XXY

Frankreich/Spanien/Argentinien 2007, Spielfilm, 91' | Regie Lucía Puenzo | Buch Lucía Puenzo | Bildgestaltung Natasha Braier, Nicolás Puenzo | Schnitt Alex Zito, Hugo Primero | Ton Fernando Soldevila | Musik Andrés Goldstein, Daniel Tarrab | Darsteller_Innen Ricardo Darín, Valeria Bertuccelli, Germán Palacios, Carolina Pelleritti, Martín Piroyansky, Inés Efron, Guillermo Angelelli | Produzentin Cecilia Sande

Synopsis

Alex ist fünfzehn - und aufgrund eines anormalen Chromosomensatzes ist sie beides: Junge und Mädchen. Ihre Eltern flohen mit ihr aus Buenos Aires. Doch auch in der Einsamkeit Uruguays sehen sie sich einschneidenden Problemen gegenüber. Die Dinge sollen so bleiben, wie sie sind. Das ist alles, was Alex möchte, für den Moment, für immer. Keine Operationen mehr, keine Umzüge, keine neuen Schulen.

XXY beginnt damit, dass Alex' Eltern ein befreundetes Ehepaar und deren 16-jährigen Sohn Álvaro empfangen. Álvaros Vater ist plastischer Chirurg und interessiert sich aus medizinischen Gründen für die Tochter seiner Freunde. Doch als die beiden Teenager sich zueinander hingezogen fühlen, müssen sich alle ihren schlimmsten Ängsten stellen. Gerüchte kursieren in der Stadt, Alex wird angestarrt. Die Neugier der Menschen wird bald zur Bedrohung.

Lucía Puenzos Film beschäftigt sich mit der Frage, ob der Mensch stärker durch seine Chromosomen oder durch seine Erziehung geprägt wird, und beschreibt sensibel den Prozess der Identitätsfindung einer 15-Jährigen.

"Nichts ist schlimmer, als Angst vor dem eigenen Körper zu haben, sagte mir einmal ein Junge der eine ?Normalisierung? durchgemacht hatte. Er wuchs mit Operationswunden auf. In dieser Kastration manifestiert sich die Angst vor dem Doppelgeschlecht als Metapher für alle Amputationen, die aus der Angst vor dem Anderssein resultieren."
Lucía Puenzo

XXY basiert auf einer Erzählung von Sergio Bizzio. Der Film wurde in diesem Jahr als argentinischer Beitrag für den "Oscar" in der Sparte "Bester fremdsprachiger Film" ins Rennen geschickt und war außerdem für den spanischen Filmpreis "Goya" nominiert.

Biographie

LUCÍA PUENZO wurde 1976 in Buenos Aires geboren. Sie ist die Tochter des Regisseurs Luis Puenzo, der 1986 einen "Oscar" für sein Militärdiktatur-Melodrama LA HISTORIA OFICIAL gewann. Lucía Puenzo studierte argentinische Literatur an der "Universität Buenos Aires" und Drehbuch an der nationalen Filmschule "INCAA" ("Instituto Nacional de Cine y Artes Audiovisuales"). In ihrer Heimat ist sie als Romanautorin erfolgreich und schreibt Drehbücher für Film und Fernsehen. Sie führte bereits bei einigen Kurzfilmen, Dokumentationen und dem Fernsehfilm LOS INVISIBLES Regie.

Lucía Puenzo, Lucia Puenzo
Frankreich, Spanien, Argentinien
2007
Spielfilm
2008
Debüt-Spielfilmwettbewerb