Plages d'Agnès, Les

Frankreich 2008, Spiel-/Dokumentarfilm, 110' | Regie, Buch Agnès Varda | Bildgestaltung Alain Sakot, Hélène Louvart, Arlene Nelson | Schnitt Jean-Baptiste Morin, Baptiste Fillioux | Ton Olivier Goinard | Musik Joanna Bruzdowicz, Stéphane Vilar, Paule Cornet

Synopsis

Wenn dem Innenleben von Menschen Landschaften zugeordnet werden könnten, dann würde Agnès Varda die Landschaft der Strände wählen. Strände haben vielfach das Leben und Werk der 80-jährigen Regisseurin geprägt und von hier aus erfindet sie konsequenterweise ihre ganz persönliche Suche nach ihren eigenen Erinnerungen. Wir erfahren von ihrer Kindheit in Belgien und dem Paris der Besatzungszeit, ihren beruflichen Anfängen als Fotografin, den 60er Jahren, in denen sie zu einer der führenden Persönlichkeiten der Nouvelle Vague wurde, ihrem Leben mit Jacques Demy, ihren Reisen nach Cuba, China und in die USA und ihrem Wirken als unabhängige Produzentin.
Mit zahlreichen Filmausschnitten und Fotomaterial versehen ist eine Mischform entstanden aus Dokumentarfilm, autobiografischem Konstrukt und einfallsreichem Bildermosaik, ein Kaleidoskop, das durch seine Leichtigkeit und Natürlichkeit einfach bezaubert.

Biographie

Agnès Varda wurde 1928 als Tochter einer Französin und eines Griechen in Brüssel geboren und wuchs in der Provence auf. Mit 26 drehte sie ihren ersten Spielfilm La Pointe Courte. 1961 erschien ihr Film Cléo – Mittwoch zwischen fünf und sieben, der den Französischen Kritikerpreis gewann. 1965 entstand das Werk Glück aus dem Blickwinkel des Mannes, ein Film mit einer stark feministischen Sichtweise, der auf der Berlinale den Spezialpreis der Jury erhielt. 1967 war sie neben Claude Lelouch, Jean-Luc Godard und Chris Marker an der Dokumentation Fern von Vietnam beteiligt, einem der ersten Filme, die sich kritisch mit dem Vietnamkrieg beschäftigte. 1969 entstand Lions Love, in dem unter anderem Andy Warhol und Jim Morrison auftreten. Neben experimentellen Spielfilmen legte Varda in den 1970er Jahren ihr Augenmerk auf Dokumentationen wie Black Panthers (1968 entstanden bei einer Reise in Amerika), Daguerrotypen (1975), Réponses des femmes (1975) und Ulysses (1981). Für die letzten beiden Filme bekam sie jeweils einen César in der Kategorie Bester Dokumentar-Kurzfilm. 1985 gewann ihr Film Vogelfrei den Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen von Venedig. 1987 drehte sie mit Jane B. par Agnes V. ein ungewöhnliches Filmporträt über Jane Birkin. Die Sammler und die Sammlerin wurde 2001 von der Los Angeles Film Critics Association als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Varda lehrt als Professorin für Film und Dokumentarfilm an der European Graduate School in Saas-Fee, Schweiz. Varda war von 1962 bis zu seinem Tod 1990 mit dem Filmregisseur Jacques Demy verheiratet. 1991 verfilmte sie als Hommage sein Drehbuch Jacquot de Nantes.

Agnès Varda, Agnes Varda
Frankreich
2008
Spielfilm, Dokumentarfilm
2009
Specials