
zuvor: CD-Release Konzert des Angelika Niescier Acoustic Quartett: Kammerjazz
Spielorte: Filmclub 813, Filmforum im Museum Ludwig, Filmpalette, Metropolis und Odeon
Infotheke und Akkreditierung: Filmforum im Museum Ludwig
Pressebüro: Komed, Kommunikations- und Medienzentrum,
Im Mediapark 7, Christophstraße/ Mediapark

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund|Köln
c/o Kulturbüro Dortmund
Küpferstr. 3_44122 Dortmund
+49 (0)231-5025480

Pressebüro Ursula Teich
Im Dau 6_50678 Köln
T: +49 (0)221-5890708
Mobil: +49 (0)173-520 48 94
presse@frauenfilmfestival.eu
www.frauenfilmfestival.eu

 

10. April 2008

21. – 27. April: Schulfilmwoche des IFFF Dortmund|Köln

Noch Anmeldungen möglich

Ab dem 21. April bietet das IFFF Dortmund|Köln im Filmforum (Museum Ludwig) den Kölner Schulen eine Woche lang die Möglichkeit, Filme zu sehen und im Anschluss mit jenen Leuten zu sprechen, die den Film gemacht haben – Regisseurin, Schauspielern oder Protagonisten.

Fünf Filme über das Erwachsenwerden für Jugendliche ab 14 Jahren liefern Anreize für den Unterricht, sollen den SchülerInnen aber auch Impulse für ihr eigenes Leben geben und ihren Horizont erweitern – nicht zuletzt in Bezug auf filmische Mittel.

Passend zum FOKUS CHINA, der diesjährigen Ländersektion des Frauenfilmfestivals, ist am Dienstag, den 22.04. um 10 Uhr der chinesische Film YOU AND ME zu sehen. Der Spielfilm erzählt von der streitlustigen und zugleich wunderbaren Beziehung einer jungen Frau und ihrer Vermieterin.

Die Kölner Regisseure Arne Birkenstock und Jürgen Kura präsentieren und diskutieren am Mittwoch den 23.4. um 10 Uhr ihren Dokumentarfilm 7000 KILOMETER HEIMWEH – EIN JAHR IN CHINA . Der Film begleitet vier 16-jährige, die ein ganzes Jahr in chinesischen Gastfamilien lebten und chinesische Schulen besuchten. Auch eine der Protagonisten wird bei der Diskussion anwesend sein.

Andere Filme erzählen von der Suche von Jugendlichen nach ihrem Platz im Leben und in der Gesellschaft, so etwa der erfolgreiche Berliner Film PRINZESSINNENBAD oder der neue Spielfilm der Kölnerin Nana Neul, MEIN FREUND AUS FARO . Beim Max-Ophüls-Festival in diesem Jahr mit dem Drehbuchpreis ausgezeichnet, erzählt er die Geschichte von Mel, die sich in die 14-jährige Jenny verliebt. Gleichzeitig engagiert sie ihren Kollegen als Alibi-Freund. Eine Geschichte von erster Liebe und Geschlechterverwirrung.

21. – 27. April 2007, vollständiges Programm unter www.frauenfilmfestival.eu
Infos & Anmeldung: Tel: 0231 – 5024841 und per Fax an 0231 – 5025734


GIRLS ONLY – WORKSHOP FILM

Jungen filminteressierten Frauen bietet das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln außerdem mit dem Girls Focus – Workshop Film die Möglichkeit, die Arbeit und die verschiedenen Berufsbilder in der Filmbranche kennen zu lernen. In Gesprächen mit Regisseurinnen, Kamerafrauen und Studentinnen von Filmhochschulen bekommen die Teilnehmerinnen Informationen und Tipps aus erster Hand. Daneben erwarten sie praktische Übungen, unter anderem an der Kamera, in Filmsichtungen- und diskussionen. Sofern vorhanden werden auch erste eigene Arbeiten besprochen. Für junge Frauen ab 16 Jahren, die im besten Fall schon erste Erfahrungen mit Filmen haben.
25. - 27.4., Kosten (inkl. Unterkunft und Verpflegung, bei eigener Anreise): 25 Euro
Infos & Anmeldungen: marx[at]frauenfilmfestival.eu


IFFF Dortmund|Köln
Presse: Stefanie Görtz, Ursula Teich

c/o Kulturbüro Dortmund
Küpferstr. 3_44122 Dortmund
Fon: 0231-5025480_Fax: 0231-5025734
presse@frauenfilmfestival.eu_www.frauenfilmfestival.eu


