Flickorna

Schweden 1968, Spielfilm, 100' | Regie Mai Zetterling | Bildgestaltung Rune Ericson | Schnitt Wic Kjellin | Ton Bob Allen | Musik Michael Hurd | Darsteller_innen Bibi Andersson, Harriet Anderssen, Gunnel Lindblom u.a. | Produktion Sandrews Metronome International | Verleih Svenska Filminstitutet

Synopsis
„Als die Kritiken meiner ersten eigenen langen Spielfilme erschienen, war ich erschreckt zu lesen: 'Mai Zetterling inszeniert wie ein Mann!' Was soll das heißen?" Mai Zetterling in ihrer Autobiografie All jene Tage Ein Schauspielensemble probt Aristophanes’ Drama Lysistratha, in dem ein Liebesstreik – als Mittel gegen den Krieg – und die Gleichheit der Geschlechter ausgerufen werden.
Je weiter die drei Hauptdarstellerinnen Liz, Marianne und Gunilla in ihre Rollen eindringen, desto mehr vermischen sich ihre Wunschvorstellungen und Träume mit der äußeren Wirklichkeit. Im Lauf der Tournee wird ihnen der Zusammenhang zwischen ihren Bühnenrollen und ihrer Situation als Frau im wirklichen Leben immer bewusster. Kontaktversuche mit dem Publikum, um die Botschaft des Stücks zu diskutieren, misslingen.
Ist es möglich, die Menschen und die Welt, in der wir leben, zu ändern? Am Schluss der Tournee findet ein Fest statt, es endet mit dem Bild der tanzenden Gäste – in grotesk verzerrten Spiegelbildern. Seinerzeit ein Misserfolg, gilt der Film heute als eines der ersten und engagiertesten Werke des feministischen Films.

 

Biographie
Die schwedische Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Mai Zetterling wurde 1925 geboren. Bereits mit 17 Jahren wurde sie in die Königliche Schauspielschule für dramatisches Theater in Stockholm aufgenommen. Noch während des Studiums erhielt sie erste Rollen. Mit ihrer Darstellung der Bertha in Hets (Die Hörige, 1944) schrieben sie, der Regisseur Alf Sjöberg und der junge Drehbuchautor Ingmar Bergman, Filmgeschichte.
Ab 1948 spielte sie in England Theater- und Filmrollen. 1953 trat sie neben Danny Kaye in Knock on Wood (Die Lachbombe) auf, kehrte aber Hollywood anschließend wieder den Rücken. Seit den 60er Jahren schrieb sie Drehbücher und führte Regie.
Ihr Antikriegs-Kurzfilm The War Game erhielt 1963 den Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen Venedig. Zetterlings spätere Filme setzten sich oft mit der Einsamkeit von Frauen und ihren sexuellen Obsessionen auseinander. 1966 wurde Nattlek (Verschwiegene Spiele) nach ihrem eigenen Roman wegen seiner allzu drastischen Szenen aus dem Wettbewerb in Venedig ausgeschlossen. Als Schauspielerin trat sie letztmals in Nicolas Roegs The Witches (1989) und in Ken Loachs Hidden Agenda (1990) auf. Zetterling starb 1994 in London.

Mai Zetterling
Schweden
1968
Spielfilm
2009
Fokus: Freiheit