Raszledvane (The Investigation)

Deutschland/Bulgarien/Niederlande 2006, Spielfilm, 105' | Regie, Buch Iglika Trifonova | Bildgestaltung Rali Raltschev | Schnitt Yordanka Bachvarova | Ton Antoin Cox | Musik Han Otten | Darsteller_innen Krassimir Dokov, Svetla Yancheva, Labina Mitevska, Kliment Denchev, Deyan Donkov, Hristo Garbov, Emilia Radeva, Tanya Shahova, Margita Gosheva, Peter Slabakov | Produktion KLAS Film, Flying Moon Filmproduktion, Phanta Vision

Synopsis

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia ist ein Mord verübt worden. Plamen, der Bruder des Opfers, ist als der einzige Verdächtige inhaftiert. Leider gibt es keinen zwingenden Beweis, weder Zeugen noch andere Hinweise, dass er seinen Bruder getötet hat. Die einzige Chance der Ermittler ist, den willensstarken Mann zu einem Geständnis zu bewegen. Seit drei Wochen ist er in Haft und wird täglich verhört, trotzdem hat er noch nicht geredet. Und ohne ein Urteil darf er nur noch drei Wochen festgehalten werden.
Alexandra, die einzige weibliche Ermittlerin in der Abteilung, taucht mit dem Drang einer Jägerin in die Welt des Verbrechens ein. Auf der Suche nach neuen Informationen befragt sie tagsüber all diejenigen, die schon vom ersten Ermittler befragt wurden. Nachts verhört sie Plamen. Allmählich tritt das Bild einer vergangenen Tragödie voller Eifersucht, Rivalität, Verzweiflung und Wut zu Tage. Doch obwohl Plamen nach wie vor unerbittlich schweigt, wird es offensichtlich, dass er den Boden unter den Füßen verliert.
Vollkommen besessen von dem Fall belastet Alexandra die ohnehin schon komplizierte Beziehung zu ihrem Ehemann und ihrer sieben Jahre alte Tochter. Die Einsamkeit verbindet Jägerin und Gejagten und er beginnt, sich auf die Verhöre zu freuen. Im labyrinthischen Frage- und Antwortspiel zwischen der Kommissarin und dem Inhaftierten entsteht ein faszinierendes Psychogramm der Beteiligten.

Raszledvane ist eine kriminalistische Suche nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit der menschlichen Kommunikation. Der zweite lange Spielfilm der Bulgarin Iglika Trifonova wurde mit elf nationalen und sieben internationalen Preisen ausgezeichnet.

Biographie

Iglika Triffonova studierte Film und Fernsehen an der Nationalen Akademie für Theater- und Filmkunst in Sofia. Sie begann ihre Karriere mit einer Reihe von Dokumentarfilmen. Ihr erster Film Sommer 1990 über das Jahr nach dem Mauerfall wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt und 1991 mit dem Prix Futura Berlin ausgezeichnet. Razkazi za ubiystva (Murder stories, 1993) gewann die Goldenen Rose für den besten bulgarischen Dokumentarfilm und beeinflusste die öffentliche Meinung in der Debatte über die Todesstrafe im Bulgarien der 90er Jahre maßgeblich. Triffonovas erster Spielfilm Pismo do Amerika (Letter to America, 2000) wurde mit neun nationalen Preisen prämiert, inklusive der Nominierung als bulgarischer Beitrag für den Oscar (bester ausländischer Film) 2001. Triffonova lebt in Sofia mit ihrem Mann, dem Schauspieler Triffonova, der in Raszledvane den Ehemann spielt.

Iglika Trifonova
Deutschland, Bulgarien, Niederlande
2006
Spielfilm
2010
Fokus: Rund um den Balkan