Kimjongilia

Südkorea/Frankreich/USA 2009, Dokumentarfilm, 74' | Regie N. C. Heikin | Bildgestaltung Kyle Saylors | Schnitt Peterson Almeida, Mary Lampson | Ton Patrick Donahue, Andrey Netboy | Musik Michael Gordon | Produktion Green Garnet Productions LLC

Synopsis
"Die Kimjongilia wird ewig blühen, um den glanzvollen und ruhmreichen Namen des hochverehrten Generals Kim Jong Il zu preisen und ihn als die Sonne des 21. Jahrhunderts zu glorifizieren!"
www.korea-dpr.com, Offizielle Webseite der Demokratischen Volksrepublik Korea in der Schweiz

"Das erste Mal, als ich eine Maus aß, dachte ich, ich muss das jetzt essen um zu überleben."
Kang Chol-hwan

Selten erreichen uns Informationen über das Leben in Nord-Korea, kaum ein Film befasst sich mit diesem Land. Kimjongilia setzt sich ausführlich mit der katastrophalen humanitären Situation in der isolierten Diktatur auseinander, und das tut er formal und handwerklich auf hohem Niveau.
Im Mittelpunkt stehen Interviews mit in Süd-Korea lebenden Flüchtlingen. Sie berichten von haarsträubenden Fluchten, Hunger, einer Kindheit in Arbeitslagern, Versklavung, Gehirnwäsche und Gewalt. Unterschiedliche Leute hat N. C. Heikin getroffen. Zum Beispiel einen jungen Mann, der im Gefangenenlager geboren wurde, einen Star-Pianisten der nicht verstehen konnte, warum er bestimmte Musik nicht spielen durfte, eine Tänzerin die zuviel über das Privatleben des Diktators Kim Jong Il's wusste, einen jungen Mann, der Opfer der Politik der 'Säuberung der drei Generationen' wurde und mit neun Jahren für ein unbekanntes Verbrechen seines Großvaters verhaftet wurde - er blieb 10 Jahre im Gefangenenlager.
Heikin verwebt die Geschichten der Flüchtlinge mit koreanischem Propagandamaterial und mit modernem Tanz. "Das mag die Grenzen des Dokumentarfilms überschreiten", sagt die Regisseurin, "vermindert aber, wie ich hoffe, niemals die enorme emotionale Kraft dieser mutigen Flüchtlinge".

Kimjongilia ist der Name einer Blume, die anlässlich Kim Yong-Ils 46. Geburtstag gezüchtet wurde. Sie soll stets an seinem Geburtstag im Februar blühen und steht für Liebe, Recht und Frieden.

 

Biographie
N.C. HEIKIN studierte Tanz und Theater am Sarah Lawrence College in New York und ging anschließend zum legendären La Mama Experimental Theatre Club. Sie arbeitete als Schauspielerin, Theaterregisseurin, schrieb Bühnenmusicals und Drehbücher für Film und Fernsehen. Für ihren ersten Kurzfilm Mañana erhielt sie mehrere Filmpreise. Kimjongilia ist ihr erster Dokumentarfilm.

N. C. Heikin
Südkorea, Frankreich, USA
2009
Dokumentarfilm
2010
Panorama