Age of Stupid – Warum tun wir nichts?

Großbritannien 2008, Documentary, 90' Director Franny Armstrong | Camera Lawrence Gardner, Franny Armstrong | Screenplay Franny Armstrong Distributed by TAO Cinemathek | Production Company John Battsek

Synopsis
»Wir kalkulierten die CO2-Bilanz des Films indem wir jede Reise aufzeichneten ( ... ) einschließlich der gesamten Elektrizität, des Benzins, des Essens und unserer Ausrüstung. Insgesamt waren es dann 94 Tonnen. Das entspricht dem Verbrauch von 185 Heizstrahlern im Monat. Ich bin mir sicher: Unser Film ist 185 Heizstrahler wert.«
Franny Armstrong

»Entweder widmen wir uns jetzt ernsthaft dem Klimawandel, oder wir löschen einen Großteil des Lebens auf der Erde aus. Die Zukunft von all dem, was wir als Spezies erreicht haben, steht auf dem Spiel.«
Franny Armstrong

Im Jahr 2055 ist die Erde fast völlig zerstört. In der inzwischen geschmolzenen Arktis sitzt ein alter Mann, der fragt, warum wir den Klimawandel nicht verhindert haben, als es noch möglich war. Auf seinem interaktiven Bildschirm erscheinen sechs authentische Geschichten aus den Jahren 1950 bis 2008. Sie dokumentieren, wie wir unsere Lebensgrundlagen zerstören: darunter Dorfbewohner im britischen Cornwall, die finden, Windräder verschandeln ihre Landschaft. Der Inder Jeh Wadia gründet eine Billig-Fluglinie und lässt sich dafür feiern, Wohlstand in sein Land zu bringen. Bergführer Fernand Pareau kämpft in den Alpen gegen LKW-Transporte, die Milch nach Italien bringen, um sie als Joghurt wieder zurückzuholen.
Mit The Age of Stupid hinterfragt Franny Armstrong den moralischen und psychologischen Nährboden, auf dem heute jeder Einzelne von uns klimarelevante Entscheidungen fällt. Pete Postlethwaite ist darin in einer seiner letzten Rollen zu sehen. Der Film sorgte international aufgrund seiner Finanzierung (Stichwort crowd-funding) für Furore. Seinen Machern ist der Klimaschutz ein tatsächliches Anliegen: die Londoner Filmpremiere fand in einem Solarkinozelt statt und die CO²-Initiative 10:10 (www.1010global.org) feiert inzwischen weltweit Erfolge.

 

Biographie
Franny Armstrongs erster Dokumentarfilm McLibel erzählte die Geschichte der Verleumdungsklage von McDonald's gegen David Morris und Helen Steel und wurde nach der ersten Aufführung 1997 gestoppt. Nachdem sie 2005 mit einer zweiten Fassung die britische Regierung vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte besiegt hatte, wurde McLibel Two schließlich auf BBC 2 ausgestrahlt und bekam fantastische Kritiken.
In A Racist Force thematisierte sie 2000 den Vorwurf des Rassismus innerhalb der britischen Polizei. Für Baked Alaska (2001) erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. 2002 folgte Armstrong in Drowned Out einer indischen Familie, die lieber zu Hause ertrinken wollte, als einem Staudammbau zu weichen. Für Age of Stupid arbeitete Franny Armstrong 2004 mit dem renommierten britischen Produzenten John Battsek zusammen.

Franny Armstrong
Großbritannien
2008
Dokumentarfilm
2011
Fokus: Was tun, Schulfilm