25. März 2008

Junge Nachwuchsregisseurinnen aus aller Welt beim
Wettbewerb des IFFF Dortmund|Köln


Acht außergewöhnliche Erstlingswerke treten im Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerb um den mit 10.000 Euro dotierten Preis für den besten Langspielfilm an. In der internationalen Jury werden in diesem Jahr die US-amerikanische Regisseurin und Kamerafrau Nina Menkes, die chinesische Regisseurin Li Yu und die Kölnerin Barbara Buhl, stellvertretende Leiterin der Abteilung Film und Serie des WDR, zusammenarbeiten. Der von der Zeitschrift Choices gestiftete und mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis wird ebenfalls in dieser Sektion vergeben.

Aus über 70 gesichteten Produktionen wurden fünf europäische Spielfilme und drei Beiträge aus Übersee ausgewählt. Die Regisseurinnen gewähren einen Blick in andere Welten. Fremdsein im Land fern der Heimat, fremd im eigenen Körper, der Einbruch des Fremden in die vertraute Welt – die Begegnungen mit dem Unbekannten und dessen Folgen für das eigene Leben ziehen sich wie ein roter Faden durch die Filme des Wettbewerbs.

Aus Malaysia kommt das mit internationalen Preisen ausgezeichnete Debüt Love Conquers All von der Independent-Filmemacherin Tan Chui Mui. Sie erzählt in unprätentiösem Stil von der jungen Ah Peng, die aus einer Kleinstadt nach Kuala Lumpur zieht und sich in den zwielichtigen John verliebt.

Zwei Beiträge aus Lateinamerika berichten von jugendlichen Protagonisten, die im gesellschaftlichen Abseits stehen und sich ihre eigene Wirklichkeit erschaffen müssen. Der Film XXY von Lucía Puenzo aus Argentinien, beschreibt das Leben der jungen Alex, die intersexuell ist – sie ist in ihrem Erbmaterial weder eindeutig männlich noch weiblich. Alex lebt mit ihren Eltern auf einer abgeschiedenen Insel, doch die erste Ferienliebe der 15jährigen löst sowohl bei den Jugendlichen wie bei den Eltern tiefe Verunsicherung aus.

Mutum, der erste Spielfilm von Sandra Kogut, spielt im Sertão, einer der abgelegenen Provinzen Brasiliens und zeigt in dokumentarischer Manier den Alltag des zehnjährigen Thiago. Zusammen mit seinem Bruder Felipe tritt er der Welt der Erwachsenen entgegen, die aus Betrug, Gewalt und trügerischer Stille besteht.

Während Thiago seinen Vater fürchtet, sehnt Pablo, der 11jährige Protagonist des französischen Roadmovies Cowboy Angels den seinen herbei. Pablo überredet Louis, einen glücklosen Pokerspieler, mit ihm nach Spanien zu fahren, um dort den Vater zu suchen. Die französisch-amerikanische Regisseurin Kim Massee schickt das ungleiche Paar auf einen Trip ins Unbekannte.

In der französischen Produktion L’Homme qui marche porträtiert Aurélia Georges den kontinuierlichen Abstieg des Dichters Viktor Atemian. Mit dem Schauspieler César Sarachu fand sie einen geradezu kongenialen Hauptdarsteller. Seine emotional sehr berührende Darstellung des ausgemergelten Dichters gibt dem im Paris der 70er Jahre spielenden Film eine starke und nachdenkliche Note.

Erst in der Begegnung mit dem Fremden wird das Eigene wahrnehmbar: Was ist typisch europäisch, fragt sich im niederländischen Wettbewerbsbeitrags Maybe Sweden (Deutsche Erstaufführung) eine Gruppe gut situierter Holländer, die in Spanien Urlaub macht und beim Abendessen Houllebecq diskutiert. Als sie eines Nachts einen ghanaischen Flüchtling in ihrem Garten finden, wird ihre Offenheit auf die Probe gestellt.

Auch Marta, der Abschlussfilm der tschechischen Regisseurin Marta Novaková, thematisiert das Eindringen einer fremden Person in die eben noch vertraut scheinende Welt. Es ist Krieg – irgendwo und irgendwann. Der junge Mann Marek ernährt sich und seinen Vater als Fallensteller. Eines Tages findet er in einer seiner Fallen Marta, eine Soldatin der gegnerischen Armee und nimmt sie mit nach Hause. Eine universelle Parabel über Loyalität, Liebe und Hass in Zeiten des Krieges.

