René

Tschechische Republik 2008, Dokumentarfilm, 83' | Regie, Buch Helena Trestikova | Bildgestaltung M. Kubala, P. Pesek, S. Slusny, M. Dvorak, O. Belica, M. Soucek, V. Hamernik | Schnitt Jakub Hejna | Ton Vladimir Nahodil, Pavel Sadek, Jan Valouch, Vadav Hejduk, Miroslav Simcik, Stepan Mamula, Daniel Nemec, Zbynek Mikulik, Petr Provaznik, Jan Valouch | Produktion Taskovski Films

Synopsis

„Warum ist mein beschissenes Leben so gelaufen? Wer weiß das schon. Nicht mal Gott weiß das. Gott ist auf Urlaub und liest Pornos.“ René Was soll er draußen machen? René Plašil sitzt zum wiederholten Mal im Knast und erwartet eigentlich keine Antwort mehr auf diese Frage. Helena Treštíková hat 20 Jahre lang Renés Schicksal mit der Kamera verfolgt. In diesem Zeitraum hat sich Renés Strafregister kontinuierlich mit Straftaten gefüllt, für die er insgesamt über 16 Jahre im Gefängnis abbrummen musste. Seit 1987 war er unter anderem in 70 Privatwohnungen eingebrochen – auch in T?eštíkovás Wohnung ..... In der Welt wird Geschichte geschrieben: Die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei, die Anschläge vom 11. September oder der Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union. René wechselt von einer Gefängniszelle in die andere. Die Langzeitdokumentation entfaltet vor uns das Leben eines Desperados, für den die Filmemacherin zur einzigen verlässlichen Konstanten wird. Eine widersprüchliche und wechselvolle Beziehung entwickelt sich, die René in seinen Briefen an Treštíková reflektiert. „Ich freue mich, dass Sie mich wieder besuchen. Schreiben Sie mir, wann es sein wird, damit mir die Zeit schneller vergeht. Es ist besser, wenn man auf etwas wartet, worüber man sich freuen kann. Außer Ihnen gibt es hier nichts dergleichen“, schreibt er ihr einmal. René avanciert mit ihrer Hilfe im Laufe der Zeit zum erfolgreichen Autor und erweist sich als ebenbürtiger und schwieriger Partner, drastisch in seiner Hinterfragung und in seiner Forderung nach Aufmerksamkeit. Eine geradezu schmerzhafte Nähe, die den Film zu einer enormen Gratwanderung macht.

Biographie

Helena T?eštíková ist die wohl bedeutendste tschechische Dokumentarfilmerin. In mehr als dreißig Jahren verwirklichte sie etwa 50 Filmprojekte, die sich vor allem mit zwischenmenschlichen Beziehungen und sozialen Themen beschäftigen. Zu ihren wichtigsten Werken gehören die Langzeitdokumentationen über junge Straffällige ?ekni mi n?co o sob? (Erzähl mir etwas über Dich) und über verschiedene Frauenschicksale Ženy na p?elomu tisíciletí (Frauen um die Jahrtausendwende). Helena T?eštíková bekleidete Anfang 2007 kurzzeitig das Amt der tschechischen Kulturministerin.

Helena Trestikova
Tschechische Republik
2008
Dokumentarfilm
2009
Fokus: Freiheit