Fokus: WAS TUN - Filme zur Situation

Annamaria Marinca
in Look, Stranger (R: Arielle Javic)

Es muss etwas getan werden angesichts weltweiter ökologischer und politischer Krisen. Wie können entsprechende Gegenentwürfe aussehen? Welche Strategien des Widerstands und Formen des Protests sind möglich und wie positionieren sich vor diesem Hintergrund Künstlerinnen und Filmemacherinnen?

WAS TUN ist Frage und Antwort zugleich. Das Frauenfilmfestival versucht mit thematischen Filmreihen, Vorträgen, Workshops und Diskussionen eine Zustandsbeschreibung und zumindest einige Antworten zu liefern. In den Filmen der Reihe Wer sich nicht wehrt lassen die Protagonistinnen sich die Ungerechtigkeiten nicht länger gefallen und treten selbst in Aktion. Wenn wir der Aktivistin und Filmemacherin Franny Armstrong folgen, leben wir im Zeitalter der Dummheit, in dem nur die kurzfristige Gewinn-Maximierung zählt, aber die katastrophalen Folgen für die Umwelt ausgeblendet werden. Diese Konsequenzen und auch Lösungsansätze beleuchtet die Reihe Age of Stupid. Drei herausragende Beispiele, wie Widerstand durch Kunst erfolgreich praktiziert werden kann, machen Mut, auch wenn einige der Orte dies zunächst nicht vermuten lassen: eine brasilianische Müllkippe etwa oder ein libanesischer Männerknast. Eine ganze Reihe von Filmen handelt von Außenseiterinnen am Rande der Gesellschaft. In Off the Map versuchen diese Heldinnen trotz widriger Bedingungen ihren verbleibenden Handlungsspielraum auszuloten. Der öffentliche Raum wird heute maßgeblich von ökonomischen Interessen dominiert. Filmemacherinnen formulieren klare Statements gegen die Vereinnahmung ihrer Viertel durch den freien Markt. Von sozialistischen Wohnraum-Utopien bis zur Hausbesetzung als probatem Mittel des Widerstands handelt die Filmreihe Urbane Landschaften. Mit der Oase in Beton dem mobilen Festival Labor in der Dortmunder Innenstadt (Boulevard Kampstraße) mischt sich das Festival aktiv ein in die Debatte um den öffentlichen Raum und alle Festival-Besucher sind herzlich eingeladen einzusteigen. Was tun? Wenn alle Ideologien versagt haben, darf man dann nicht mehr von den Veränderungen träumen, die die Welt bräuchte, sondern muss erzählen, was es bedeutet, dass es keine gibt? Uns geht es nicht um Resignation, weil es immer Alternativen gibt. Hinschauen, nachdenken und sich empören.
Es gilt, Position zu beziehen – WAS TUN also.



Programme und Filmreihen

Wer sich nicht wehrt

Age of Stupid

Urbane Landschaften

Widerstand durch Kunst

Off the Map

Tricky Women

Endlich wieder auf der Leinwand

Lange Filmnacht

SPECIALS zum Fokus: WAS TUN