Die Bestsellerverfilmung Brick Lane von Sarah Gavron, den das Festival als deutsche Erstaufführung präsentiert, erzählt die Geschichte der 17jährigen Nazneen, die für eine arrangierte Hochzeit vom vertrauten Bangladesh ins ferne London zieht. Ohne zunächst ihr Schicksal in Frage zu stellen widmet sie ihr Leben ihrem Mann und ihren Töchtern, bis eines Tages der impulsive Karim an ihre Tür klopft. Vor dem Hintergrund eskalierender Rassenspannungen im multikulturellen London entfaltet die Regisseurin mit großen Bildern eine schöne und gefährliche Liebesgeschichte.

Weitere Informationen zu den Kooperationen und Sonderveranstaltungen im Festival erfahren Sie in Kürze in einer weiteren Pressemitteilung und auf unserer Homepage: www.frauenfilmfestival.eu. Dort können Sie auch diese PM sowie Pressfotos herunterladen.

Für Fragen und Informationen zum Festival und Akkreditierung steht Ihnen unsere Pressereferentin Ursula Teich gerne zur Verfügung.

Festivaleröffnung:
23. April 2008 um 19.30 Uhr im Odeon Kino
Preisverleihung:
27. April 2008 um 19.30 Uhr im Filmforum im Museum Ludwig
zuvor: CD-Release Konzert des Angelika Niescier Acoustic Quartett: Kammerjazz
Spielorte: Filmclub 813, Filmforum im Museum Ludwig, Filmpalette, Metropolis und Odeon
Infotheke und Akkreditierung: Filmforum im Museum Ludwig
Pressebüro: Komed, Kommunikations- und Medienzentrum,
Im Mediapark 7, Christophstraße/ Mediapark

Internationales Frauenfilmfestival DortmundIKöln
c/o Kulturbüro Dortmund
Küpferstr. 3_44122 Dortmund
+49 (0)231-5025480

Pressebüro Ursula Teich
Im Dau 6_50678 Köln
T: +49 (0)221-5890708
Mobil: +49 (0)173-520 48 94
presse[at]frauenfilmfestival.eu
www.frauenfilmfestival.eu


12. März 2008

Das IFFF Dortmund|Köln präsentiert in Köln ein starkes, abwechslungsreiches und ungewöhnliches Programm

Vom 23. - 27. April 2008 geben rund 95 Filme aus 30 Ländern, darunter internationale Neuentdeckungen, Spielfilm-Debüts und aktuelle Lesben- und Transgenderfilme einen Überblick über das Filmschaffen von Frauen weltweit. PANORAMA und QUER BLICK bilden die Kernsektionen des Festivals.


PANORAMA – Das Forum für internationale Neuentdeckungen

2008 stellt das PANORAMA 44 aktuelle Arbeiten aus 18 Ländern vor, Filme aller Genres und aller Längen. Der Dokumentarfilm ist dabei auch in diesem Jahr wieder stark vertreten. Auffallend häufig stellen die Filmemacherinnen Kinder und Jugendliche ins Zentrum ihrer Betrachtungen. Sie widmen sich der Verortung ihrer Protagonisten innerhalb gesellschaftlicher, oftmals rigide festgelegter Strukturen. Ein Jugendgefängnis im russischen Ural mit seinen Ritualen der Umerziehung ohne große Erfolgschancen in Allein in vier Wänden von Alexandra Westmeier, der beim Festival in Sundance zu sehen war; eine Psychiatrie in Rumänien mit ihren unüberwindbaren Innenhofmauern in Adina Pintilies preisgekröntem Dokumentarfilm Don’t Get Me Wrong (Goldene Taube 2007, Dokfestival Leipzig) oder die Kultivierung feudaler Strukturen im modernen Indien in Lakshmi & Me von Nishtha Jain. Die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire zeichnet in ihrem ersten Dokumentarfilm Elle s’appelle Sabine ein bewegendes, aber auch heiteres Porträt ihrer autistischen Schwester Sabine.

Ein Film wie geschaffen für ein Frauenfilmfestival ist Vogliamo anche le rose, der in Köln als deutsche Premiere zu sehen ist. Jung und unangepasst sind die Protagonistinnen und ebenso frisch und widerständig ist Alina Marazzis dokumentarische Arbeit über die Emanzipation im Italien der 60er bis 70er Jahre.

