Zuoz

Österreich/Frankreich 2007, Dokumentarfilm, 71' | Regie Daniella Marxer | Buch Daniella Marxer | Bildgestaltung Johannes Hammel | Schnitt Sophie Reiter | Ton Ingrid Städeli, Béatrice Wick, Stéphane Larrat | Musik Rainier Lericolais | Produzent Michel David

Synopsis

Im Engadiner Eliteinternat Lyceum Aloinum Zuoz, in dem der Nachwuchs der reichsten und einflussreichsten Familien der Welt erzogen wird, dreht sich alles um Regeln und die Kontrolle ihrer Einhaltung. Individualität und eigenständiges Denken sind hier nicht gefragt. Nur wer sich anpasst kann dableiben. Kleine Übertretungen werden auf der Stelle bestraft – etwa mit zehn Kniebeugen für fünf Minuten Verspätung. Schlimmere Verfehlungen ziehen bei einem weiteren Vergehen während einer Bewährungsfrist den Ausschluss nach sich. Vor der Ausübung der vererbten Privilegien steht offenbar die Einschränkung durch Disziplin und Kontrolle. Die Schüler dürfen ihre Türen nicht abschließen und werden mit Alkoholtestern, wie sie die Polizei benutzt, kontrolliert. Zum Training der künftigen Elite gehört das Durchlaufen von Hierarchien ebenso wie die Beschäftigung mit einer Vielzahl von Sportarten wie Kricket, Golf, Tennis oder Hockey. Mit dem Abschluss gehören die Ex-Schüler zum Zuoz Club einem internationalen Netzwerk, in dem die Reichen Kontakte und Beziehungen pflegen. Daniella Marxers Film Zuoz ist eine Reise in eine andere Welt, isoliert im Eis der Schweizer Berge. Einmal dort angekommen, gestattet sie nur selten Blicke nach draußen, denn das Leben, wie wir es kennen, hat hier in diesem Labyrinth aus Räumen und Gängen, aus Regeln und Geboten, keinen Platz. 2007 wurde die Dokumentation mit dem 3sat-Filmpreis als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. In diesem Film, so schreibt 3sat auf seiner Homepage, „folgt die Kamera den Jugendlichen wie ein wohlwollender, aber ohnmächtiger Schutzengel, gleitet durch die Schattenseiten stereotyper Korrektheit und adretter Arroganz, die sie zu substanzlosen Marionetten des Gesamtgefüges macht“.

 

Biographie

Die Österreicherin Daniella Marxer wurde 1966 geboren. Sie studierte Germanistik und Theaterwissenschaft an der Universität Wien und der Pariser Sorbonne und absolvierte diverse Ausbildungen in Filmgestaltung, Dramaturgie und Filmschnitt an der Sorbonne Nouvelle, an der Association Braquage/Le Cinéma Visuel und der Association Jemmapes. Marxer lebt und arbeitet in Paris und Wien. Neben eigenen Filmprojekten realisiert sie Imagefilme in den Bereichen Industrie und Kultur. Ihr Film Die Kinder des Geldes (2003) war beim Internationalen Frauenfilmfestival 2005 in Dortmund zu sehen.

Daniella Marxer
Österreich, Frankreich
2007
Dokumentarfilm
2009
Fokus: Freiheit