God Man Dog (Liu lang shen gao ren)

Taiwan 2007, Spielfilm, 119' | Regie, Buch Singing Chen | Bildgestaltung Shen Ko-shang | Schnitt Singing Chen, Liao Ching-sung, Chen Xiao-dong | Ton Dennis Y. F. Tsao, Lo Song-ce | Musik Sakamo Hiromichi | Darsteller_innen Tarcy Su, Jack Kao, Chang Hang, Ulau Ugan, Jonathan Chang, Tu Xiao-han | Produktion Ya-Mei Li

Synopsis
„Die Welt ist aus den Fugen, und dabei gliedert sich der Titel des Films so wohlgeordnet in drei Teile, deren erstes und letztes Drittel hübsch symmetrisch als Palindrom konstruiert sind, vorwärts wie rückwärts gelesen kommt dasselbe heraus: "God"/"Dog". Aber die Mitte! Der Mensch im Einzelnen und die Menschheit im Ganzen bringen alles durcheinander: "Man" gibt sich nicht mit seiner mittleren Position zufrieden, er will hoch hinaus zur Allmacht, und es zieht ihn immer wieder hinab zum Tierischen. Und so wirken denn auch seine Versuche, Ordnung zu schaffen, verzweifelt oder bestenfalls lächerlich.“
Helmut Merker, taz

Eine Frau mit postnataler Depression und krankhaftem Ordnungssinn. Ein Alkoholiker, der Pfirsiche transportiert, während seine Frau Plastik-Nudelsuppen-Becher putzt und ihre Tochter in der Stadt Karriere als Boxerin macht. Ein Lebenskünstler, der sich in Bussen und Lastwagen im Kofferraum versteckt, weil er auf diese Art „weit herumkommt“. Ein Trucker, der einen großen illuminierten Buddha durch die Gegend fährt und auf eine neue Beinprothese spart. Ein Verkehrsunfall, ausgelöst durch streunende Hunde, verbindet und verändert das Leben aller. Singing Chen zeichnet ein eigenwilliges Bild von Taiwan, indem sie die Wege von Menschen mit ganz unterschiedlichem Background aufeinander treffen lässt.

Dabei schafft es die Regisseurin, die verschiedenen Handlungsstränge wie Bälle beim Jonglieren so in der Luft zu halten, dass sich ihre Flugbahnen auf wundersame und unerwartete Weise kreuzen. Ein Puzzle, das sich nach und nach zusammensetzt. Auch wenn Liu lang shen gao ren (God Man Dog) an Iñárritus Amores Perros erinnert, verleiht die Regisseurin dem Film durch Musik, Humor und eigenwillige Überraschungen im Erzählfluss eine ganz eigene und sehr taiwanesische Note. Jack Gas wurde für seine Darstellung des Truckers Yellow Bull für den Asian Film Award nominiert.

 

Biographie
Singing Chen wurde 1974 in Taipeh geboren. Sie studierte Kommunikationswissenschaften an der Fu-Jen Catholic University in der Nähe von Taipeh. 2000 entstand ihr erster abendfüllender Spielfilm Wo jiao a-ming la (Bundled), der vielfach ausgezeichnet wurde, unter anderem als Bester Spielfilm und für die Beste Nachwuchsregisseurin beim Filmfestival Taipeh.
Im gleichen Jahr drehte sie den experimentellen Kurzdokumentarfilm Shei Lai Diao Yu®? (Floating Island – Who is Fishing®?).
2003 führte sie Regie bei dem Fernsehfilm The Wedding, der für sechs Golden Bell Awards nominiert wurde. Neben der Regie und dem Drehbuchschreiben komponiert Singing Chen Theater- und Filmmusiken.

Singing Chen
Taiwan
2007
Spielfilm
2009
Spielfilmwettbewerb