Humorvoll und sperrig sind auch die Spielfilme im PANORAMA. Auf wahren Ereignissen basiert die absurd anmutende französische Tragikomödie Très bien, merci von Emmanuelle Cuau. Ein durchschnittliches Ehepaar gerät nach einer Bagatelle mit der Polizei in die Fänge des französischen Justizsystems, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Sandrine Kiberlain und Gilbert Melki brillieren in den grotesken ebenso wie in den leisen Momenten.
Als Auftakt einer langen Filmnacht mit unterhaltsamen Kurzfilmen am Festivalsamstag zeigt der lange Spielfilm UPA! Una pelicula argentina argentinisches Kino, wie man es bisher noch nicht kannte: eine fulminante Dogma-Satire über das Filmemachen, fehlendes Geld, unzuverlässige Helfer und einen zugekoksten, übergeschnappten Regisseur.

Experimentelle Ansätze machen Geschichten erzählbar und Ideen formulierbar, bei denen klassische Erzählweisen an ihre Grenzen kommen. Die japanische Regisseurin Naomi Kawase folgt in ihrem neuen Dokumentarfilm Tarachime – Birth/Mother keiner linearen Erzählstruktur. Die zeitliche Distanz zwischen der Geburt ihres eigenen Kindes und dem Tod ihrer Großmutter, die sie erzogen hat, wird in poetischen, intimen Bildern und manchmal brutalen Momenten der Erinnerung miteinander verwoben.
In nachgestellten Spielszenen verarbeiten drei Frauen ihren durchlebten Alptraum als Kämpferinnen im Bürgerkrieg von Sierra Leone. Woman See Lot of Things - die niederländische Regisseurin Meira Asher porträtiert eindrucksvoll ein Geschehen, das mit Worten kaum zu beschreiben ist. Sie gibt den Frauen Raum, ihre Erinnerungen durch Bewegungen auszudrücken. Wie war es, sich über den Boden an das Opfer heranzurobben? Wie fühlte es sich an, einer schwangeren Frau ihr Ungeborenes aus dem Bauch zu schneiden? Die Frauen kommen selbst zu Wort und erzählen ihre Geschichten – weder
verharmlosend noch dramatisierend. Zusammen mit Gabriela Mischkowski (Expertin für Gender Justice, medica mondiale) und der Regisseurin wird das Thema im Anschluss an den Film ausführlich diskutiert.

Auch die Untersektion Experimente im PANORAMA widmet sich den experimentellen Formen und präsentiert die neuesten Arbeiten bekannter Avantgarde-Künstlerinnen. In Part Time Heroes von Mara Mattuschka und Chris Haring nutzen vier Protagonisten Tanz, Sprechgesang und antiquierte Kommunikationsgeräte zur Inszenierung ihres Egos. In der Tradition des klassischen Experimentalfilms steht dagegen Light•Work•Mood•Disorder von Jennifer Reeves. Die New Yorkerin, deren Arbeiten bereits mehrfach beim Festival zu sehen waren, arbeitete hier mit dem Musiker Anthony Burr zusammen: Footage-Material aus Wissenschaft, Industrie und Medizin wird mit elektronischer Musik, Bassklarinette und Orgel kombiniert. Das Gefangensein im eigenen Seelenzustand verkörpert Phantom Love. Mit diesem experimentellen Spielfilm meldet sich US-Undergroundstar und diesjähriges Jury-Mitglied des internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerbs Nina Menkes nach längerer Zeit zurück. In präzisen schwarz-weiß Bildern schildert Regisseurin und Kamerafrau Menkes das Leben einer Frau: surreal und symbolhaft.


QUER BLICK
Internationale Lesben- und Transgenderfilme

Der Quer Blick zählt zu den Traditionssektionen des Kölner Festivals und zeigt in diesem Jahr 22 Filme aus 10 Nationen mit einem Themenspektrum wie es vielfältiger nicht sein kann. So ist zum Beispiel Jamie Babbits (But I’m a Cheerleader) Spielfilm Itty Bitty Titty Committee eine Hommage an die Riot Grrrl Bewegung, eine herzerfrischende Geschichte von einer unpolitischen, kleinbusigen Frau, die auszieht Radikalfeminismus zu lernen und dabei auch noch Liebe findet. Wie sagte die Kritikerin Ruby Rich so schön: „Für alle, die am Zustand der Welt oder des Kinos verzweifeln, hat dieser Haufen revoltierender Lesben eine Megadosis Hoffnung parat.“ Tick Tock Lullaby von Lisa Gornick ist eine Komödie über die Unmöglichkeit als Lesbe zufällig schwanger zu werden, das Für und Wider von Elternschaft und die Macht der Imagination. Jamie Babbitt und Lisa Gornick werden ihre Filme in Köln präsentieren.

