Preisträgerinnen Bildgestaltung

Preisträgerinnen des Nationalen Wettbewerbs für Bildgestalterinnen: Julia Daschner und Eva Katharina Bühler

Die ersten Preisträgerinnen des diesjährigen Internationalen Frauenfilmfestivals stehen fest. Nach einwöchiger Jurysichtung haben die Bildgestalterinnen Sophie Maintigneux, Jana Marsik und Anne Misselwitz ihre Entscheidung im Nationalen Wettbewerb für Nachwuchs-Bildgestalterinnen bekanntgegeben. Mit dem Preis für die beste Bildgestaltung in einem Spielfilm (dotiert mit 2.500 €) wird Julia Daschner für den Film Bergig ausgezeichnet (Regie: Julia Daschner). Die Auszeichnung im Bereich Dokumentarfilm (dotiert mit 2.500 €) geht an Eva Katharina Bühler für Der weiße Schatz und die Salzarbeiter von Caquena (Regie: Eva Katharina Bühler). Die Preise werden im Rahmen der Preisverleihung beim Festival am 22. April in Köln vergeben. Beide Preisträgerfilme sind im Programm des Festivals zu sehen.

Bergig (D 2012, 34 min., R: Julia Daschner)
Bergig ist die Geschichte einer Liebe, die nicht sein darf. Jan ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mona ist 15 Jahre jünger. Und doch haben sie sich ineinander verliebt. Auf einer Tiroler Berghütte, fernab ihres Alltags, versuchen Mona und Jan herauszufinden, was sie füreinander empfinden. Doch die Realität holt die beiden ein. Jan hängt an seiner Familie und hat Angst, diese für eine gerade aufblitzende Liebe aufzugeben. Mona weiß nicht, inwieweit sie ihren Gefühlen trauen darf, denn so oft hat sie nach ein paar Monaten entdecken müssen, dass sie sich getäuscht hat in der Liebe. Trotzdem gehen die beiden immer weiter. Versuchen sich zu finden, zu spüren, zu verstehen. Und am Ende müssen sie eine Entscheidung treffen.
Aus der Jurybegründung: „Die Bilder entführen entführen und uns in das Spannungsfeld zwischen der Magie der Anziehung und der Angst vor der Unmöglichkeit. Durch die Eleganz der Handkamera entfaltet sich in behutsam gesetztem Licht die erotische Kraft des Films. Subtil und leicht bewegt sich die Bildsprache zwischen Nah und Fern, zwischen zartem Gefühl und der Gewalt der Natur. Julia Daschner gestaltet mit Sinnlichkeit. Sie erschafft eine tiefe Nähe zu den Figuren, die uns berührt.“

Julia Daschner wurde 1980 in München geboren. Nach einem Praktikum bei einer freien Fernsehproduktion studierte sie Film und Fernsehen an der Kunsthochschule für Medien Köln. Heute arbeitet sie als freie Kamerafrau und Regisseurin.
Filmauswahl
: Shanghai Crab (2011), Zucchiniblüten (2010), Auf der Walz (2009), Ein Sommer lang (2006), Havanna, 30 de Febrero (2005)

Der weiße Schatz und die Salzarbeiter von Caquena (D 2011, 52 min., R: Eva Katharina Bühler)
„Ich glaube, dahinten haben die Gringos angefangen mit dem Lithium.“ Don Rosauro steht inmitten einer endlosen weißen Fläche. Er ist Salzarbeiter am Salar de Uyuni in Bolivien. In der größten Salzwüste der Erde bauen die Nachfahren der Aymara-Indianer hier in 3.670 Metern Höhe Salz ab. Unter der rauen, weißen Oberfläche des Salzsees werden die größten Lithiumvorkommen der Welt vermutet, der Stoff, der für Handys, Laptops und in großen Mengen für die Batterien der zukünftigen Elektroautos benötigt wird. Wie wird sich der Mikrokosmos der Salzarbeiter verändern, wenn ihn die globalisierte Welt erreicht?  
Aus der Jurybegründung: „Eva Katharina Bühler erzählt uns in präzise komponierten Bildern vom Alltag der Bewohner am Ufer des Sees und der drohenden Zerstörung ihrer Existenz und Traditionen.
Ihr Blick ist wach, ihre Kameraführung geduldig und entschieden. Die Bildsprache entwickelt eine eigene Dramaturgie und Dynamik. Am Ende verlässt die Kamera ihre respektvolle Distanz und entfesselt sich in einem lebendigen Tanz. Ein Tanz, der irgendwann für die Indios enden wird.“

Eva Katharina Bühler wurde 1981 in Achern geboren. 2002 erhielt sie den Deutschen Jugendfotopreis. Nach einem Studium der Audiovisuellen Medien an der Hochschule der Medien in Stuttgart schloss sie 2011 ihr Doppelstudium Regie und Kamera an der Filmakademie Baden-Württemberg ab.
Filmauswahl Bildgestaltung
: Monika (2011), Beelzebub (2010), Frei sein (2009), Vogel.tot (2008); Bildgestaltung und Regie: Alles in mir (2009), Alles was bleibt (2007); Kodak Kamerapreis 2011 für Der weiße Schatz und die Salzarbeiter von Caquena



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