Phantom Love

USA 2007, Spielfilm, 87' | Regie, Buch, Schnitt Nina Menkes | Bildgestaltung Christopher Soos | Ton Ed White, Jigyasa Taneja | Musik Rich Ragsdale | Darsteller_innen Maria Shoif, Juliette Marquis, Yelena Apartseva, Bobby Naderi | Produktion Anna Kvorning

Synopsis

Lulu verbringt den Großteil ihres Lebens bei der Arbeit in einem Casino in Korea-Town, Los Angeles. Ihr jüngerer Liebhaber, zu dem sie keine emotionale Verbindung spürt, und ihre Schwester Nitzan, die ständig Pillen schluckt und kurz vor dem Zusammenbruch steht, nehmen den Rest ihrer Zeit ein. Als ihre Mutter sich einmischt um zu helfen, macht sie die Dinge nur noch komplizierter.
PHANTOM LOVE ist ein surreales Drama über eine in familiären Verstrickungen gefangene Frau und über ihren langsamen Prozess der Befreiung. Nina Menkes erzählt eine archetypische Geschichte und dringt wie bei den russischen Püppchen von Szene zu Szene weiter ins Innere vor. Sie kombiniert mystische und märchenhafte Elemente mit einem hyperrealistischen, fast dokumentarischen Stil, erzeugt durch die rohe Schwarzweiß-Fotografie und das Drehen an Originalschauplätzen mit Laien in den Nebenrollen.

"Stanley Kubricks kühnes Statement 'Wenn es geschrieben oder gedacht werden kann, kann es auch gefilmt werden' findet seine überwältigende Bestätigung durch Phantom Love [...] Seit Bela Tarrs Werckmeister Harmonies gab es kein so atemberaubendes und hypnotisierendes Schwarzweiß mehr [...]. Radikal und schön, reines Kino!?
Robert Koehler, Varity

Biographie

NINA MENKES gehört zu den Leitfiguren des amerikanischen Underground-Films. Nach kompromisslosen Arbeiten in den 80er- und 90er-Jahren und einer langen Pause meldet sie sich mit PHANTOM LOVE zurück. Die Filme der US-Regisseurin sind visuell, assoziativ, traumhaft und fragmentarisch und entziehen sich einer einfachen Kategorisierung. Im Mittelpunkt stehen Frauenfiguren, Einzelkämpferinnen - bis 1996 von Ninas Schwester Tinka verkörpert. Stets geht es um die Erfahrung gesellschaftlicher Zurichtung, um Tabus, Isoliertheit, Schmerz, Wut und Verzweiflung.

Nina Menkes ist Absolventin der "UCLA School of Theater, Film & Television", Los Angeles. Sie unterrichtete Filmregie an der "USC School of Cinematic Art" in Los Angeles, am "California Institute of the Arts" in Valencia und am "Indischen Film- und Fernsehinstitut" ("FTII") in Puna. Sie ist Mitglied der "Directors Guild" und der Auswahljury der "Rockefeller Foundation Media Arts Awards".

Nina Menkes
USA
2007
Spielfilm
2008
Panorama