Drei Dokumentationen und zwei Kurzfilmblöcke komplettieren die Programme im
Quer Blick. Die kanadisch-chinesische Produktion She’s a Boy I Knew bricht mit der Vorstellung, dass transidente Menschen schon als Kind zwangsläufig gegen das oktroyierte Geschlecht rebellieren und zeigt stattdessen den Weg einer Person, die sich erst nach vielen Jahren als Junge und Mann zu ihrem Frausein bekennt.
Seeds of Summer dokumentiert den Drill junger Frauen in der israelischen Armee. Die ehemalige Kampfsoldatin Hen Lasker, nun mit der Kamera bewaffnet, begibt sich auf die Spuren ihrer Vergangenheit und wird dabei ganz gegenwärtig immer mehr zur Mitwirkenden.
Mit Love and Words macht sich Sylvie Ballyot auf die Suche nach Darstellbarkeit des nicht Abbildbaren. Ihre Aufnahmen einer jemenitischen Frau wurden von Behörden konfisziert, die Protagonistin mit dem Tode bedroht. Trotzdem entschließt sie sich das Projekt fortzusetzen.


Kunst als Bioterror –
Vorab-Präsentation von Lynn Hershman-Leesons Strange Culture zur ART Cologne


In Kooperation mit dem Festival „Stranger than Fiction“ ist bereits am 19. April um 21 Uhr im Filmforum NRW im Museum Ludwig zur „ART Cologne“ Strange Culture von Lynn Hershman-Leeson zu sehen. Mit dieser Preview möchte das IFFF Dortmund|Köln schon vor dem eigentlichen Festivalbeginn Lust auf Kino machen. In eindrücklichen Interviews schildert Hershmans Dokumentation, wie aus einem scheinbar banalen Missverständnis ein juristischer Krimi wird.


NEU - Festival-Blog und Festival-News:

Infos, Backstage-Stories, Meinungen zum Festival: Und das rund um die Uhr. Neben der offiziellen Homepage www.frauenfilmfestival.eu wird es in diesem Jahr zwei zusätzliche Medien zum Festival geben: die Festival-News und den Festival-Blog.
Die News sind ein studentisches Projekt, das in Dortmund schon seit einigen Jahren erfolgreich existiert und die Besucher täglich mit Interviews, Filmvorschauen, Rezensionen und Hintergrundberichten versorgt. In diesem Jahr wird es die News zum ersten Mal auch während der Kölner Ausgabe des Festivals geben.
In Kooperation mit der Fachhochschule Köln und Prof. Petra Werner (Fachbereich Online-Journalismus) ist ganz neu der Festival-Blog entstanden. Hier werden Studierende der FH Köln und der TU Dortmund Eindrücke vom Festival veröffentlichen. Zu finden ist der Blog ab Anfang April unter redakteure.com/festival-blog .


Weitere Informationen zur Auswahl und Jury des Internationalen Debüt-Spielfilmwettbewerb, dem Schulfilmprogramm sowie den Kooperationen und Sonderveranstaltungen erfahren Sie in Kürze in weiteren Pressemitteilungen sowie auf unserer Homepage: www.frauenfilmfestival.eu. Dort können Sie auch diese PM sowie Pressefotos herunterladen.

Für Fragen und Informationen zum Festival und Akkreditierung steht Ihnen unsere Pressereferentin Ursula Teich gerne zur Verfügung.

Festivaleröffnung:
23. April 2008 um 19.30 Uhr im Odeon Kino
Preisverleihung:
27. April 2008 um 19.30 Uhr im Filmforum NRW im Museum Ludwig
zuvor: CD-Release Konzert des Angelika Niescier Acoustic Quartett: Kammerjazz
Spielorte: Filmclub 813, Filmforum NRW im Museum Ludwig, Filmpalette, Metropolis und Odeon
Infotheke und Akkreditierung: Filmforum NRW im Museum Ludwig
Pressebüro: Komed, Kommunikations- und Medienzentrum,
Im Mediapark 7, Christophstraße/ Mediapark

Internationales Frauenfilmfestival DortmundIKöln
c/o Kulturbüro Dortmund
Küpferstr. 3_44122 Dortmund
+49 (0)231-5025480

