Na putu (On the Path)

Bosnien Herzegowina/Österreich 2010, Spielfilm, 90' | Regie, Buch Jasmila Žbanic | Bildgestaltung Christine A. Maier | Schnitt Niki Mossböck | Ton Igor Camo, Lars Ginzel | Musik Brano Jakubovic | Darsteller_innen Zrinka Cvitešic, Leon Lucev, Ermin Bravo, Mirjana Karanovic, Marija Kohn, Nina Violic, Sebastian Cavazza, Jasna Ornela Bery, Izudin Bajrovic, Jasna Žalica, Luna Mijovic | Produktion Deblokada Produkcija, Coop 99 Filmproduktion, Pola Pandora Filmproduktion, Production Živa

Synopsis

Fluglotse Amar verliert seinen Job, weil er bei der Arbeit betrunken war. Seine Freundin Luna macht sich Sorgen um ihre gemeinsame Zukunft. Amar nimmt schließlich einen Job in einer muslimischen Gemeinde an, die Stunden von ihrem gemeinsamen Wohnort entfernt ist. Erst nach einer beträchtlichen Zeit, in der es zwischen beiden keinen Kontakt gegeben hat, ist es Luna erlaubt, Amar in dieser Gemeinde konservativer Wahhabiten zu besuchen. Sie stellt fest, dass die Männer und die verschleierten Frauen dort strikt voneinander getrennt und unter strenger Überwachung leben. Luna bittet Amar, zu ihr nach Hause zurückzukehren, doch Amar beharrt darauf, dass das Leben in der isolierten Gemeinschaft der Gläubigen ihm Frieden bringt und ihn vom Trinken abhält.
Als er einige Wochen später nach Hause kommt, stellt Luna fest, dass sich Amars Verhältnis zur Religion tiefgreifend verändert hat. Amar behauptet zwar, dass es ihm bloß darum ginge, ein besserer Mensch zu werden, doch Luna fällt es enorm schwer, ihm dabei zu folgen. Sie beginnt all das, woran sie bislang geglaubt hat, in Frage zu stellen - sogar ihren Wunsch nach einem Kind. Als dann auch noch die Wunden ihrer vom Krieg bestimmten Vergangenheit wieder aufbrechen, stellt Luna sich die Frage, ob Liebe wirklich ausreicht, sie und Amar zusammenzuhalten und ihnen einen gemeinsamen Weg in eine glückliche Zukunft zu weisen.

Für die Regisseurin und Drehbuchautorin Jasmila Žbanić ist Na putu vor allem ein Film über Veränderungen - individuell, aber auch gesellschaftlich. "Mich hat vor allem auch interessiert, wie Frauen mit Veränderung umgehen. Auch diese ultimative Veränderung im Leben einer Frau, die es mit sich bringt, Mutter zu sein oder zu werden". Religion sei ein immer wichtigeres Thema, gerade in einer multikulturellen Gesellschaft wie Bosnien. Mit ihrem Film wolle sie weniger Antworten finden, sondern vielmehr Fragen aufwerfen: "Wie können wir gegenseitig Respekt voreinander bewahren? Und wie weit erlauben wir einer anderen Person, sich zu verändern?"

Biographie

Jasmila Žbanić, geboren 1974 in Sarajevo, besuchte dort die Akademie für Darstellende Kunst. 1995 arbeitete sie als Puppenspielerin im Bread and Puppet-Theater in den USA. 1997 gründete sie in Sarajevo die Künstlervereinigung und spätere Filmproduktion Deblokada, mit der sie zehn Kurz- und Dokumentarfilme sowie Kunstvideos realisierte, die erfolgreich bei internationalen Festivals und Ausstellungen liefen. Grbavica, ihr erster Spielfilm, gewann den Goldenen Bären bei der Berlinale 2007. Žbanićs Kurzfilme To & Fro, Birthday und Images from the Corner sind ebenfalls im Fokus Rund um den Balkan beim Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund|Köln zu sehen.

Jasmila Žbanic, Jasmila Zbanic
Bosnien Herzegowina, Österrreich
2010
Spielfilm
2010
Fokus: Rund um den Balkan