Love and Words

Frankreich 2007, Dokumentarfilm, 45' | Regie, Buch, Bildgestaltung Sylvie Ballyot | Schnitt Charlottes Tourres | Ton Sylvie Ballyot, Emmanuel Soland | Produktion Bonneau

Synopsis
Zehn Wochen in einer fremden Welt: Die Filmemacherin Sylvie Ballyot reist im April 2004 in den Jemen um ein Porträt über eine selbstbewusste Frau zu drehen, die keinen Schleier trägt und sagt, was sie denkt. Nach wenigen Tagen bricht sie den Dreh ab, weil die Frau aufgrund der Dreharbeiten um ihr Leben fürchten muss. Unter den Augen der Polizei muss Sylvie das bisher gedrehte Material zerstören. Was soll sie jetzt drehen?

Der Film entwickelt sich zunächst zum Essay über das Scheitern der Dreharbeiten. Doch dann entsteht eine Liebesbeziehung zwischen Sylvie und ihrer ägyptischen Übersetzerin - ein lebensgefährlicher Tabubruch in dem streng muslimischen Land.
Verfremdete Bilder, die die Identität der Geliebten verbergen, geben Love and Words  etwas Traumähnliches. Daneben steht journalistisches Material: Sylvie befragt jemenitische Frauen zu ihren Vorstellungen vom Leben und der Liebe. Die Interviews bringen letztendlich auch sie selbst dazu, vor die Kamera zu treten und über ihre Wünsche und Sehnsüchte zu reflektieren.

Love and Words lässt sich schwer einordnen: Es ist gleichzeitig ein Film über einen Film, der nie gedreht wurde, eine Dokumentation über junge Jemeniterinnen und deren Realität und Träume und eine Geschichte über eine verbotene Liebe.

Sylvie Ballyots Kurzspielfilm Tel père, telle fille ist ebenfalls in der Reihe "Quer Blick" des "Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln" 2008 zu sehen.

 

Biographie
SYLVIE BALLYOT studierte Filmschnitt an der Pariser Filmschule "La Fémis". Nach ihrem Abschluss begann sie experimentelle Filme zu drehen: intime Tagebücher, essayistische Dokumentationen, Kurzspielfilme. Ihr Film Alice wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Publikumspreis bei den "Internationalen Filmfestspielen Berlin".
Derzeit arbeitet Sylvie Ballyot an dem Drehbuch zu ihrem ersten abendfüllenden Spielfim.

Sylvie Ballyot
Frankreich
2007
Dokumentarfilm, Kurzfilm
2008
begehrt! - filmlust queer