Pressebüro Ursula Teich
Im Dau 6_50678 Köln
T: +49 (0)221-5890708
Mobil: +49 (0)173-520 48 94
presse[at]frauenfilmfestival.eu
www.frauenfilmfestival.eu

 

17. Januar 2008

Wettbewerb für Kurzfilm-Treatments zum Thema Zwangsheirat und Kinderehe

EU-Kooperationsprojekt des IFFF Dortmund|Köln und der türkischen Frauenorganisation Flying Broom

Zwangsheirat und Kinderehe sind in vielen Teilen der Welt ein schwerwiegendes soziales wie kulturelles Problem. Viele Betroffene geraten in eine Situation, in der ihre Rechte auf Ausbildung, Gesundheit, Meinungsfreiheit sowie die Einhaltung ihrer sozialen Rechte nicht mehr gewährleistet sind.

Die türkische NGO Flying Broom und das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln haben daher gemeinsam mit der Unterstützung durch die Europäische Union ein Kurzfilmprojekt initiiert, dessen Ziel es ist, das öffentliche Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen.

Die Ausschreibung wird in beiden Ländern zeitgleich und unabhängig durchgeführt.
Bis zum 15. April 2008 können Treatments eingereicht werden für fiktionale Kurzfilme zum Thema Zwangsheirat und Kinderehe, die ohne Dialoge realisiert werden müssen. Damit sollen Sprachbarrieren überwunden und visuelles Denken gefördert werden.

Zwei unabhängige Juries wählen im Mai 2008 jeweils fünf Einreichungen aus jedem Land aus. Die GewinnerInnen des Wettbewerbs werden zu Drehbuch- und Produktionsworkshops nach Ankara eingeladen. Zum Ende des Projektes werden zwei der Kurzfilme im Juli diesen Jahres in Ankara produziert.

Weitere Informationen und die Antragsunterlagen finden Sie unter www.frauenfilmfestival.eu.


Internationales Frauenfilmfestival DortmundIKöln
c/o Kulturbüro Dortmund
Kontakt: Stefanie Görtz
Küpferstr. 3
44122 Dortmund
+49 (0)231-525480
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15. Januar 2008

Die chinesische Filmszene zu Gast beim IFFF Dortmund|Köln

In der kommenden Kölner Ausgabe des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund|Köln gibt das Festival im Länderschwerpunkt China einen Überblick über das Filmschaffen von Filmemacherinnen aus der aufstrebenden Supermacht. Li Yu, die Regisseurin und Autorin des Films Lost in Beijing, ist Mitglied in der Jury des internationalen Debut-Spielfilmwettbewerbs und wird vom 23.-27. April 08 zu Gast beim Festival sein.

Out of Beijing
„Welten prallen aufeinander- Stadtlandschaften, Kräne und Bautätigkeiten sind aus fast keinem der Filme wegzudenken. Der in China stattfindende rasante Wandel und ständige Neuanfang ist immer auch Thema der ausdrucksstarken Filme. Neben dem hypermodernen, schnellen China im Wirtschaftstaumel werden in den Filmen oft auch leise und engagiert die Geschichten der kleinen Leute erzählt“, so die in Peking lebende Österreicherin Katharina Schneider-Roos, eine der Kuratorinnen des Länderschwerpunktes, in dessen Zentrum die unabhängigen Filmproduktionen stehen.

Die chinesische Filmindustrie hat eine interessante Entwicklung hinter sich. So hat sie sich auf der einen Seite in den letzten Jahren geöffnet und ausdifferenziert. Die Zensurbehörden sind toleranter geworden. Auf der anderen Seite sind immer noch nicht alle der produzierten Filme in China zu sehen. Viele der Regisseurinnen, deren Filme international große Erfolge feiern, leiden darunter, dass sie ihre Arbeiten in der Heimat nicht zeigen dürfen.

Lost in Beijing
So ergeht es auch Li Yu, einem der Shootingstars der Pekinger Film-Szene. Ihr aktueller international viel beachteter Film Lost in Beijing kam nach Festivalerfolgen in Europa Ende letzten Jahres auch in China in zensierter Fassung in die Kinos. Mittlerweile ist er in China wieder verboten, weil nun angeblich herausgeschnittene pornografische Szenen für die Werbung benutzt worden seien. Außerdem wurde der Produktionsfirma Laurel Film von heute auf morgen für zwei Jahre untersagt, neue Projekte anzugehen.

