Preisträgerinnen: Belma Baş erhält den Internationalen Debüt-Spielfilmpreis 2012

Preisverleihung 2012 (Namen siehe unten)

Mit der Verleihung des Hauptpreises an die türkische Regisseurin Belma Baş und ihren Film Zefir ging das Internationale Frauenfilmfestival in Köln zu Ende.

Am Sonntag, dem 22. April 2012 wurden bei der Abschlussfeier des IFFF Dortmund | Köln im Kölner Odeon Kino insgesamt vier Preise vergeben:

Der mit 10.000 Euro dotierte Internationale Debüt-Spielfilmpreis für Regisseurinnen ging an die türkische Regisseurin Belma Baş für ihren Film Zefir. Der Filmtitel bedeutet wörtlich „leichte Brise, die von Westen weht“ und ist dem mythologischen Namen für den Gott des Westwindes, dem eifersüchtigen Zephyrus, entlehnt. Belma Baş erzählt die Geschichte der elfjährigen Zefir, die, von der Mutter abgeschoben, den Sommer bei ihren Großeltern auf dem Land verbringt. In der majestätischen Berg- und Waldlandschaft des türkischen Schwarzmeergebirges erwartet das Mädchen täglich die Rückkehr der Mutter. Die Regisseurin hat berauschende Bilder gefunden um die trügerische Idylle der Natur in Szene zu setzen.

Belma Baş war mehrere Jahre als Consultant türkischer Filme für die Filmfestivals in Cannes und Montreal sowie als Festivalorganisatorin tätig. Nach zahlreichen internationalen Festivalaufführungen war Zefir beim Kölner Frauenfilmfestival als Deutschlandpremiere zu sehen. Die Jury 2012, die deutsche Schauspielerin Julia Jentsch, die chinesische Regisseurin Xiaolu Guo und die mexikanische Filmkritikerin Lucy Virgen, haben Zefir zum besten Debüt-Spielfilm 2012 gekürt, für seine tiefgreifenden und poetischen Enthüllungen über Mensch und Natur, über das Verhältnis des Individuums zur Gesellschaft und über elementare Fragen von Leben und Tod. Durch eine großartige kinematografische Sprache schafft es die Filmemacherin, eine einfache und authentische Geschichte zu erzählen, die alle Erwartungen der Zuschauer übertrifft.

Eine lobende Erwähnung ging an das französische Regieduo Delphine und Muriel Coulin und ihren Film 17 Filles „für seine sensible Darstellung junger Frauen in der modernen Welt und ihrer Suche nach Identität in der Gesellschaft.“ 17 Filles erzählt von einem ungewöhnlichen Pakt: In Lorient, einer etwas trostlosen Stadt in der Bretagne, beschließen 17 Mädchen eines Gymnasiums gleichzeitig schwanger zu werden.

Bereits im Vorfeld wurden die Preisträgerinnen des Nationalen Wettbewerbs für Bildgestalterinnen ermittelt, die mit jeweils 2.500 Euro ausgezeichnet wurden. Die KHM-Absolventin Julia Daschner erhält den Preis in der Sparte Spielfilm für Bergig. Der Kurzspielfilm erzählt die Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf. In der Begründung der Jury 2012 (Sophie Maintigneux, Anne Misselwitz und Jana Marsik) heißt es:
„…Durch die Eleganz der Handkamera entfaltet sich in behutsam gesetztem Licht die erotische Kraft des Films. Subtil und leicht bewegt sich die Filmsprache zwischen Nah und Fern, zwischen zartem Gefühl und der Gewalt der Natur. Julischa Daschner gestaltet mit Sinnlichkeit. Sie erschafft eine tiefe Nähe zu den Figuren, die uns berührt.“

In der Sparte Dokumentarfilm wird Eva Katharina Bühler, Absolventin der Filmakademie Ludwigsburg, für Der weiße Schatz und die Salzarbeiter von Caquena ausgezeichnet. Der Film führt den Zuschauer zu den Salzarbeitern am bolivianischen Salar de Uyuni, der das weltweit größte Lithiumvorkommen in sich birgt. Der Film, der das Frauenfilmfestival in diesem Jahr eröffnete
„…erzählt in präzise komponierten Bildern vom Alltag der Bewohner am Ufer des Sees und der drohenden Zerstörung ihrer Existenz und Traditionen…Die Bildsprache entwickelt eine eigene Dramaturgie und Dynamik. Am Ende verlässt die Kamera ihrer respektvolle Distanz und entfesselt sich in einem lebendigen Tanz…“ (Wortlaut aus der Jurybegründung).

Der mit 1.000 Euro dotierte Publikumspreis, gestiftet von der Kölner Zeitschrift choices, geht an Britta Wandaogo für Nichts für die Ewigkeit. Ins Rennen um den Preis gingen alle aktuellen Filme des Festivals mit einer Länge von mehr als 60 Minuten.

 

Pressemitteilung zum Festivalabschluss

 

Foto: Prof. Georg Quander (Stadt Köln), Sonja Hofmann (IFFF), Sophie Maintigneux (Jury Bildgestaltung), Silke Räbiger (IFFF), Xiaolu Guo, Lucy Virgen (Jury Int. Debüt-Spielfilmwettbwerb), Belma Bas (Preisträgerin Int. Debüt-Spielfilmwettbwerb), Julia Daschner (Preisträgerin Nationaler Wettbewerb für Bildgestalterinnen), Julia Jentsch (Jury Int. Debüt-Spielfilmwettbewerb), Eva Katharina Bühler (Preisträgerin Nationaler Wettbewerb für Bildgestalterinnen), Anne Misselwitz (Jury Bildgestaltung), Petra Müller, Katharina Blum (Film- und Medienstiftung NRW), Britta Wandaogo (Preisträgerin Publikumspreis), Rüdiger Schmidt-Sodingen (choices) - v.l.n.r.



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