Night Owls (Deti Noci)

Tschechische Republik 2008, Feature film, 90' | Regie Michaela Pavlátová | Bildgestaltung Martin Strba | Produktion Katerina Riley

Synopsis

Ofka ist ein junges talentiertes Mädchen aus der Prager Vorstadt an der Schwelle zum Erwachsensein. Während die meisten ihrer Mitschüler inzwischen ein Studium begonnen haben, steht Ofka jede Nacht an der Kasse des Gemischtwarenladens ihres Schwagers und bedient hier die Nachtschwärmer und verlorenen Gestalten ohne Zuhause. Nachdem ihr Freund sie wegen ihrer besten Freundin verlassen hat, ist Ofka in eine seltsame Lethargie verfallen und hat aufgehört zu zeichnen. Wenn sie mal nicht hinter dem Ladentisch steht, zieht sie mit ihrem Kumpel Ubr durch die Nacht. Auch er lebt in seiner eigenen Welt, sammelt fasziniert alte Sachen aus dem Müll, wirkt tapsig und unentschlossen – und er ist hoffnungslos in Ofka verliebt. Als sie eines Nachts brutal überfallen wird, zerplatzt die Luftblase, in der Ofka bis dahin gelebt hat. Nun muss sie Entscheidungen für ihr weiteres Leben treffen. Langsam beginnt sie, aus dem Dunkeln wieder ins Tageslicht zu treten. Deti noci erzählt die Geschichte eines Übergangs, minimalistisch genau, unprätentiös, mit zwei intensiven Schauspielern, die in ihrer Schutzlosigkeit beide auf ganz unterschiedliche Weise berühren. Der zweite lange Spielfilm der eigentlich für ihre Animationsfilme bekannten Michaela Pavlátová war ein Publikumserfolg beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary: Martha Issová und Jiri Mádl wurden für ihre Darstellung ausgezeichnet.

Biographie

Die 1961 geborene bildende Künstlerin und Filmemacherin Michaela Pavlátová studierte an der Prager Akademie für Kunst Architektur und Design. Ihre Animationsfilme wurden vielfach preisgekrönt. Words, Words, Words war 1993 für einen Oscar nominiert. Repete gewann den Goldenen Bären in der Kategorie Kurzfilm bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 1995. Ihre erste Arbeit im Bereich Realfilm war Absolute Love, eine von vier Episoden aus Praha ocima (Prague Stories). 2001 erregte sie Aufsehen mit ihrer Dokumentation O babicce (On Grandma). Für ihren ersten Spielfilm Neverné hry (Faithless Games 2003) bekam sie den Spezialpreis der Jury beim Internationalen Film Festival San Sebastian. Michaela Pavlátová lehrt an der Prager Filmschule FAMU sowie an der Prager Akademie für Kunst Architektur und Design.

Michaela Pavlátová, Michaela Pavlatova
2008
Tschechische Republik
Spielfilm
2009
Spielfilmwettbewerb