Li Yu begann ihre Karriere beim staatlichen Fernsehsender CCTV als Drehbuchautorin und Regisseurin. Ihre erste dokumentarische Kinoarbeit Sister (1996) wurde ebenfalls verboten. 2001 realisierte sie ihr Spielfilmdebut Fish and Elefant, der als erster chinesische Film mit lesbischer Thematik international für Furore sorgte. In Lost in Beijing (2006) heftet sie sich mit ihrer Kamera an die Fersen der jungen Ping Guo, die mit ihrem Mann aus der Provinz nach Peking kommt. Sie zeichnet das Schicksal einer Frau, stellvertretend für abertausende der fünf Millionen Wanderarbeiter: erschöpfte, unsichere Existenzen, Migranten in der Megacity. Emotional, verstörend und eindringlich zeigt sie Rastlosigkeit und atemlose Moderne der chinesischen Großstadt und den Überlebenskampf in der Boomtown Peking.

I Love Beijing
Ning Ying, die Grande Dame des chinesischen Kinos, erlangte mit ihrer Beijing-Triologie (darunter I Love Beijing, 2001) Weltruhm. Anders als ihre jungen Kolleginnen hat sie die Kulturrevolution miterleben müssen. Nach dem Regiestudium in Peking und Rom arbeitete sie u.a. als Regieassistentin bei Bernardo Bertoluccis Der letzte Kaiser. Ihr jüngster Spielfilm Perpetual Motion ist ein Kammerspiel um vier erfolgreiche Damen mittleren Alters, die eine Rechnung miteinander zu begleichen haben. Sie agieren provozierend, ironisch und rebellisch, ganz entgegen dem Klischee der zurückhaltenden und den Traditionen unterworfenen asiatischen Frau. Das Festival präsentiert Ning Ying in einem Werkstattgespräch, in dem sie ausführlich über ihr Filmschaffen und ihre Arbeitsbedingungen Auskunft gibt.

Eine filmische Rarität dürfte der 1962 entstandene Revolutionsfilm Locust Tree Village der ersten chinesischen Regisseurin Wang Ping sein. In ihrem Film setzte eine loyale Dorfvorsteherin Himmel und Hölle in Bewegung, um ganz im Geiste Maos die gerechte Landverteilung in ihrem Dorf zu erreichen.

Flankierend zu 12 Filmprogrammen aus China wird Dai Jinhua, Filmwissenschaftlerin an der Universität Peking, einen umfassenden Überblick über die Regisseurinnen aus dem Land der Mitte geben. Zahlreiche weitere Filmemacherinnen werden ihre Arbeiten in Workshops und Filmgesprächen mit dem Kölner Publikum diskutieren.

Das aktuelle Filmschaffen von Regisseurinnen aus aller Welt präsentiert das Festival in Köln darüber hinaus mit rund 100 Filmen in den Sektionen:

Internationaler Debüt-Spielfilmwettbewerb - dotiert mit 10.000 Euro und dem
Publikumspreis gestiftet von der Zeitschrift Choices.
Panorama - Aktuelle internationale Neuentdeckungen aus den Jahren 2006/07.
Quer Blick - Internationale Lesben- und Transgenderfilme.
Filmbildung - „Girls Focus“, ein medienpädagogisches Programm für junge Frauen.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm, ein Schulfilmprogramm sowie fachspezifische Angebote runden das Profil eines der wichtigsten Frauenfilmfestivals weltweit ab und machen es zu einem Kommunikationsort und Treffpunkt für Filmschaffende und Filmliebhaber jeden Alters.

Festivaleröffnung: 23. April 2008
Preisverleihung: 27. April 2008
Spielorte: Filmforum NRW im Museum Ludwig, Metropolis Kino, Filmpalette

Weitere Informationen zum Festival sowie die Möglichkeit, diese PM und Fotos downzuloaden, finden Sie im Netz unter www.frauenfilmfestival.eu

Für Fragen und Informationen zum Festival und Akkreditierung steht Ihnen unsere Pressereferentin Ursula Teich zur Verfügung.

