Yeo-haeng-ja (A Brand New Life)

Frankreich/Südkorea 2009, Feature film, 92' | Regie, Buch Ounie Lecomte | Bildgestaltung Hyun Seok Kim | Schnitt Hyun-Joo Kim | Ton Choi Jaiho | Darsteller_Innen Kim Saeron, Park Doyeon, Ko A-Sung, Park Myoungshin, Oh Mansuk, Sul Kyounggu, Moon Sungkeun | Produktion Now Films

Synopsis

Südkorea 1975. Jinhee ist neun und lebt in einer Kleinstadt in Korea. Eines Tages teilt der Vater dem Mädchen mit, dass sie zusammen auf eine Reise gehen. Wohin die führen soll, erfährt Jinhee nicht. Aber sie hat keine Wahl. Sie muss mit. Denn sie muss gehorchen.
In der Nähe der Hauptstadt Seoul übergibt der Vater Jinhee in die Obhut katholischer Nonnen, die dort ein Waisenhaus leiten. Er hofft, dass seine Tochter dort von neuen Eltern adoptiert wird. Jinhee ist entsetzt. Sie kann nicht glauben, dass der Vater, den sie so sehr liebt, nicht wiederkommen wird. In ihrer Verzweiflung versucht sie ihn zu kontaktieren, fortzulaufen und sich zu verstecken. Doch all das ist vergeblich.
Schließlich akzeptiert Jinhee ihr Schicksal und schließt sogar neue Bekanntschaften im Waisenhaus: die zwölfjährige Sookhee, die ihr allerlei Tricks und Kniffe beibringt, die schon 17-jährige Yeshin, die aufgrund eines Hüftschadens schon so lange im Heim ist. Alle wünschen sich sehnlichst, von einer neuen Familie adoptiert zu werden, nur nicht Jinhee. Lieber möchte sie hier bleiben und sich die Hoffnung bewahren, ihren Vater wiederzusehen.

Die französisch-koreanische Regisseurin Ounie Lecomte lebt in Paris und hat 1975/76 im Waisenhaus Saint Paul in Seoul ähnliche Erfahrungen wie ihre junge Protagonistin gemacht. Dennoch möchte sie ihren Film nicht ausschließlich autobiografisch verstanden wissen.

"Ausgehend von einem Drehbuch, das außerordentlich geschickt sämtliche Fallstricke des Melodramas umschifft, befördert uns dieser Film direkt in die Lebenswelt eines unglücklichen kleinen Mädchens. Wir werden Zeuge einer entscheidenden Phase der Veränderung und Verwirrung. Die sichere wie präzise Regie, gemeinsam mit dem geradlinigen wie berührenden Spiel der Figuren, ermöglicht dem Zuschauer sehr unmittelbar den Kampf des Kindes zu empfinden: Sie begegnet ihrer Not nicht mit passiver Akzeptanz, sondern mit wütendem Lebenswillen; dem Wunsch zu sterben mit dem Wunsch zu leben. Unsere Jury war zutiefst bewegt."
Lobende Erwähnung, Internationale Jury Generation Kplus, Berlinale 2010

Biographie

Ounie Lecomte wurde 1966 in Seoul geboren. Mit neun Jahren wurde sie von einer französischen Familie adoptiert. Sie studierte Modedesign, arbeitete als Kostümbildnerin beim Film und als Schauspielerin, unter anderem in Olivier Assayas' Paris s'éveille (1991). Im gleichen Jahr reiste sie erstmals wieder nach Korea, um in einem unrealisiert gebliebenen Film eine koreanische Heimkehrerin zu spielen, und knüpfte dort neue Bande zu ihrer alten Familie. 2006 besuchte sie einen Drehbuch-Workshop der Filmschule La femis und begann mit der Arbeit an ihrem Spielfilmdebüt Yeo-haeng-ja

Ounie Lecomte
Frankreich, Südkorea
2009
Spielfilm
2010
Schulfilm