Internationales Frauenfilmfestival Dortmund|Köln
Festivalbüro 2008
c/o Kulturbüro Dortmund
Küpferstr. 3
44122 Dortmund
+49 (0)231-525480

Pressebüro Ursula Teich
Im Dau 6
50678 Köln
T: +49 (0)221-5890708
Mobil: +49 (0)173-520 48 94
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25. September 2007

Frauenfilmfestival mit neuer Geschäftsführung
Vorschau auf das Festival 2008 vom 23. – 27. April in Köln: FOKUS CHINA


Ende August 2007 ist eine Ära beim IFFF Dortmund|Köln zu Ende gegangen. Anne Schallenberg, die 13 Jahre lang die Geschäfte für das Dortmunder – und seit 2006 auch für das Kölner – Festival führte, hat aus persönlichen Gründen ihre Mitarbeit im August beendet.

Ihr folgt Christina Essenberger, die auf eine langjährige Mitarbeit im Filmhaus Bielefeld zurückblicken kann. Zuletzt hatte sie neun Jahre lang die Geschäfte des Theaterlabor im Tor 6 in Bielefeld geführt und dort ein internationales Theaterfestival geleitet. Mit der Übernahme der Geschäftsführung beim IFFF Dortmund|Köln kehrt sie zu ihren filmischen Wurzeln zurück. Wir freuen uns mit ihr eine kompetente Nachfolgerin gefunden zu haben. Christina Essenberger wird künftig mit der künstlerischen Leiterin Silke J. Räbiger gemeinsam das größte deutsche Frauenfilmfestival leiten, das 2006 aus der Fusion der beiden Traditionsfestivals Feminale (Köln) und femme totale (Dortmund) hervorgegangen ist.


Vom 23. – 27. April 2008 wird in Köln die nächste Ausgabe des
Int. Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln präsentiert. Das Köln/Dortmunder Festivalteam bereitet derzeit das 5-tägige Programm mit rund 100 Filmen und zahlreichen weiteren Veranstaltungen vor.

Länderschwerpunkt China

Die tief greifenden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre in China nimmt das Festival zum Anlass einen Überblick über das aktuelle Filmschaffen chinesischer Regisseurinnen zu geben. Auf einer gerade zu Ende gegangenen Recherchereise konnte die Festivalleiterin Silke J. Räbiger weitreichende Kontakte zur chinesischen Filmszene knüpfen. Neben einem intensiven Austausch mit der Commission of Documentary Film of China und dessen Department of Female Directors Club, gab es Gelegenheit zu Gesprächen an der Beijing Film Academy und mit den Regisseurinnen Ning Ying (Railway of Hope/ Beijing Trilogy) und Li Yu. Letztere war mit ihrem Film Lost in Beijing im Wettbewerb der diesjährigen Berlinale vertreten. Li Yu gab auch eine erste Zusage für die Teilnahme an der Jury für den Int. Debüt-Spielfilm Wettbewerb 2008. Lost in Bejing, das beeindruckende Portrait der explodierenden Mega-City Peking, wird im Länderschwerpunkt neben weiteren Spielfilmen ebenso zu sehen sein wie aktuelle Kurz- und Dokumentarfilme und Undergroundproduktionen. Geplant ist ein umfangreicher Austausch zwischen chinesischen und deutschen Dokumentaristinnen im Rahmen des Festivals 2008. Der künstlerische Blick chinesischer Filmemacherinnen, ihre Themen und der Kontext ihrer Arbeit stehen im Mittelpunkt von „Fokus CHINA“.

Festival – Sektionen

Zum 4. Mal wird in Köln der internationale WETTBEWERB für Debüt-Spielfilme von Nachwuchs-Regisseurinnen vergeben. 8 Filme konkurrieren um den mit 10.000 Euro dotierten Preis, der von einer internationalen Jury vergeben wird.

In der Sektion PANORAMA werden die wichtigsten Filmproduktionen der Jahre 2006/2007 von Regisseurinnen aus aller Welt vorgestellt. Offen für alle Genres ist das PANORAMA eine Plattform für Filmemacherinnen und präsentiert inhaltlich und formal mutige und innovative Produktionen vom Experimentalfilm bis zum abendfüllenden Spielfilm.

Die traditionsreiche Sektion QUER BLICK bietet einen breiten Überblick über die aktuellen internationalen Lesben- und Transgenderfilme der vergangenen beiden Jahre.

Bis zum 30. November 2007 sind Einreichungen für alle Festivalsektionen möglich.
Weitere Informationen dazu unter www.frauenfilmfestival.eu

Stefanie Görtz
Pressearbeit & Internationaler Wettbewerb Dortmund
Media relations & International Competition Dortmund

IFFF - Internationales Frauenfilmfestival Dortmund I Köln
International Women's Film Festival Dortmund I Köln
Next Festival: 23 - 27 April 2008
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